Archiv für September 2012

München – Impressionen in blau-orange (26.09.2012)

September 27, 2012

ausschlafen – check; sich mit dem kuriosem öffentlichen Münchner Nahverkehrssystem auseinander setzen – check; den richtigen Weg finden – check; sich von einem alten Schulfreund auf ein Schwipp-Schapp einladen lassen – check; sowie auf zwei unglaublich gute Eisbällchen – check; in der Manufaktur dem Erstehen von Backwaren widerstehen – check; im Dallmayr am Lobsterbrunnen einen Handkuss von einem gefühlt 108-Jährigem bekommen – check; in vier Läden fünf Postkarten kaufen, aber keine Briefmarken – check; viele blaue Dinge fotografieren – check; mal wieder in die Asam-Kirche schauen – check; ein lustiges Totenkopfarmband entdecken – check; in einem kultigen Einrichtungsladen eine Stunde in einem schönen Sessel verbringen und Designbücher durchstöbern – check; den Heinweg antreten – check; sich ein bisschen wie eine auf-den-Ehemann-wartende-Hausfrau-fühlen – check; gefühlte Trilliarden roter Paprika verarbeiten und auch sonst Platz im Kühlschrank schaffen – check; sich fragen, ob Yvönnsche Hulk kennt, denn das Reisvorratsglas wirkt zubetoniert – check; Yvönnsches Timing bewundern (direkt zum Ofenklingeln in der Tür stehen, alle Achtung) – check; zweieinhalb amerikanische Krimisendungen anschauen und Paprikaauflauf vernichten – check; Fotos zusammenstellen – check

München – Impressionen in gelb (25.09.2012)

September 27, 2012

Yvönnche freut sich: „Morgen… ab morgen hat München ein ganz besonderes Menschenkind mehr. Freu mich ganz doll. Lieben Gruß.

München – immer wieder München.

Ich habe eine winzige Tasche, mit leichtem Gepäck zu reisen fühlt sich an als wäre das ganze Leben leicht und unbeschwert. Meine winzige Tasche wiegt eine Tonne – wie kann das sein? U-Bahn Barmbek fünf XXL Franzbrötchen, eine weitere Tüte, ich hab zu wenig Arme, Entschluss: Ich kaufe einen Lederschulranzen im Retrostil!

Getränke? Oder noch einen Laptop in der Tasche?“ „Nein und nein alles bereits aussortiert.“ „Dabei sehen Sie so bunt aus.“, okay der Zusammenhang ist an mir vorbei gegangen, ist bunt ein Kompliment oder steht bunt für chaotisch, falls ja, es sind die Haare, die Haare! Eine Käsestulle für 3,50 und dann Boarding. Fliegen, meine niemals endende Faszination fürs Fliegen – das Geholper über die Rollbahn, in den Sitz gedrückt und dann hebt sich dieses Monster aus Metall, Stahl und Technik in die Lüfte, was wiegt ein Flugzeug eigentlich? Durchs Hamburger Waschküchenwetter, ich kann die Alster sehen, angegraute Wolken werden puderzuckerweiß, dann hellblauer Himmel und ich frage mich, wie es sich wohl anfühlt, wenn man durch eine Wolke fällt. Ein O-Saft, eine Cola und eine Landung später – München, Sonne und Yvönnsche.

Wir sind ein eingespieltes Team: Wohnungsführung, Franzbrötchenübergabe, Gastgeschenkentwickeln und ja sie mag es, Grundrisse anschauen, Wochenplanung, Konsumbesuch…

…und ich liebe Konsumbesuche.

