Archive for the ‘Stöckchen’ category

101mal Dinge, nach denen niemand gefragt hat

August 6, 2010
  • 1. in meinem Badezimmer sind immer mindestens zwei Zahnbürsten in Benutzung
  • 2. die elektrische nicht eingeschlossen
  • 3. ich mag das immergleiche Zahnbürstengefühl nicht, daher mein Hang zum Wechseln
  • 4. ich habe keine Furcht vom Zahnarzt
  • 5. wohl aber gesunden Respekt
  • 6. und so ein Gefühl, wie wenn die Polizei neben einem fährt, so ein Hab-ich-was-angestellt-Gefühl
  • 7. das ich keine Angst vorm Zahnarzt habe, verberge ich gut
  • 8. insbesondere vor meinem Zahnarzt
  • 9. dieses Jahr war ich schon zwei Mal beim Zahnarzt
  • 10. beide Male war alles gut – tataaaaa-Gefühl
  • 11. bis ich halb fünf war, war ich schwarz-weiß
  • 12. Kinderfotos können das beweisen
  • 13. auf circa neunzig Prozent meiner Kinderfotos bin ich nackig
  • 14. das liegt daran, dass ich große Strecken meiner Aufwachszeit am FKK-Strand verbracht habe
  • 15. auf allen anderen Fotos ist Feiertag und ich esse
  • 16. ich liebe Feiertag
  • 17. sogar Ostern, dessen Sinn mir nie nahe sein wird
  • 18. zu Ostern und zum Nikolaus gibt es innerfamiliär Strümpfe und Schlüpfer
  • 19. Opa findet das Wort Schlüpfer nicht besonders charmant
  • 20. insbesondere dann nicht, wenn ich es „Schlüppaaaaah“ ausspreche
  • 21. gegen Strümpfe ist nichts einzuwenden
  • 22. auch wenn ich Nylonstrümpfen – wenn sie nicht bis zur Mitte des Oberschenkels reichen – nichts abgewinnen kann
  • 23. bunte Strümpfe hingegen sind toll
  • 24. auch an Fußballerwaden
  • 25. denn die habe ich in dem Ausmaß, dass ein jeder Mittelfeldspieler neidisch wäre
  • 26. es gab sie von Mutti
  • 27. obwohl die ihre eigenen behalten hat
  • 28. ich schätze, dass ist genetisch
  • 29. das etwas genetisch ist, ist meine Standartausrede
  • 30. insbesondere wenn es um Garstigkeit geht
  • 31. sollte Garstigkeit mal olympisch werden, werde ich Spitzensportler
  • 32. meine aktuelle Lieblingscharmingbeleidigung lautet: „Ach, du bist also auch so ein Lebenslegastheniker.
  • 33. Schön nicht?
  • 34. Und so subtil!
  • 35. mein Internetlexikakonsum hat sich durch mein Bloggen stark erhöht
  • 36. auch bei gewissen Schreibweisen bin ich darauf angewiesen
  • 37. beispielsweise kann ich Portemonnaie auf so viele verschiedene Arten falsch schreiben, dass mir Word und seine Rechtschreibprüfung wahrscheinlich auslachen und vielleicht auch deshalb kein richtiges Ergebnis ausspucken
  • 38. ich rede wie ich schreibe
  • 39. zumindest fast
  • 40. auf jeden Fall aber viel
  • 41. ich kann nicht besonders gut zuhören
  • 42. und die meisten meiner Ratschläge beginnen mich „Also, als ich ein ähnliches Problem hatte…
  • 43. nicht immer ist das ähnliche Problem wirklich ähnlich, was mir aber zu spät auffällt
  • 44. wie auch immer eine fürchterliche Angewohnheit
  • 45. ich arbeite dran
  • 46. zumindest wenn ich dran denke
  • 47. ich habe die Erfahrung gemacht: Denken hilft nicht immer
  • 48. ich mag die Haut auf Schokoladenpudding
  • 49. die auf Milch aber nicht
  • 50. von richtiggehendem Ekel kann man aber auch da nicht sprechen
  • 51. mir wird nachgesagt, dass ich nicht gerne küsse
  • 52. aber ich küsse gerne
  • 53. sehr gerne
  • 54. aber es muss passen
  • 55. und das macht es schwierig
  • 56. das und siebenhundertfünfundzwanzig andere Sachen
  • 57. ich kenne jemanden, der küsst wie ein Helikopter
  • 58. nach zwei Gin habe ich ihm das auch mal mitgeteilt
  • 59. zur Verdeutlichung machte ich folgendes Geräusch: Lödellödellödel!
  • 60. ich hätte gerne einen anständigen Unterschriftenkringel
