Archiv für Januar 2010

Vorsicht: Irre Rennfahrerin auf dem Ohlsdorfer Friedhof gesichtet

Januar 31, 2010

Ja, es liegt Schnee, viel Schnee, für Hamburger Verhältnisse sind wir sozusagen fast eingeschneit.

Das Soljankaschüsslchenauto steht bei Mutti vor der Tür und sammelt die Schneemassen auf sich, auf Grund guter S-Bahn-Anbindung und auch berüchtigten Sommer-wie-Winter-alias-Schnee-und-Matsch-Reifen befindet es sich quasi im Winterschlaf.

Bis gestern.

Gestern beschloss meine Ma, dass in Anbetracht meines nahenden Vielleicht-Urlaubs und dem damit verbundenen Autobenutzungswillen das Auto und ich ein paar schneeige Testfahrten machen sollten.

Nach 30 Minuten war das Auto entschneit, frei gekratzt, fahrtüchtig und von seinem Iglu-Häuschen befreit.

Der beste Freund meiner Ma, denn ich denke sie wollte sich im emotionalen Stress um den eventuellen Autoverlust nicht zumuten, übernahm meinen Schneefahrkurs. Vorsichtig und sehr behutsam für ich uns zum  Ohlsdorfer Friedhof, der überraschender Weise geräumt, aber doch mit einer Schnee- und Eisschicht ausgestattet war und frei von Streusalz, außerdem nahezu menschenleer.

Nach ein paar friedlichen Eingewöhnungsrunden auf dem immerhin zweitgrößten Friedhof weltweit, läutete der beste Freund der Mutter mit den Worten „So, jetzt wollen wir mal ein bisschen Spaß haben“ das etwas andere Fahrtrainung ein, unterwies mich in der Kunst der Handbremsendrehung, sowie im einwandfreien Ausbrechen.

Keine Sorge, die Straßen sind weit einsehbar und so wurde Schwung geholt, beim Einlenken schwungvoll die Handbremse gezogen, weiter am Lenkrad gekurbelt, bis der Wagen einen u-turn (für Oma, eine 180Grad-Drehung) absolviert hat, dann entgegengelenkt und vorsichtig wieder Gas gegeben, was nach dem circa 80sten Versuch auch ein langsames Vorwärtskommen mit sich führte und massig Stolz.

Meine Rennfahrergene zur Perfektion ausgereift und dann auf rechtwinklige oder Nadelöhrkurven zu, einlenken, energisches Handbremse ziehen und pah Richtungswechsel.

Erstaunlich war das Benehmen der Passanten… Fuhr ich an einem Passant oder einer Passantengruppe vorbei, gesittet und normal um auf der nahenden Freifläche meinen u-turn zu üben um dann wieder löblich vorbildlich an den Passanten zurück zu fahren, nahmen diese zu meinem Leihauto bei meiner Rückfahrt einen viel größeren Sicherheitsabstand. Das soll mal einer verstehen!

Das Fahrtraining und meine Eiseingewöhnung endeten kurz vor sechs, da Punkt sechs die Tore des Friedhofs schließen und ich sonst hätte die ganze Nacht übern müssen, obwohl… Na ja, vielleicht nächstes Mal!

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den Vielleicht-Urlaub betrauernd

Januar 31, 2010

Im Lächeljob ist das momentan so…

Die Vormittagsschicht übernimmt eine Kollegin, welche dort quasi seit Anbeginn der Firmengeschichte arbeitet, somit verdiente Rechte hat. Nachmittags ab zwei übernehme ich.

Wir sind also zu zweit, mangels Vertretungskraft, was in Fällen wie Urlaub der Vormittagskollegin, Mickey-Mouse-Stimme der Vormittagskollegin und anderen Krankheiten der Vormittagskollegin, dazu führt dass ich 13 Stunden arbeiten darf. Die Vormittagslächeljobkollegin tut dies nicht (dazu siehe auch Rechte der Vormittagskollegin in Zeile drei).

Nun steht Urlaub an, vom 22.Februar an befindet sich die Vormittagskollegin auf einer Reise ala vierwöchige Expedition in warme afrikanische Gefilde.

Da die Batteriesäure meiner Betriebsbatterien, dank den Massen an Stunden durch Krankheit, Mickey-Mouse-Stimme und Urlaub der Vormittagskollegin aber nahezu aufgebraucht sind, wollte ich vorher schnell die zweite Woche des Februars Urlaub machen.

Doch meine Chancen auf Urlaub schwinden.

Dank dem Outsourcen von Arbeitskräften, gehöre auch ich zum geliehenen Mitarbeiterkreis und mein Chef (der vom Outsourceverein) müsste meiner Chefin (der Firma, in der sich mein Lächeljobarbeitsplatz befindet) jemanden vorstellen, sie alias die Chefin müsste diesen jemanden für geeignet befinden, ich müsste diesen jemand eine Woche einarbeiten und die Vormittagskollegin müsste diesen jemand auch noch einen halben Tag begutachten und ihren Segen geben.