München ist in Sachen Konsum nicht das gleiche Land wie Hamburg. Sicher gibt es eine deutschlandweite Produktpalette, aber das ist der unspannende Teil. Es gibt Lokalpatriotismus bis ins hinterste Kühlregal; bei Aldi Süd gibt’s lustiges Schichtdessert und einen Bretzelautomaten, der nach Druck auf einen kleinen blauen Knopf unter leisem Geratter eine Bretzel ausspukt, Knopfdruck verpflichtet zum Kauf steht da, wir brauchen keine Bretzeln – leider, der Knopf ist so reizend; die Fleischpalette ist abstrakt, bei der Hälfte müsste ich in Sachen Zubereitung im Kochbuch nachschlagen. Wir brauchen ewig, könnte an mir liegen. Ein Konsum weiter – Federweißer, juchuuu deutschlandweite Produktpalette Federweißer. Wir kaufen Federweißer, es gibt ihn zu Pfifferlingsflammkuchen, in einer solchen Menge, dass meine Kommunikation mehr und mehr Kichern wird.

Yvönnsch freut sich noch immer.

Ich freu mich auch.

Ach ja! Die Idee Fotos in einer Farbe(palette) zu machen ist aus einem lustigen Reiseführer, dessen Namen ich just vergessen haben. Passt prima zu  mir, die sich immer darüber ärgert, dass die Urlaubsbilder nicht zusammen passen (ach dieser Sortierwahn muss auch mal ein Ende haben). Auf jeden Fall gibts neue Blickwinkel und macht Spaß – euch hoffentlich auch.

Flohmarktfund: Was Yvönsche nicht wusste…

September 26, 2012

Geschenke machen finde ich ja ganz wunderbar. Und vorbereitet sein finde ich auch ganz wunderbar, deswegen habe ich dieses Jahr eine wunderbare, extrem kluge Anschaffung gemacht: eine Geschenkekiste.

Seit Januar befindet sich beispielsweise in besagter Geschenkekiste ein Nikolausgeschenk für meine Mutter, dieses – was es ist kann hier nicht verraten werden, denn besagte Mutter liest gelegentlich mit – war auch der Anstoß für besagte Kiste, die nun sammelt, was schön ist.

Gesammelt wurde, ich denke auf einem Flohmarkt, den ich mit einer hochzeitswahnenden Friesin, welche nach Geschirr für die Hochzeitsdeko (die könnte ich euch eigentlich auch nochmals zeigen) suchte, durchstöberte, dieses ungemein kecke Notizbuch ursprünglich aus einem Museum für Kommunikation stammend. Und Yvönnsche, die eine gewisse Rot-Affinität hat, wird sich hoffentlich wie Bolle freuen! Am 25. geht/ging der Flieger – München ich komme.

Rolo-Torte für Menschen, die nicht wissen, wer oder was eine Kalorie ist

September 24, 2012

„Kalorien sind das nicht die Tiere, die nachts meine Kleidung enger nähen?“

Sollten sich nach Gewichtszunahme sehnen – es gibt ja solche Menschen, oder über den Stoffwechsels eines Spitzensportlers verfügen oder dringend den gewonnenen Mehrraum in Ihrer ausgeleierten Lieblingsjeans ausfüllen wollen: Dies ist Ihre Torte, alle anderen sollten Sie trotzdem probieren und die Kalorien einmal Kalorien sein lassen.

Wie es dazu kam: Schon vor geraumer Zeit sah ich die Torte zusammen mit meiner reizenden schwedischen Kollegin in einem australischen Backblog. Es war um mich geschehen, ich wollte sie in aller Dringlichkeit nach backen und kam genau bis zur Herstellung von Dulche de Leche, da es im Konsum meines Vertrauens keine Rolos gab und anschließend keine Anlässe. Am Mittwoch hatte die reizende schwedische Kollegin nun Geburtstag und felt a little homesick (wir gelegentlich Englisch), so dass keine recht Geburtstagsvorfreude aufkam. Weshalb ich anbot ihr die Torte sozusagen als Anti-Geburtstagsblues-Torte zum Geburtstag zu schenken. Sie lehnte ab, das war Montag zum Feierabend um fünf. Drei Stunden später bekam ich eine SMS, aus der quasi der Vorfreudenspeichel (iiih ist das ein ekliges Wort – macht nichts) lief: „Liebe Kollegin, wenn du wirklich möchtest und es dir nicht zu viel Arbeit macht würde ich mich doch sehr freuen, wenn du diesen fabelhaft sündhaften Rolo-Kuchen backen würdest. Ich kaufte bereits eine Kuchentransportbox und zehn Packungen Rolos.“