  • 61. habe ich aber nicht
  • 62. stattdessen (und das ist auch nicht übel) habe ich eine gerade kugelige Schrift, die sehr klein ist und massenhaft Informationen auf Miniklebezettel bekommt, und eine Sonntagsschreibschrift für besondere Anlässe
  • 63. jede Grundschullehrerin wäre neidisch (schon die zweite neidvolle Berufsgruppe, das häuft sich)
  • 64. Lehrerin wäre Option 2 in Sachen Berufswahl gewesen, aber nicht für Grundschüler
  • 65. vielleicht auch die bessere
  • 66. ich mag den Satz „Was kostet die Welt an verregneten Sonntagen?“, konnte ihn aber noch nirgens sinnvoll verwenden, in schöner Sonntagsschreibschrift sieht er besonders schön aus
  • 67. ich bin nicht sonderlich fotogen
  • 68. und ich finde diese Menschen, die auf Fotos immer genau wissen wie sie zu gucken haben um strahlend glücklich und berauschend schön auszusehen schon ein bisschen beneidenswert
  • 69. besonders unfotogen bin ich, wenn ich weiß, dass ich fotografiert werde
  • 70. es gibt genau einen Menschen, der es geschafft hat, mich wissentlich zu fotografieren und dabei Fotos zu schaffen, auf denen ich aussehe so wie ich gerne aussähe (kann irgendwer folgen?)
  • 71. Wiederholung wäre toll
  • 72. ebenfalls toll wäre, wenn Belletristik etwas mit Blumen zu tun haben würde
  • 73. dann könnte man in einem schönen Garten wandelnd sagen: „Was schöne Belletristik.
  • 74. einige Menschen denken, ich konsumiere regelmäßig Drogen
  • 75. Freunde sagen, ich sei naturell verstrahlt
  • 76. ich weiß nicht warum
  • 77. wohl aber das ersteres falsch ist
  • 78. noch nicht mal ein bisschen
  • 79. ich bin mir sicher Oma jubelt gerade (anbei: „Hallo Oma, falls du hier gerade liest und liebe Grüße nach Kleinpferdchendorf.“)
  • 80. Mit meiner Oma verbinde ich den Geruch von Kamill-Handcreme und den Geruch von Knöpfen, die lange in Dosen gelagert wurden
  • 81. juhuuu Knöpfe (ich mag Knöpfe)
  • 82. erstaunlich, aber wahr: Pinguine sind nicht meine Lieblingstiere
  • 83. gerne mag ich Igel
  • 84. und Elefanten
  • 85. ich nenne sie Ilifanten und weiß, dass das kindisch ist
  • 86. irgendwo las ich mal, dass man drei Tiere aufschreiben soll, ich schrieb: „1.Elefant, 2.Igel, 3.Panther.“
  • 87. in der Erklärung stand: 1. so sind sie, 2. so sind sie in zwischenmenschlichen Beziehungen, 3. so wären sie gerne…
  • 88. darauf hin änderte ich die Reihenfolge
  • 89. ich denke immer, ich sei leicht zu beschenken
  • 90. viele andere denken das nicht und so werde ich regelmäßig gefragt, was ich mir denn wünsche
  • 91. darauf antworte ich: „Einen Ilifanten!
  • 92. zum Glück werde ich ignoriert, denn die Vorstellung, dass sich in meiner Wohnung Plüsch-, Keramik- und andere Elefanten stapeln würden, erregt in mir Grauen
  • 93. leider werde ich ignoriert, denn einst bekam ich einen Lederelefanten und so sehr ich mir doch noch mehr Elefanten wünsche wird doch keine Herde draus
  • 94. ansonsten unterliege ich kaum den Herdenzwang
  • 95. wenn hunderte Menschen beispielsweise eine rote Ampel passieren, bleibe ich stehen
  • 96. das hat nicht zwingend was mit vorbildlichem Verkehrsteilnehmerdasein zu tun, sondern mehr damit, dass ich nicht einer von vielen sein mag
  • 97. am liebsten sind mir Ampelmännchen mit Hut, denn auch Alltagsgegenstände haben einen Anspruch niedlich zu sein
  • 98. ich wäre gerne zum Zerspringen glücklich verliebt
  • 99. aber ich bin skeptisch
  • 100. ob mir zum Zerspringen glücklich überhaupt liegt (!?)
  • 101. und zu guter Letzt frage ich mich noch was der Leser, insbesondere der mich nicht kennende Leser denkt, was ich sehe wenn ich in den Spiegel schau