Morgen ist Montag, Montag der ersten Woche im Februar, die Woche drauf habe ich also Vielleicht-Urlaub (langfristig angekündigt). Die Alternativbesetzung wurde noch nicht vorgestellt, noch nicht für gut befunden und von eingearbeitet gar abgesegnet kann auch nicht die Rede sein.

Ich trage also schwarz, bin voll von Trauer um meinen so verdienten Vielleicht-Urlaub, dessen Chancen auf Nehmbarkeit weit unter die 25%Prozenthürde gefallen sind und denke mir still: Outsourcing sucks!

Erkenntnisse vom 28.01.2010

Januar 28, 2010
  1. erstens und wichtigstens: Opa hat heute Geburtstag, rundet zum 7.Mal!
  2. ob der Mann in der S-Bahn die türkisen Handschuhe mit den rosa Strassherzchen wohl von seiner Freundin hat oder ist das eine abstrakte Art seine Meinung zum Wetter zu verkünden?
  3. es taut mal wieder
  4. morgens vom Chef geweckt zu werden (telefonisch!! nicht was ihr denkt) bedeutet:
  5. vier Arbeitsstunden mehr heute und sieben morgen,
  6. weil die Vormittags-Lächeljobkollegin heute die stimmliche Kompetenz von Mickey Mouse hat,
  7. aber gerade als Dank fürs Einspringen einen Blumenstrauß bekommen
  8. unglaublich, im kleinen Fließgewässer vor der Haustür stand heute früh ein Fischreiher
  9. wenn man um halb zehn mit dem Bus fährt, gleicht dieser einem Seniorenshuttle (wo wollen die denn alle hin?)
  10. und sonst etwas in Sorge um meine Urlaubswoche

Opa wird 70!

Januar 27, 2010

Als ich noch klein war, lütt sozusagen – ganz lütt, war ich oft bei den Rentnern, die damals noch keine waren…

In dem Reed gedeckten Haus in Kleinpferdchendorf habe ich Teile meiner Kindheit verbracht, die mir wahrscheinlich nur auf Grund der Masse an Erzählungen im Gedächtnis verbleiben, aber eigentlich nicht wirklich in den Bereich „eigene Erinnerungen“ fallen. Fremderinnerungen sozusagen.

Fremderinnerungen: Das Haus in Kleinpferdchendorf hat zwei Etagen, über eine Wendeltreppe außen gelangt man auf den Balkon, der zwecks vorhandener Terrasse und massig Grünanlage drum herum kaum genutzt wird. Dieser Balkon hatte für mich als Kind eine immense Anziehungskraft, er war dunkel gestrichen und heizte sich beim kleinsten Sonnenstrahl auf, außerdem polterte er beim Begehen immer leicht blechern… Der Hauptgrund für die Anziehungskraft des Balkons aber war natürlich, dass es mir wegen der Fallhöhe verboten war ihn allein zu betreten. Grundsätzlich schlich ich also zur metallenen Wendeltreppe bis ich – spätestens bei Stufe vier bis acht – von Opas „Wirst du wohl da runter kommen…“ unter viel Gekicher die Treppe wieder herunterklettern musste.

Meine Vorliebe blieb für Metallenes und so wurde ich, wenn es in den Wald ging geschultert und durfte bei der Kiefernschonung, auf das am Baumstamm angenagelte Durchfahrt-verboten-Schild klopfen, welch eine Freude und das jedes Mal.

„Speiseplanerweiterung“ fiel in Opas und mein Arbeitsgebiet und so wurde im Frühjahr beispielsweise der selbstgezogene Spargel gestochen. Meine Aufgabe bestand darin die Köpfe zu entdecken und diese Information an den Ausgrabebeauftragten (also Opa) weiter zu geben, der dann vorsichtig im Sandboden nach den Spargelstangen grub und in so weit unten wie möglich abstach, anschließend durfte ich die Beute stolz zu Oma tragen, welche die Zubereitung übernahm.

Während sich der Spargel bei uns im weitläufigen Grün befand, sammelten wir die sommerlichen Blaubeeren, die herbstlichen Pilze und nebenher Erkenntnisse über Tiere des Waldes in eben diesem.

Der Wald und seine Tiere regten meinen Opa auch zu frühmorgendlichen Expeditionen gen Hochstand an. So hockte er sich in aller Frühe neben mein Bett und machte leise tztz, was ich stets nicht wirklich wahr nahm, drum etwas lauter tztz und wieder tztz, während man das zweite wahr nahm mit dem Willen es zu ignorieren und beim dritten langsam wachwird während das vierte tztz folgt, man dann den Opa anguckt, der nur entgegnet: „Huch, hab ich dich jetzt etwas geweckt!? Das war ja gar nicht meine Absicht, aber gut dann können wir ja auf den Hochstand gehen…

Dieser tolle Opa wird heute 70!

