Archiv für Oktober 2012

„Darüber-freu-ich-mich-wie-Bolle-und-das-könnt-ich-auch-noch-gebrauchen-Wunschliste“

Oktober 29, 2012

Jaaaaa, Weihnachten.

Für manche noch ewiglich hin, aber Weihnachten wirft seine Schatten voraus. Die firmeninternen 2013-Kalender sind schon bestellt und der Liefertermin bereits bekannt gegeben, Gewürzmandeln reihen sich schon in die Konsumregale, das Hanseviertel hat schon die Weihnachtskronleuchter aufgehängt und die Bäume des Euphoriegrüns zwischen den innenstädtischen Häuserschluchten tragen bereits Lichterketten, die Wiesen Kleinpferdchendorfs trugen bereits ein kurzes Schneekleid und Lindt-Reklamezettel maximieren die Firmenpost.

Ich bin vorbereitet:

In meiner sagenumwobenen Geschenkekiste befindet sich bereits ein Nikolausgeschenk für meine Mutter und eines für die Omili auch, des Weiteren ein Weihnachtsgeschenk für Frau Bärchenstreich, für Frau Otto-Norma(h)lverbraucher samt Schlüpfi-Nachwuchs, für Yvönnsche ist vielleicht auch eins drin und ein weiteres oder zwei für die Rentner.

Wer jetzt noch etwas für seine Geschenkekiste sucht, eventuell etwas, dass an mich verschenkt werden kann, hier wie jedes Jahr um diese Zeit eine „Darüber-freu-ich-mich-wie-Bolle-und-das-könnt-ich-auch-noch-gebrauchen-Wunschliste“:

  • vier schöne Vorratsdosen fürs neue Küchenregal
  • sechs kleinere schöne Vorratsdosen ebenfalls fürs neue Küchenregal (minus eine, eine ist schon vergeben)
  • vom besten Mutti-Freund, der immer großartigste handwerkliche Geschicklichkeit erweist, ein nagelneues Küchenregal für die Ecke, die ansonsten vollkommen nutzlos ist
  • Robbi Roboter, damit Carl-Anton nicht mehr so einsam ist
  • eine buntgeringelte Fußmatte
  • ein schmales Tablett (siehe Link oder so ähnlich) damit die Küchenöle endlich ein Plätzchen haben
  • aus den geheimen Beständen Kleinpferdchendorfs: Quittenlikör, Quittengelee, eingeweckte Birnen und vielleicht – falls Omili das in ihrem straffen Zeitplan unterbringen kann – zwei retroschicke Tischläufer mit Häkelkante
  • eine Karte für den Cirque du Soleil, weil die Vorschau schon soooooooo fantastisch ist! Es muss auch nicht der teuerste Sitzrang sein
  • und – weil ich nicht ohne kann – ein Moleskine-Wochenplaner für 2013
  • eigentlich steht noch ein Badezimmerradio auf dieser Liste, aber ein ästhetisch wertvolles zu finden scheint eine schier unlösbare Aufgabe zu sein, der sich keiner stellen muss…
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Lies von Lott liebt Leuchtbuchstaben

Oktober 27, 2012

Ich kaufe ein „e“!

Ja, eine gewisse Buchstabenaffinität besteht.

Ein „e“ das hätte was. Groß muss es sein (so mindestens 80cm), geschwungen, in Kleinschrift, nicht zwingend so rot wie hier in einer der alten „Linving and More“-Ausgaben, aber rot wäre schon auch okay. Ein Tier für die Lücke hab ich schon: Flümi, ein adipöser Frottierhase, von den letzten Singaporedollar auf Reisen gekauft, kurz vorm Rückflug, der auf Grund eines hundsgemeinen Sonnenbrands auf meinem Rücken frei von Anlehnen war. Das war vor ungefähr zehn Jahren.

Und das „e“ vielleicht zum Geburtstag? Mal sparen, mal sehen, Leuchtbuchstaben und vieles mehr gibt’s auf jeden Fall bei Freundts Wohnaccessoires.

Lies von Lott liebt „der Mensch als Industriepalast“

Oktober 20, 2012

Ein unglaublich tolles, lehrreiches Plakat, welches meins Erachtens in alle Kinderzimmer gehört (bevor ihr die Lupe raus holt, Anklicken macht größer). Der gleichen Meinung war meine Lieblingsschwedin – hat es für ihre beiden Zwillingsjungs gleich bestellt. Und auch ich überlege meine Keine-Poster-in-meinen-4-Wänden-Politik zu lockern.

Das Plakat erschien in der Buchreihe „Das Leben Des Menschen“ von dem Humanmediziner und Gynäkologen Fritz Kahn (1888 bis 1968). Das war in den 20ern.

Die Arbeit von Fritz Kahn inspirierte viele Künstler jener Zeit und auch heutige, so unter anderem Henning M. Lederer einen Designer und Digitalartist, der das Plakat anlässlich seiner Abschlussarbeit zum Leben erweckte. Ganz wunderbar (klick)!

falscher Herbstflammkuchen mit Pfifferlingen

Oktober 15, 2012

In den Sonnenresten des Oktobers sitze ich in eine Decke gehüllt mit einer Flasche Federweißer und diesem grandios passendem Flammkuchen auf meinem Balkon und schaue dem Herbst zu. Utopische Vorstellung meinerseits. Realistisch betrachtet sitze ich auf dem Sofa, drehe den Fernseher lauter um das Regentrommeln gegen meine Stubenfenster zu ignorieren. Tut dem Geschmack aber keinen Abbruch.