101mal Privatsache

Juli 20, 2010
  • 1. auf meinem rechten Oberarm befinden sich zwei Pigmentstörungen in so braun, wie ich gerne wäre
  • 2. die sehen aus wie Inselchen
  • 3. irgendwann sagte meine Mutter mal zu mir, wenn ich eine Insel fände, die so aussähe, dürfe ich sie behalten
  • 4. darauf hoffe ich heute noch
  • 5. des Weiteren bin ich ein Bleichgesicht
  • 6. ich kann sturem Sonnenbaden nichts abgewinnen
  • 7. es sei denn ich bin an der Ostsee
  • 8. ich liebe Wind
  • 9. und ich habe keine Frisur, die sich daran stören würde
  • 10.  Thema Haare, ich liebe, liebe, liebe meine Haare
  • 11.  und sollte sie öfter offen tragen
  • 12.  und ich liebe den Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee
  • 13.  trinke aber keinen
  • 14.  auch keinen Früchtetee und nur selten Heißgetränke
  • 15.  dafür reagiert mein Körper auf Koffein und Kohlensäure wie Normalmenschenkörper auf Wodka
  • 16.  hört daher öfter „gebt ihr keine Cola, KEINE COLA
  • 17.  war noch nie betrunken bis zum Spucken
  • 18.  und findet die Vorstellung auch nicht besonders reizvoll
  • 19.  ich kann alle in meiner Wohnung befindlichen Möbel selbst auf und abbauen
  • 20.  das liegt daran, dass ich schon 22 mal umgezogen bin
  • 21.  dementsprechend hab ich wenig Schickedöhns
  • 22.  aber ich arbeite dran
  • 23.  zu den Dingen, von denen ich mich schwer trennen kann gehören Briefe
  • 24.  ich habe viele Briefe und Postkarten
  • 25.  und ärgere mich, dass ich so viele tolle E-Mails nicht ausgedruckt habe
  • 26.  ich kann mich gut ärgern
  • 27.  vor allem über mich selbst
  • 28.  achteinhalb Jahre war ich auf einem Internat in Mittelhessen
  • 29.  freiwillig
  • 30.  und es war eine grandiose Zeit
  • 31.  nach zwei Schnaps Cola beginnen die Hälfte aller Geschichten mit „damals im Internat
  • 32.  „damals im Internat“ ist eine Internatskinderkrankheit
  • 33.  auch sonst erzähle ich gerne Geschichten
  • 34.  manchmal sogar geschichtliche
  • 35.  ich hatte Geschichtsleistungskurs
  • 36.  habe fast jede Geschichtsdokumentation schon zweimal gesehen
  • 37.  und ich finde es schlimm, dass unheimlich viele Leute die Statue, die im St.-Pauli-Park steht, für Störtebecker halten
  • 38.  BISMARCK, es ist Bismarck (aber das nur so anbei)
  • 39.  ich mag Gerüche
  • 40.  außer den von Fenchel
  • 41.  das liegt aber am Fenchel, denn Fenchel mag ich nicht
  • 42.  und ich frage mich, wie ich meine Kinder groß kriegen soll, wenn ich ihnen noch nicht mal Fencheltee einverleiben kann
  • 43.  für meine Kinder habe ich noch keine Namen
  • 44.  welche mit Bindestrich sind aber ausgeschlossen und Vanessa auch
  • 45.  mein Hund hingegen hieße Herr Montag
  • 46.  wenn es ein Weibchen wäre auch, mit Vornamen Herr und nachnamentlich Montag
  • 47.  Herr Montag wäre ein Mops
  • 48.  was unwahr ist, denn Herr Montag wäre eine französische Bulldogge,
  • 49.  die heißen bei mir bloß Mops
  • 50.  meine Mehrzahl für Mops ist Mopshunde
  • 51.  meine Lieblingsmehrzahl für Status ist Stati, ebenso ist es mit Globi (von Globus)
  • 52.  ich habe einen Hang zu langen komplizierten Sätzen und seltsamen Worten
  • 53.  ich mag es anders zu klingen
  • 54.  (Themensprung) Konrad war mein Babysittkind
  • 55.  und Konrad und ich gingen stets zum Konsum und kauften ein Brötchen, wenn wir nichts zu tun hatten
  • 56.  als Konrad erfuhr, dass der Konsum eigentlich der Pennymarkt war, war er zutiefst erstürzt (wer nicht)