Und eigentlich wollten er und die ebenso tolle Oma sein Geburtstagswochenende hier verbringen um den riesigen hiesigen Familienkreis (also meine Ma und mich) in die geburtstäglichen Feierlichkeiten mit einzubeziehen, dank Daisy oder wie auch immer ihre Nachfolgerin heißt bleiben die beiden aber im wilden Osten und hoffen darauf nicht ganz eingeschneit zu werden, daher aus der Ferne:

Alles Liebe, Gute, Gesundheit, Glück, Freude und Freunde für dieses, nächstes und all die weiteren Jahre. Danke, dass du mir so ein toller Opa bist, das Enkelkind.

 

PS: Bei dem Wald handelt es sich übrigens um den Wald, in dem der perfekte Stamm abgesägt wurde. Ja, der mit dem Wurmbefall

Erkenntnisse vom 26.01.2010

Januar 26, 2010
  1. schlafen ist nicht überbewertet
  2. das Wetter ist wie im Skigebiet: Sonne und eisige Kälte; schön aber kalt
  3. mein Schlafzimmerfenster tropft und bildet nasse Pfützen auf meiner Fensterbank
  4. morgen neuer Schnee? Ob ich das so gut finde…
  5. die Polyesterbesesselung meines Schreibtischstuhl verträgt sich mit dieser Hose besser – nur noch gelegentliche elektrostatische Schläge
  6. ich hab vier mini blaue Flecken aufm Arm, wo kommen die denn her?
  7. Franzbrötchen, juhuuu Franzbrötchen
  8. ich werde Franzbrötchenlieferant zwecks der schlechten deutschlandweiten Franzbrötchenversorgung
  9. das neue Shampoo riecht gut
  10. …und die Frisur hält…
  11. ich bin eine Bretzel
  12. nein, ich bin ein Tofubratling
  13. nein jetzt hab ichs, ich bin eine Bretzel mit der (Hirn-)Konsistenz eines Tofubratlings

Herr C. und Massen von Fleisch

Januar 25, 2010

Nachdem Herr C. und ich nun zwar irgendwie noch für die selbe Firma arbeiten, aber doch keine Arbeitskollegen mehr sind, müssen wir unsere heiteren Gesprächsstunden in unsere Freizeit verlegen.

Herr C. und ich waren also am Samstag verabredet, erst früh, dann später und nach weiteren Verschiebungen, trafen wir uns schließlich gegen fünf.

Nebenberuflich zerkleinert Herr C. Lebensmittel und manchmal bleiben welche übrig (also Lebensmittel) – unzerkleinert und von feinster Qualität, welche die angestellten Zerkleinerer dann mit nach Hause nehmen können. Herr C. fragte mich also schon Freitag, ob wir denn Lamm oder Hähnchen äßen. Ich entschied mich für Lamm…

Er und ich, wir trafen uns am U-Bahnhof um dann den Kampf gegen die Kälte aufzunehmen und uns durch Eisschollengehwegchaos den Weg zu mir mit Zwischenstopp beim Konsum (und nein, kein echter Konsum, bei mir ist schlicht alles was mit Lebensmitteln  zu tun hat und wie ein Supermarkt anmutet) zu bahnen.

Endlich bei mir wurde die Heizung erstmal eine halbe Stufe hochgedreht und dann packte Herr C. Massen von Lammfilet mariniert mit Kräutern und Knoblauch aus mit der Info, es könne auch Strauß dabei sein. Aus den Massen an Strauß und Lamm oder nur Lamm wurde dann eine wunderbar indisch anmutendes Pfannencurry mit Curcuma, Möhren, Zwiebeln, Koriander und etwas Kokosnussmilch, ein paar angebratenen Kartoffelwürfeln und etwas Chili bereitet, beigelegt Reis und Spinat mit Kichererbsen (morgens extra im Biokonsum besorgt), Mango und Joghurt für bzw. gegen die Schärfe…

Es folgt ein unnachahmlich, wirklich fast (nur minimal auf die Geschmacknerven eines Europaers angepassten) indisch schmeckendes Curry und die ein oder andere heitere Gesprächsstunde, sowie die Erkenntnis, dass man das mal wieder machen sollte und das nicht nur wegen den Massen von Fleisch.

Erkenntnisse vom 23.01.2010

Januar 24, 2010
  1. Verkäuferinnen begeistert man am besten, wenn man binnen von drei Minuten ein Kleid für sich kauft
  2. ich geh gerne einkaufen und noch lieber für andere
  3. wenn ich „groß“ bin werde ich Einkäuferin
  4. wie bekomme ich denn einen Kundenstamm?
  5. in eine aufgeräumte Wohnung zu kommen ist schön
  6. wieder kälter, die Heizung steht jetzt eine halbe Stufe höher
  7. mein erstes Erlebnis mit Kichererbsen und die Festststellung, dass indisch kochen mit Curcuma und Koriander auch rezeptfrei kein Zauberwerk ist
  8. eine weitere Feststellung zu zweit kochen macht mehr Spaß
  9. ein bestimmter Grad von Müdigkeit führt bei mir zu unaufhaltsamen nicht enden wollendem Kichern