Zutaten:

  • eine rote und eine weiße Zwiebel
  • 80g Frühstücksspeck (Bacon)
  • 200g Pfifferling
  • 1EL Öl
  • ein halber Pizzafertigteig (bei Lust und Laune auch gerne selber machen, aber ich hatte beides nicht)
  • 100g Creme Fraiche
  • drei bis vier Zweige Thymian
  • eine oder zwei Hände voll geraspeltem Emmentaler (oder anderer geraspelter Käse)

Zubereitung:

  1. Ofen auf 200 Grad vorheizen
  2. Pfifferlinge unter viel Gefluche putzen
  3. Zwiebel klein schneiden
  4. und dann zusammen mit dem Speck sowie dem Öl andünsten
  5. Pfifferlinge dazu
  6. alles etwas Farbe kriegen lassen
  7. mit Salz und Pfeffer würzen
  8. nebenbei den Pizzateig auf die circa doppelte Größe ziehen (vorsichtig) oder ausrollen
  9. Creme Fraiche darauf verteilen
  10. Pilzmischung darauf geben
  11. Thymian zupfen und darüber verteilen
  12. dann Emmentaler nach Belieben, aber nicht flächendeckend
  13. und rein in den Ofen
  14. wenn der Käse schön goldgelb und verlaufen ist, die Ränder lecker braun sind und es fantastisch riecht ist’s fertig!

Lies von Lott liebt Robbi Roboter

Oktober 13, 2012

eine Rubrik für Produktliebe, abgeschaut bei einer Frau mit fabelhaftem Geschmack

Als das Lied Robbi Roboter modern war, war ich in der 7. Klasse und ziemlich verknallt in Robbi, der aber wiederum ziemlich verknallt in Julia war. Was ich zusammen mit der Faszination für popigen Tanz-Techno inzwischen überwunden habe.

Um nun frisch verknallt in Robbi Roboter (klick!) zu sein, der sich wunderbar mit Carl-Anton, meinem frisch im Internetauktionshaus erstandenem Sekretär aus den 50ern, verstehen würde und somit auf die Weihnachtswunschliste kommt.

Wie geht das eigentlich: Entschuldigen für Anfänger und Fortgeschrittene

Oktober 12, 2012

Ich weiß, entschuldigen ist echt keine einfache Sache, nicht mit sechs und nicht mit 36. Wobei ich fast annehme, dass es mit 36 schwerer ist, weil hinter einem keine Mutter steht, die mit Nachtischzwangsverzicht bis in die Unendlichkeit droht.

Also hier für falsche Adelige, Indianerkinder, Herrn Gutfriedlich (meinen Chef) und alle anderen Entschuldigungslegastheniker, die sich schon immer gefragt haben: Wie geht das eigentlich?

Eine gute Entschuldigung beginnt weit vor der guten Entschuldigung. Somit 1.: Erkennen, das war Scheiße!

2. Dem Erkennen der Scheiße folgt Reue, Scham und das Bedürfnis sich entschuldigen zu müssen, bestenfalls weil man dem eigenen Spiegelbild sonst schwungvoll eine runter hauen möchte.

3. Die Schuldfrage abstecken: An was bin ich Schuld und bis wohin reicht diese Schuld, für was genau möchte ich mich entschuldigen. Notizblöcke eindeutig erlaubt!

4. Es ist selten zu spät und nie zu früh. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt und weil es immer der falsche Zeitpunkt ist, ist nahezu alles der richtige Zeitpunkt.

5. In Sachen Formulierung heißt es übrigens „Entschuldigung“ (nicht sorry; sorry ist für Verspätungen des öffentlichen Nahverkehrs, die das eigene Erscheinen verzögern) und weiter wofür – also um welche Scheiße geht es eigentlich, daher Punkt 3.

6. Nein-nein-nein, in Entschuldigungen hat das Wort „aber“ nichts zu suchen!

Zu 7. – Keine Erwartungen! Eine Entschuldigung auszusprechen bedeutet nicht, dass einem verziehen wird. Eine Entschuldigung ist schlicht das Erkennen der eigenen Schuld, das Eingestehen dieser sowie das Zeigen von Scham und Reue – Weißte Bescheid! Möglich ist aber gegen Entschuldigungsende zu erwähnen, dass man auf Vergebung hofft. Gelobt man Änder- oder Besserung ist hier generell Realismus angesagt; utopische Ideen, die physisch, physikalisch oder einfach Ihnen als Mensch nicht möglich sind, sollten nicht angeboten werden.

7 (Unterpunkt Vergebung)a. Geht es um Vergebung? Beharrlichkeit, Geduld, Engagement – dauerhaft. Wichtig, nicht zu verwechseln mit Stalking. Blumen und Kekse helfen, manchmal; Kreativität häufiger; falls nicht akzeptieren Sie das Nein.

7 (Unterpunkt Vergebung)b. Finden Sie einen guten Schlusssatz: „Aufgrund meines miesen Verhaltens habe ich mir selbst ein 2-jähriges Dessertverbot erteilt – Feiertage ausgenommen, sollte es neben dieser Unterzuckerung etwas geben, damit du mir verzeihst, sag mir Bescheid, egal wann du bereit dazu bist – meine Tür steht dir offen.“

Spezialsituation Ihnen-wurde-verziehen-obwohl-Sie-sich-nicht-entschuldigt-haben-vielleicht-bevor-Sie-festgestellt-haben,-dass-das-Scheiße-war. Letzter Tipp: Seien Sie dankbar, durchlaufen Sie die Schritte eins bis sechs, entschuldigen Sie sich trotzdem und bedanken sich, dass Ihnen verziehen wurde!