Zutaten:

  • 750g Butter
  • 400g dunkle Schokolade
  • 8 Eier
  • 400g Zucker
  • 400g Mehl
  • 1TL Salz
  • zwei Packungen Rolos
  • 200g dunkle Schokolade
  • 200g Vollmilchschokolade
  • 100ml (Konditor)Sahne
  • 125g Frischkäse
  • 25g Butter
  • weitere sechs Packungen Rolos

Zubereitung:

  1. 750g Butter und 400g dunkle Schokolade im Wasserbad schmelzen
  2. nebenbei Eier und Zucker schaumig rühren
  3. Mehl und Salz unterheben
  4. und schließlich das geschmolzene Superkaloriengemisch aus Schokolade und Butter
  5. Masse in zwei Springformen (halb, halb) geben und pro Springform eine Packung Rolos in den Teig drücken
  6. dann bei 150 Grad (nicht Umluft) für 30 bis 35 Minuten  backen, aufpassen dass er sabschig bleibt
  7. etwas auskühlen lassen
  8. Böden aus der Form lösen
  9. den unteren bzw. als unten auserkohrenen Boden auf eine Kuchenplatte legen (geht gut unter zu Hilfenahme eines großen Brettchens), dann ordentlich viel Dulche de Leche darauf verteilen
  10. dann den oberen Boden vorsichtig auf den unteren legen – dank der schlotzigen Dulche de Leche ist Gerade-Ruckeln kein Problem
  11. sich energisch freuen, dass das so gut geklappt hat
  12. restliche Schokolade im Wasserbad schmelzen
  13. Sahne, Frischkäse und Butter unterrühren
  14. sich in Geduld üben, damit die Masse etwas anziehen kann
  15. bei schlotzig-cremiger Streichfestigkeit die Pampe über dem Kuchen verteilen
  16. die restlichen Rolos halbieren und einen Rolo-Berg auf dem Kuchen bauen
  17. dann noch etwas kühl stellen und fertig – die Arbeit lohnt sich

noch zwei-drei Anmerkungen: Mit den oben angegebenen Zutaten habe ich eine große Springform (28cm Durchmesser) gebacken und eine sehr kleine (10cm Durchmesser), da ich für die kleine Form aber nur pro Boden vier EL Teig brauchte, können die Mengen für eine große Torte schlicht beibehalten werden. Die Torte Torte reicht als Hauptnahrungsmittel entspannt für 20 Personen, die danach sagen: „Mir ist schlecht, aber es war sooooooo lecker.“ Und ach ja, reizende schwedische Kolleginnen entzückt sie ganz besonders.

Chicken Wings in Dulche de Leche und allerlei Kräutern

September 21, 2012

In Dulche de Leche kann man vorzüglich einfach so den Löffel reinstiepen, man kann aber auch eine wunderfeine Chickenwingsmarinade machen, nämlich diese hier.

Zutaten:

  • Oregano, Rosmarin, Thymian (zusammen eine große Handvoll)
  • eine Zehe Knoblauch
  • 100g Dulche de Leche
  • 1 TL Chiliflocken
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 5 EL Öl (Oliven)
  • 500g Chicken Wings
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Oregano, Thymian, Oregano sowie Knoblauch klein hacken
  2. Dulche de Leche, Kräuter, Chiliflocken, Paprika edelsüß und Öl vermengen
  3. Masse auf die Chicken Wings verteilen und zwei (bei Geduld auch gern länger) Stunden marinieren – im Kühlschrank zweck de Samonellen und so
  4. bei Bedarf die Chicken Wings etwas von zu viel Marinade (gibt es zu viel Marinade? Ja, alles was von selbst abtropft!) befreien
  5. und endlich wie gewohnt im Ofen knusprig braun werden lassen