  • 57.  aber das hat ihn nicht dran gehindert weiterhin mit mir im Konsum Brötchen kaufen zu gehen
  • 58.  demnächst sollten in meinem Freundeskreis viele Babys geboren werden
  • 59.  ich wäre eine tolle Tante,
  • 60.  weil ich meist Seifenblasen in der Handtasche habe
  • 61.  und vor allem weil jedes Kind eine verstrahlte Tante braucht um einen richtigen Blick aufs Normalsein zu erhaschen,
  • 62.  außerdem mag ich Kinderfüße
  • 63.  und wie Kinder riechen
  • 64.  am treffensten ist die Beschreibung aus das Parfüm, das Kinder wie Karamell riechen
  • 65.  ich liebe Karamell(soße)
  • 66.  und ich weiß dass der Kinderkramellgeruch ein Trick der Natur ist ebenso wie die großen Augen
  • 67.  meine Augen sind graublau
  • 68.  und ich habe keine Schlupflider
  • 69.  das sagte die Drogerieverkäuferin neulich und ich freute mich sehr
  • 70.  ansonsten mag ich keine Drogerien,
  • 71.  weil es dort immer so überpafümiert ist
  • 72.  und die Verkäuferinnen einen mit dem Gesichtsausdruck „Du glaubst doch nicht, dass du hier so rein kommst…“ ansehen
  • Unterpunkt 72a. lernen die diesen Blick in der Ausbildung?
  • 73.  wenn ich reich wäre, ist einer meiner begehrten Satzanfänge, wenn ich gerade nichts anderes zu denken habe
  • 74.  meist habe ich das aber
  • 75.  aber wenn ich reich wäre, würde ich mir alle meine Kleidungsstücke anfertigen lassen, nach meinem eigenen Design
  • 76.  in meinen drei Jahren mit Konrad studierte ich Modedesign
  • 77.  um das heute zu beschreiben sage ich „in einem anderen Leben war ich mal Modedesignerin
  • 78.  und das stimmt, denn es stand in meinem ersten Arbeitsvertrag so drin
  • 79.  auch wenn das wohl übertrieben ist
  • 80.  hauptsächlich habe ich in dieser Zeit gebügelt, Etiketten gedruckt, Schnitte gemacht und einen mehr oder minder guten Eindruck
  • 81.  so hatte ich mir das nicht vorgestellt
  • 82.  wenn ich eine Zeitmaschine hätte würde ich einiges anders machen
  • Unterpunkt 82. a) und ich kann Leute, die rückblickend sagen, sie hätten nichts anders gemacht, nicht ausstehen
  • 83.  obwohl ich nicht unglücklich bin
  • 84.  ich habe nur manchmal den Eindruck, ich spiele Partypoker mit meinem Talent
  • 85.  und verliere dabei meine Kreativität
  • 86.  Kreativitätsverlust meine wohl größte Angst
  • 87.  ansonsten wäre ich gerne mutiger
  • 88.  nicht in Mutprobendingen
  • 89.  denn in Sachen Mutproben bin ich zum Beispiel schon Bungee gejumpt an der Elbe und zwar mit Kopfeintauchen
  • 90.  das war letzten Sommer
  • 91.  „und nun zum Wetter“ ist eine tolle Überleitung, wenn man unauffällig das Gesprächsthema wechseln will
  • 92.  …und nun zum Wetter: Ich mag Sommerwetter, aber lieber ist mir Jäckchenwetter.
  • 93.  Jäckchenwetter ist das Wetter, wenn man noch ein kleines Jäckchen überziehen kann (ein Strickjäckchen beispielsweise)
  • 94.  Jäckchenwetter ist eines der Worte, die gerne von meinem Freundeskreis ausgeliehen werden
  • 95.  ich möchte mir gerne ein Jäckchen nähen aus der Bettdecke meiner Uroma
  • 96.  die ist dunkelgrün mit beigen Blümchen
  • 97.  meine Uroma hieß Hertha, ihr Nachname begann ebenfalls mit H
  • 98.  die Geburtsinitialen meiner Mutter sind DD
  • 99.  auch ich bin eine geborene D (im Nachnamen)
  • 100. und vielleicht hätte ich den gerne zurück
  • 101. denn von den Ds gibt es nur vier Familien in Deutschland

