Archive for the ‘Blumen’ category

Sonnenblume, Muskelkater und Apfelsaftschorle

August 21, 2012

 

Kleinpferdchendorf – endlich!

Zutaten:

  • Sonnenblume
  • und lustige andere Straßenrandblumen
  • und -gräser
  • stabile Fingernägel

Acht Stunden vorher: Wismar, kluge Entscheidung hierher mit dem Zug zu fahren. Nach vier Tagen Windsurfen und Wandermuskelkater – erster Tag Schultern und Arme, hat mal jemand versucht ein nasses Segel aus den Wellen zu ziehen?; zweiter Tag „Hallo Arme, hallo Rücken“ und blau befleckte Knie; dritter Tag „Jiehaaa, ich stehe…“, aber das Brett ist glatt selbst das Reinkrampfen mit den Zehen ändert das nicht, macht aber schönen Zehenmuskelkater (ja, Zehenmuskelkater!); vierter Tag nach links fahren nach rechts fahren und gleichzeitig ungemein angespannt sein – da wären die 70 Kilometer zwischen Neustadt und Wismar vielleicht etwas arg motiviert gewesen.

Wismar morgens um acht, Hildegard – mein Fahrrad – fit, ich frisch gefrühstückt und motiviert für drei.

Aufs Rad, entlang des Ostseewanderwegs bis zur zweiten verpassten Abfahrt. Ich komme durch einen nahezu einwohnerlosen Ort, an dem die einzig ansprechbare Bewohnerin eine alte Kittelschürzendame mit hysterischem Hund Norden und Süden nicht unterscheiden kann. Fakt meine Ostseewanderweg-orientierte Karte zeigt diesen Ort nicht an. Der Himmel ist grau, dies ist ein Abenteuerurlaub. Ich fahre ein Stück Bundesstraße – B 105 – und meine mich zu erinnern, dass Radfahren auf Bundesstraßen untersagt ist, bin mir aber nicht sicher, niemand hupt. Ich hangle mich von Straßenschild zu Straßenschild: Satow 27km. Satow liegt mittig zwischen Wismar und Rostock, aber weit ab vom Ostseewanderweg, ich biege ab und staune über die Hüglichkeit Mecklenburg-Vorpommerns, Oma wird mir später etwas vom den Güstrower Bergen (oder so) erzählen. Hier ist weniger Verkehr, ich zähle Leitpfosten, die Kette springt ab und mein Lenkradkörbchen dreht sich. 27km später Satow – Regen. Das erste mal wieder Mobilfunkempfang, ich esse einen Pfirsich und eine Banane, mitgebracht aus Wismar von einem überraschend orpulenten Frühstücksbuffet eines von Mutti gebuchten viereckigem Hotels mit einem orangem Einzelbettzimmer, in dem ich vorzüglich geschlafen habe und WLAN inklusive hatte. 10km später immer noch 20 weitere bis Rostock beginnt es zu regnen, die Dörfer stehen hier dichter (Großstadtnähe und so), ich finde Schutz an einer Bushaltestelle. Ich hole die zweite Strickjacke aus meinem Gepäck und funktioniere sie zu einem Schal um. Alle eineinhalb Stunden fährt hier ein Bus nach Rostock, 60 Minuten Wartezeit. Der Regen wird weniger, ich schwinge mich wieder auf Hildegard. Vorletztes Dorf vor Rostock – Regen und zwar richtig, keine Bushaltestelle in Sicht. Auf  dem Gepäckträger klemmt mein Handtuch, mit einer Haarspange funktioniere ich es zu einem wenig adretten Cape um. Nicht schön aber selten. Rostock Südstadt und endlich wieder eine Bushaltestelle…

Der Plan war entspannt und locker bei Sonnenschein in Kleinpferdchendorf bei den Rentnern aufs Gelände zu fahren. Aber der Plan war auch auf dem Ostseewanderweg 65km in sechs Stunden zu fahren um dann in Rostock zu übernachten… Hansesail und nicht ein freies Hotelzimmer. Ich rufe die Rentner an, teile meinen Aufenthaltsort mit, dass ich nach Ende des Regens abwarten muss, gleich den Zug nach Ribnitz-Damgarten nehmen werde und eventuell Opa als Abholservice in Anspruch nehmen möchte, wenn sich die Wetterlage nicht ändert… Die Wetterlage ändert sich und ich kann mein lächerliches Cape wieder auf den Gepäckträger spannen. Ein lustiger rüstiger Senior ebenfalls Radfahrer erklärt mit unter Beihilfe seines Smartphones wie ich denn auf dem schnellsten Weg zum Bahnhof komme. Die Strecke geht bergab ich fahre entspannt und gefühlte 180. Yeah Freiheit, ich fühle mich dem Ziel ganz nah. 5,50Euro kostet die Fahrt nach Ribnitz-Damgarten West Hildegard kostet mich weitere 5Euro. Westwind wäre Rückenwind, heute gibt’s Ostwind satt, meine Oberschenkel brennen, immer am Bodden lag, der pure Starrsinn. Strecken, die man sonst bei einer kleinen Plauderei im Auto zurücklegt, sind gesellschaftsfrei und mit Gegenwind ungleich länger, jetzt wird nicht aufgegeben. Ich schaue eins der aberhundert leerstehenden Häuser an, da kommt man ja sonst nicht zu; pflücke eine kleine Sonnenblume und etwas Dazugrün für Oma und nehme das letzte Stück in Angriff und dann endlich ein wohl bekannter Gartenzaun, das Tor ist offen, ich biege ab, schelle mit der Fahrradklingel und bin endlich angekommen!

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Blumen vom See

Juni 28, 2012

Tief im Inneren bin ich ein Hippiekind, in Gedanken fahre ich auf meinem Rad durch die Welt, lerne surfen in Spanien und springe nackt um den BurningMan.

In echt fahre ich nach der Arbeit mit dem Rad um den See…

Zutaten:

  • Blumen
  • Schere
  • 2 Gläser

Macht aber gar nichts… Nächste Woche kaufe ich mir einen VW-Bulli – vielleicht.

Blumen – von mir für mich

April 30, 2012


Frau Martens hat den gemacht. Frau Martens sieht aus wie ein kleines schrumpeliges Radieschen, nein das stimmt nicht Frau Martens Kopf sieht aus wie ein kleines schrumpeliges Radieschen nur nicht Rot. Der Rest von Frau Martens sieht eher aus wie ein Strohhalm. Frau Martens ist unsere Firmenblumenelfe und bastelt täglich Geburtstagssträuße im Wert von zehn Euro, meist mit Gerbera. Aber Frau Martens macht alles möglich – die Blumendealerin meines Vertrauens sozusagen.

Ob ich heiraten wolle, fragt sie. Als ich ihr das Bild schicke, dass wenn man drauf klickt eine Braut zeigt mit einem Strauß, der so ist wie der im Bild nur eben noch ein ganz bisschen anders. „Nein, dann hätte ich früher und hysterischer angerufen...“

Dieser Strauß ist für mich, weil man mit Blumen immer angelächelt wird, weil keine Gerbera drin sind, weil ich morgen Geburtstag und seit zwei Tagen Besuch habe, weil er zur Einrichtung passt und weil Blumen, die schönste Art von Verschwendung sind.