Krustenbraten in Tomaten-Aprikosen-Sugo mit grünen Oliven

September 3, 2012

Krustenbraten – bewusst habe ich vor meinem Kopenhagentrip letztes Jahr im August noch nie Krustenbraten gegessen, die Bestellung war auch eher unbewusst, aber ich war hin und weg, von der Kopenhagener Kochkunst in Sachen Krustenbraten und der Kombination, ich erinnere Blumenkohl und eine witzige Zitronencreme und es war schlicht fantastisch. Seitdem habe ich vor mich mal in Sachen Krustenbraten zu versuchen, was bisher stets scheiterte und diesmal auch nur klappte, weil der Mann an der Fleischtheke vor mir welchen bestellte und er im Angebot war und ich sowieso noch keine Fleischvorstellung für meine abgefahrene Tomaten-Zwiebel-Aprikosen-Oliven-Idee hatte…

Zutaten:

  • zwei bis drei Zweige Rosmarin
  • 2 EL Marmelade oder Gelee (bestenfalls Aprikose, ich hab Omas gute Quittenmarmelade genommen)
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Öl
  • 0,5 TL Salz
  • 500g Krustenbraten
  • 4 EL Oliven- oder bestenfalls Kräuteröl
  • zwei rote Zwiebeln
  • zwei weiße Zwiebeln
  • 1 EL Zucker
  • zwei Zehen Knoblauch
  • 250g Aprikosen
  • 80g Tomatenmark mit Würzgemüse
  • 200g gestückelte Tomaten mit Kräutern (genauer gesagt, gab’s tags davor Flammkuchen – wird auch noch gebloggt war nämlich gut! – mit Fertigpizzaboden und da ist ja immer so ein kleines Glas von dieser Tomatentunke dabei – das Glas war’s)
  • drei Zweige Thymian
  • zwei Prisen bzw. nach Bedarf Chiliflocken
  • 75g grüne Oliven (entsteint und eingelegt)
  • 100ml Wasser

Zubereitung:

  1. Ofen auf 150 Grad vorheizen
  2. Rosmarin ordentlich klein hacken…
  3. …und mit Marmelade, Honig, Öl sowie Salz zu einer Marinade verrühren
  4. schöne Rauten in das Schwartenfleisch ritzen
  5. Schwarte ordentlich mit der Marinade beschmieren
  6. – und rein in den Ofen.
  7. Zwiebeln putzen und vierteln, die einzelnen Spalten entblättern
  8. und im Kräuteröl bei mittlerer Hitze zusammen mit 1EL Zucker fünf Minuten glasig bis leicht braun werden lassen
  9. Knoblauch grob hacken
  10. Aprikosen entsteinen und vierteln
  11. Aprikosen und Knoblauch unter die Zwiebeln geben
  12. nicht tot rühren, Geduld für Röstaromen haben, dann Tomatenmark dazu geben und wieder auf etwas Farbe warten (ach ja, schwarz ist keine Farbe)
  13. Chiliflocken, Thymian und Oliven untergeben
  14. abschmecken – Salz und Pfeffer
  15. erst dann 100ml Wasser dazugeben (reduziert im Ofen)

 

  1. so das Bratensingledasein ist nun nach circa 30 Minuten vorbei
  2. da wird jetzt die Kruste noch mal aufgefrischt
  3. und dann kommt auch noch das Tomaten-Aprikosen-Sugo dazu, aber bloß nicht auf die Kruste
  4. nach weiteren 30 Minuten noch mal Marinade nachlegen und den Rest unter das Sugo geben
  5. und noch mal 30 bis 45 Minuten später kann gegessen werden – so, guten Appetit!

Mein Braten durfte die erste halbe Stunde bei 200 Grad schmoren, da die Marmelade durch den enthaltenen Zucker schnell sehr dunkel wird, probiere ich das nächste Mal 50 Grad weniger und dafür eine längere Garzeit (für euch hier im Rezept schon übernommen) aus… Für mich war es aber auch so grandios lecker, sehr zu empfehlen.