Archiv für März 2011

freitägliche Hausbootwünsche

März 29, 2011

Die Wünsche, die ich am Freitagnachmittag gegen fünf hatte waren gering, so gering, dass sie sich in dem schlichten Wunsch „ankommen“ (am besten zu Hause) zusammen fassen ließen.

Das Wetter war nicht schlecht, aber doch war der Himmel in der Art Blauton, den man bekommt, wenn man im Tuschkasten nicht lang genug in der Farbe kreist – ein wässriger Graublauton, ein Keinwetterton.

Passend zum Keinwetter habe ich Keinlaune. Keinlaune ist die Art von Laune, die übrig bleibt, wenn man Wochenendeuphorie von Nachfreitagswehen abzieht und sich dann ich einem grauem Neutrum der Emotionslosigkeit befindet.

Sogar die Spannung, die ich sonst den aufgereihten Hausbooten im Eilbekkanal entgegen bringe ist geringer. So brauche ich 200m um zu realisieren, dass auf dem unbewohnten Hausboot Nummer zwei Publikumsverkehr ist. Publikumsverkehr in Form eines einzelnen Handwerkers.

Ich drehe um – nach nicht mehr als einem Wimpernschlag Zögern – kette das Herkulesrad an und nutze den zögerlichenWimpernschlag um besonders charmant oder zumindest so charmant wie man mit neutraler Laune wirken kann zu nutzen und eine Hausbootbesichtigung heraus zu schlagen.

Der Handwerker ist stolz wie Bolle, Wimpernschläg hätte nicht Not getan.

Dann wird über Pontons gefachsimpelt, Brückenhöhen diskutiert, sowie die Montagebedinungen von Obergeschossen, Nutzfläche von Alibikellerräumen erwogen, Abwassersysteme erklärt, Heizungsräume gezeigt, Versicherungsproblematiken angesprochen – ich bin in der Materie und die Materie ist gut. Hausboote sind gut. Leben aus dem Hausboot ist sicher ebenfalls gut.

Aber dieses ist schon fest vergeben (und vom Grundriss auch etwas verschnitten – meines Erachtens)…

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aufgewachsen = ausgewachsen?

März 27, 2011

Auf dem Weg vom Konsum (Wochenendeinkauf und so) zurück überhole ich zwei circa Acht-Jährige und höre gerade noch wie der eine den anderen informiert: „Du musst wissen, hier bin ich aufgewachsen!

Aha.

Floristik, Belletrisik und Kuchen

März 25, 2011

Als ich jünger war, so oberstufenschulzeitjung und das erste Mal den Begriff Belletristik hörte, war ich fast enttäuscht, dass es nichts mit Blumen zu tun hat. Ich finde Belletristik sollte das Wort sein, dass die Summe aller optinalen Streublumen, die erdnah wachsen, in einem Fachbegriff zusammenfasst. So könnten Ruhrpottomas zu Ruhrpottgören sagen: „Chantalle komm doch mal aus die Belletristik.“ (womit dann klassischerweise das Reihenhausvorhausbeet mit Saatgut aus dem Supermarkt von nebenan gemeint wäre)

Floristik und Kuchen also.

Unlängst (ein schönes Wort, welches auch mal wieder Verwendung finden wollte) wurde ich von meiner Mutter informiert, dass sie sich in einem Kuchendilemma befände, da Abteilungskuchen zu backen sei, was die Frage der Bewerkstelligung aufwürfe. Rezept raussuchen – Kuchen nach Rezept backen – Kuchen mitnehmen ist die einfache Lösung, die jedoch bei einer Abteilungsgröße von circa 70 Personen an der Ofendichte der Mutterwohnung zu scheitern droht. Ofendichte verhält sich zu Wohnung wie 1:1.

In Anbetracht dieser Tatsache und der immensen Backeuphorie meiner Mutter übernehme ich als grandioses backfreudiges Kind einen Teil der Backwarenherstellung und bekomme dafür die belletristische floristische Neugestaltung meines Balkons. Es lebe der Tauschhandel!

45 Minuten Urlaub auf dem Herkulesrad

März 23, 2011

Das rote Herkulesrad steht ungeduldig auf dem Hinterhof der Firma und wartet in der Sonne darauf, dass wir nach Hause fahren. Nicht weil es zu Hause besonders schön ist, jedenfalls nicht besonders schöner als sonst, sondern weil wir wieder gemeinsam fahren und weil die Strecke schlicht grandios ist.

Sicher der erste Teil – wenn die Sonne es noch nicht ganz über die ersten Häuser am Horizont geschafft hat – zieht sich etwas durch die roten Klinkerbauten, aber pünktlich, wenn wir beim Friedrichsberg Richtung Eilbekkanal abbiegen ist sie dann da und wir düsen in friedlicher Koexistenz durchs Grün. Das machen wir nahezu allein… Denn während wir auf dem Rückweg um die Eis essenden Kinder an der einzigen Außenalstereisdiele, die Kaffee schlürfenden Mutterschutzbefindlichen, die Frischluft fanatischen Senioren und die nach-der-Arbeit-noch-mal-eben-schnell-Laufer Slalom fahren, sind wir auf dem Hinweg fast unter uns.

Wir hetzten uns nicht, aus dem frisch gekauften Lenkerkörbchen dudelt leise Begleitmusik und es ist fast wie Urlaub zu empfinden – morgens zwischen fünf vor und vierzig nach sieben.

anhaltendes Glücksgefühl

März 15, 2011

Mein sonst so sarkastisches Gesicht ist fast überfordert mit dem andauernden Euphoriegegrinse, das auf den ein oder anderen Betrachter sicher naiv-dümmlich wirkt.

Aber scheiß auf Außenwirkung. Das Leben ist schön und ebenso wie der euphorische Zustand, das anhaltende Glücksgefühl, welches sich mit einem mittelgroßen Quäntchen Müdigkeit (die Anzahl toller Ereignisse lässt sich nur durch die Minimirung des Schlafpensums bewerkstelligen) und einem bisschen Urlaubshysterie mischt, zerbrechlich. Aber so lange es heil ist, wirkt es auf den Besitzer – im vorliegenden Beispiel also mich – als hätte es die Zerbrechlichkeit von Panzerglas. Also scheiß auf Zerbrechlichkeit, juchhuuu Panzerglas, das Leben ist schön…

Positive Nachrichten treten im Rudel auf und es fühlt sich gepaart mit Sonne, Frühling und Urlaub an wie Verliebtsein ohne Körperkontakt. Daher scheiß auf Körperkontakt, das Leben ist schön.

Lottogewinn

März 12, 2011

Tage wie Lottogewinne, heute ist einer!