Wie ein Stöckchen zu empfinden, gesehen und stibitzt beim Suppenblau.

Stöckchen…

Februar 4, 2010

Nicht gefunden und nicht geworfen… Aber wer sich angesprochen fühlt, darf gern zugreifen. Ich würde mich freuen!

Wie nah sind Sie dem Mensch, der sie sein möchten? 

Die Pläne, die ich für mein Leben gemacht habe, die Mode, den Beruf, die Kunst und die Liebe betreffend, sind nicht eingetroffen. Aber innerlich im Sinne von Werten, Denk- und Handlungsweisen sitzt der Mensch, der ich sein möchte, neben mir auf dem Sofa. Ganz schön dicht dran also.  

Erinnern Sie sich an Ihre Kindheitswünsche?

Nicht gut.

Und welche waren es in Ihrer Jugend?

Ich wollte autag sein – unabhängig.

Ich konnte mir alles vorstellen, nur wollte ich kein gewöhnlicher Mensch sein. Ich wollte etwas leisten, was wohl als schick gilt und kreativ. Mode, Journalismus, Eventmarketing, Werbeische – nach der Devise: Interessant und wichtig.

Sind Sie einen anderen Weg gegangen?

Ja! Nach dreieinhalb Jahren Modedesignstudium, was ein wirklich teures Vergnügen war und eineinhalb Jahren Anstellung als Modedesignerin, habe ich den Modehauptweg verlassen und befinde mich nun im Nirvana der Möglichkeiten mit gefühltem Zeitdruck im Nacken.

Was macht das mit Ihnen?

Ein bisschen verloren steh ich da im Nirvana der Möglichkeiten und jedes mal wieder, wenn die Frage kommt: „Was machst du eigentlich?“, kommt dieses Gefühl der Nacktheit und Bloßstellung, auch wenn es mit jedem Mal ein nanobisschen weniger schlimm ist.

Ich dachte eben, die Mode und ich das wäre für immer.

Haben Sie einen geheimen Wunsch oder Traum?

Jajaja… Viele und einen in Bearbeitung.

Müssen Sie dafür etwas leisten, es kaufen oder erfüllt er/es sich von allein?

Es ist ein Arbeitstraum, er ist mit viel Leistung verbunden, Unmengen Arbeit, massig Organisation und Durchhaltevermögen. Also, Daumendrücken!

Kristallkugelblick ins 2010

Januar 1, 2010

Nachdem Jahresrückblicke irgendwie etwas traurig machen (mich zumindest, dieses Jahr zumindest), Jahresvorblicke aber glücklich, euphorisch und vorfreudig, schnappe ich mir das Wie-ein-Stöckchen-zu-empfinden von Frau Quadratmeter, Frau Phänomenin und Frau Puppe

…und wage den Blick in die Kristallkugel für ZwanzigZehn:

Gesundheit

Frau von Lott, Anfang des Jahres sind Ihre Energiereserven aufgebraucht, sie sind abgeschlafft und unfit. Gönnen Sie sich etwas Ruhe, schlafen Sie mehr, laden Sie Ihre Batterien auf und mit ein bisschen Obst und Gemüse überstehen Sie auch den Restwinter wehwehchenfrei. Im Frühjahr und Sommer sind Sie unanfällig wie immer (krankheitstechnisch zumindest), aber im Herbst sollten Sie nicht immer Ihr Jäckchen vergessen und sich im beginnenden Winter bzw. Dezember nicht zu viel stressen… Ansonsten alles gut!

Liebe

Zu allererst, Sie glauben noch an sie. Und im Ernst, die Liebe glaubt auch noch an sie. Es wird ein turbulentes Jahr, Sie werden kämpfen, leiden, im Chaos untergehen, strahlen, lachen, sich wundern, kirre werden, aber vor allem Sie werden sie finden – die Liebe. Ob wieder oder neu, vermag ich nicht zu sagen.

Geld

Plus minus null… Eventuell plus, wenn Sie es schaffen ihr Haushaltsbuch zu führen.

Job

Cumuluswolken durchfliegen die Kristallkugel, Frau Lott. Wissen Sie, was Sie wollen oder sind Sie gefangen im Reich der Möglichkeiten? Ein bisschen verloren scheinen Sie im Moment, aber das kriegen Sie schon hin (ich empfehle Ihnen das Buch: „Karriere in 30Tagen“)…

Körper

Vorhanden! Ein weiteres Jahr nach dem Motto „Kalorien, sind das nicht die kleinen Tierchen, die im Kleiderschrank wohnend, nachts die Röcke enger nähen?“ steht Ihnen bevor… Aber Ihr Problem ist auch weiterhin nicht, dass Sie eine Leidenschaft fürs Kochen und tolle Lebensmittel hegen, sondern auch weiterhin der Frustfraß, das Langeweileessen und das Stressfood. Betreffend des Essens, aber insbesondere generell ist zu sagen: „Schätzen Sie sich selbst, Frau Lott, und gönnen Sie sich, was Ihnen gut tut und lassen Sie, was Ihnen nicht gut tut. Sie sind es wert!

Sport

Beschwörungsmodus von Frau Quadratmeter stibitz…

Reisen

Im Januar ist ein Kurztrip zu sehen, recht deutlich am zweiten Wochenende im Kreise vieler alter, bekannter Gesichter und ein-zwei Glas Schlammbowle könnten Ihnen dort auch begegnen. Im ersten Drittel des Jahres steht ein weiterer Kurztrip an, der arbeitseifrig enden wird, denn Sie sind als feste Umzugshilfe eingeplant. Ansonsten sollten Sie eine Mädelsstädtereise planen, vielleicht mal etwas rechtzeitiger als sonst und vielleicht auch mal ein paar Tage länger als die üblichen drei, vergessen Sie nicht dies Anfang des Jahres mit Jammi zu erörtern. Vielleicht erwägen Sie für den Sommer ein verlängertes Wochenende an der See bei den Rentnern.

Des Weiteren: Seien Sie offen gegenüber Spontaneinladungen vom/mit/zu Freunden, verschwommen sehe ich eine Einladung nach New York, wohl scherzhaft gemeint, aber wer weiß, wie viel Wahrheit in Scherzen zu finden ist.

Allgemein

Rocken Sie das Haus!

familiäres Weihnachtsessen oder was ist los mit den Traditionen

Dezember 30, 2009

Chinomso fragte und ich nehme ihr erstes Schreibstöckchen als mein erstes Antwortstöckchen und jetzt gehts los…

Was gibt es bei euch an Weihnachten zu essen?

Normalerweise gibt es bei uns Heiligabend Raclette, weil das Kind sich das wünscht. Das Kind bin ich, das nur anbei. Mit dieser Tradition wurde dieses Jahr aber gebrochen, meine Mutter riss das Fest an sich (was eine adrett-garstige Formulierung) und bestimmte „kein Raclette“, die Rentner stimmten zu und so waren wir mit Raclettelosigkeit gestraft, wurden aber mit einem Überraschungs Drei-Gang-Menü in Form von Feldsalat mit Himbeer-Balsamico-Essig sowie geratenem Ziegenkäse im Speckmantel, anschließend Aprikosen-Hänhchenpfanne mit buntem Wildreis und abschließend Waldbeeren mit Sahne und Baiser entlohnt. Des Weiteren ungewohnt meine Mutter und ich zusammen in der Küche beim Vorbereiten, Abschmecken und Servieren.

Am 1.Weihnachtstag gibt es üblicherweise Brunch und das dann außer Haus… Aber im Sinne der Traditionsbrechung und des Weihnachtsessenansichreißens, habe ich dieses Essen annektiert und zum Mittagessen um eins geladen. Dank dem eifrigen Yvönnschen, das sich noch in der heiligen Nacht der undankbaren Aufgabe des Rosenkohlentblätterns widmete – dabei wurde übrigens eine neue Geschwindigkeitsmessung erfunden rkh alias Rosenköhler (ihre favourisierte Pluralform von Rosenkohl) pro Stunde, Yvönnsche schaffte es circa auf 35rkh, aber das nur anbei – konnte am nächsten Tag gut vorbereitet und pünktlich mit diesem orientalisch angehauchten Weihnachtsessen aufgetrumpft werden: Apfel-Karotten-Suppe mit Curry und Kokosnussschaum, als Zwischengericht thailändischer Rosenkohlsalat mit Nüssen an (oh, „an“ klingt in Menüfolgen immer herrlich abgedroschen) karamelisiertem Ziegenkäse, Entenbrust mit Pflaumenthymiansoße samt Granatapfelcouscous sowie indisch angemachtem Spinat und Mangochutney als Hauptattraktion, abschließend auf der Speisekarte leicht übersüßtes Stollenparfait (Süße des Stollens definitiv unterschätzt) mit Orangensalat und ein Lebkuchensoufflet wahlweise mit Eierlikör…

Der 2. Weihnachtstag verstreicht in unserer Kleinfamilie immer recht ereignislos und so befassten Yvönnsche und ich uns mit der Restevernichtung, sowie unserer Kiezkonsumshoppingtour!

Gibt es bei euch Traditionen, die von Generation zu Generation weiter gegeben werden?

Tradition ist wohl ein bisschen Familie und Heimat, das wir überall hin mitnehmen und so gibt es auch bei uns – vielleicht nicht so viele (sehr kleine Familie, daher nur kleine Traditionen) aber doch – einige Traditionen und von der des Geschenkeauswickelns will ich berichten: 

Es hat ja inzwischen an Normalität verloren, aber bei uns ist das Geschenke verschenken noch ganz groß in Mode. Was daran liegen mag, dass wir alle gerne Verschenken, uns auch meist was einfällt und ein paar Wünsche auch immer vorhanden sind. Alle Geschenke, vom Strumpfpaar über getrocknete Apfelringe werden schön verpackt mit verschiedenem Geschenkpapier und farblich passendem Schleifenband – zumeist meist personenbezogen, soll heißen ein jeder Beschenkte hat beispielsweise eine Schleifenfarbe oder ein spezielles Papier, so dass man beim Auswickeln alles gut unterscheiden kann und keiner was Falsches entpackt. So personenbezogen wie die Verpackung schichtet meine Mutter kleine Geschenkehäufchen. 

Wenns dann ans Auspacken geht beginnt Opa, nicht ohne dass meine Oma vorher erwähnt „Eigentlich fangen ja immer die Kleinsten an…“, gemeint ist das Kind – also ich, welche das geflissendlich ignoriert und seit Jahren auf eigenen Wunsch immer die letzte Entpackerin ist. Geschenkpapier wird gewöhnlich nicht zerrissen und Geschenkbänder zur Seite gelegt (ja, wird sind eine Geschenkbandaufbügelfamilie) und landen ebenso wie schicke Geschenkanhänger in einer extra bereitgestellten Tüte mit Weihnachtsmotiv. Neben dem Sofa steht eine Kiste für unbrauchbares Papier, da meine Ma umherfliegende Papierreste kirre machen würden und das können wir Weihnachten gar nicht gebrauchen. Des Weiteren gibt es seit zwei-drei Jahren betreffend der Geschenke einen adoptierten Neubrauch der Familie Bärchenstreich (Frau Bärchenstreich gloreiches Verbalgenie und eine Studienfreundin von mir, mit der ich so manche Nacht durchzeichnet (nein, da steht nicht durchzecht!!) habe): Jedes Geschenk wird begutachtet, vorsichtig geschüttelt und dann folgt unabhängig von Größe, Form und Gewicht der Ausspruch „…ich glaub es ist ne CD… bestimmt ne Langspielplatte!“, was allgemein zu viel Heiterkeit führt.

Zwischendrin fällt Oma dann noch ein, dass eigentlich keiner Geschenke kriegen sollte, denn keiner hat gesungen und stimmt meist die erste Strophe von „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ an, nicht ohne nach maximal drei Zeilen glücklicherweise wieder aufzuhören. Wir haben viele Talente, musikalische gehören leider nicht dazu!