Archiv für Januar 2014

„fuck“-Fotos

Januar 27, 2014

Wenn ich Johannes Fucke hieße und Fotograf wäre, hätte ich eine Internetseite, die Fuckphoto.irgendwas hieße. Nun bin ich kein Fotograf und heiße nicht Johannes Fucke. Johannes‘ Internetseite findet man unter: http://www.johannesfucke.com/

Die frisch geschossenen Fotos von mir gibt’s hier zu sehen.

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Definitiv keine fuck Fotos, würde ich sagen.

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Hamburger Knisterkälte

Januar 26, 2014

Bis zur Tür des Roschs ist uns warm, warmgetanzt – drei Stunden schön abgehottet. Vor der Tür steht Eddi in etwas, was wohl als Türsteher-Exkimoalternativanzug zu deuten ist, und vor der Tür ist Winter.

Es liegt kein Schnee, der Himmel ist sternenklar (vermute ich, denn durch die Kiezbeleuchtung ist das eher eine Ahnung als eine Gewissheit), den Hamburger Winter macht der Hamburger Winterwind aus. Und der Hamburger Winterwind ist ein Biest. Ich hake Timo unter oder er mich, wir lachen über das Gedicht mit den drei dicken Winter-Spatzen und weil jeder der mittlere sein will, Wetter ist eine Sache, die man nicht ändern kann, unsere Zähne werden kalt. Wir wechseln zu Schmunzeln (der Zähne wegen). Es sind nur 300m Fußweg bis zur Bahn. Durch meine Thermoleggings kriege ich Eisbeine, Gegenwind, ich wünsche mir eine Sturmhaube, aber es herrscht ja Vermummungsverbot, da sind die auf St. Pauli besonders streng.

In der U-Bahn treffen wir zwei Zugezogene, sprechen über Moin, „da nicht für“, den Hamburger Winter und machen Werbung für diese wundervolle Stadt mit dem grausamen Winterwind.

Lübecker Straße muss Timo raus, die Zugezogenen Hamburger Straße; längst habe ich beschlossen ein Taxi für den Restweg von der Bahn nach Hause zu nehmen. Aber es ist keins da. Sch*** aufs Vermummungsgesetzt, ich stell den Kragen hoch und wickle meinen Schal möglichst luftdicht um Hals und Gesicht. 20 Minuten Fußweg. Ich summe. Wetter ist eine Sache, die man nicht ändern kann.

Bei der Treppenhausbewältigung fühlen sich meine Oberschenkel wie Glas an. Knisterkälte. Geschafft! Vier Uhr, ich dusche die Kälte weg. Ich dusche so lange, bis ich aussehe wie eine Rosine, die letzte Tagesüberwindung: Die Dusche zu verlassen. Irgendwie klappt das auch, einen Handtuchturban tragend klettere ich in meine Kissenberge und werde Sonntag Mittag von strahlender Wintersonne geweckt – toller Tag.

verspätete Freitagsmusik und Dopamin verschwenden

Januar 25, 2014

Julia Engelmann (das ist die vom vorletzten Blogeintrag) scheint die Stimme unserer Generation zu sein. Viel gebloggt, geliked, geteil, gefacebooked… Ich bin– wie scheinbar der Rest meiner Generation – nun erfüllt von der Idee Dopamin zu verschwenden, die Zeit zu nutzen, viel zu erleben, viel zu sehen und um mit 80 eine Ansammlung von Erlebtem sein zu können.

Ist es nicht toll, in einer Welt zu leben, in der alles möglich ist. Ich weiß vor das „alles möglich“ gehört ein fast, aber das ruiniert den Satz.

Zu „turning butter into dimands“, turne ich putzend durch die Wohnung und freue mich, überlege, dass Butter sehr oft besser als Diamanten ist (auf Brot zum Beispiel) und denke darüber nach welche Geschichten ich in 50 Jahren gerne erzählen möchte und welche davon ich schon erlebt habe.

So jetzt muss ich los, Dopamin verschwenden…

die Parkgarage des Mundsburgcenters…

Januar 23, 2014

…ist ein Fotografenliebling.

War schon ein Liebling von Brodi und ist ein Liebling von Johannes. Johannes ist mir zugelaufen. Im Besitz einer tollen, nicht zurückgebbaren Kinokarte, die eigentlich für Timo war, der wegen seines Fußes aber nicht konnte (was eine andere lange Geschichte ist), rief ich Johannes an, von dem Mirjam sagte, wir würden uns wunderbar verstehen und fragte, ob er mit mir ins Kino gehen würde.

Verwirrung? Ja, bei ihm auch. Er hatte keine Zeit für Kino, aber Zeit für Fotos letztes Wochenende. Das Hamburger Wetter besticht durch Sonne und Kälte, ich habe einen kleinen Flashback. Ich weiß, wohin wir fahren. Die Garage lässt mir den Atem stocken. Gedächtnisatemlosigkeit.

Ich ziehe einen Vergleich, aber nur leise…

Klick, klick, die Kamera ist nah, Johannes super und ergebnisorientiert. Was auch immer das heißen mag, aber das Wort fühlt sich wahr an. Haare bändigen, Wind kommt auf – klick, klick. Es ist lustig, ich fühle mich nicht so übertoll und lässig wie damals, aber ich fühle mich gut, etwas eingeschüchtert (vor der Kamera halt), aber gut…

Ich schlucke meinen Kloß runter, Vergangenheit ist vergangen. Heute ist jetzt (okay in dem Fall ist jetzt Samstag und auch Vergangenheit, aber frische Vergangenheit). Auf den Fotos sehe ich nett und seriös aus, ein bisschen netter und seriöser als ich bin, aber genau solche Fotos brauche ich. Jetzt ist super.

Lebensvorhaben

Januar 17, 2014

Jemand unter diesen facebook-Freunden, die man nie spricht, nie sieht, denen man nie schreibt und die doch unlöschbar sind, weil sie eben personifizierte Erinnerung sind oder optionale Zukunft oder eventuell nützlich – obwohl eventuelle Nützlichkeit im Freundeskreis ja irgendwie schäbig ist, aber manche Menschen, die man einem nicht viel bedeuten oder noch weniger, haben einen tollen Geschmack, posten großartige Dinge, sind Gesellschaftslebenanfütterer – jemand dieser „facebook-Freunde“ postete just:

Und passt es nicht wir wunderbar zum Jahresbeginn und zu dem gestrigen Weltrettenvortrag?

Es erinnert mich an: „Das sind jene Zeiten, von denen wir später behaupten werden, dass früher alles besser war.“ – Wie steht es um eure Jahresvorhaben, wo ist euer Mut, wo hört er auf, was hindert euch?

Freitagsmusik und die Welt retten…

Januar 17, 2014

I was supposed to do great things…

Ich sollte Großes leisten (freie und hoffentlich richtige Übersetzung)

Jaaaaaaaaa, ich sollte ein Buch schreiben, in einem VW-Bus um die Welt fahren, einen Modeblog führen und einen Innenarchitektur Zeitschrift, ein Haus bauen, die Welt retten, alle meine Klamotten selber schneidern, generell als Modedesignerin arbeiten – heute ist einer dieser Tage, an dem all diese Vorhaben greifbar nah scheinen.

Und weil man klein anfangen muss, startete ich heute schon mal in Sachen Weltrettung. Am Jungfernstieg steht vormittags ein gepflegter Hinz-und-Kunzt-(die-Hamburger-Obdachlosenzeitung)-Verkäufer, er grüßt jeden Morgen, bettelt nie, drängt sich nie auf. Gelegentlich gehöre ich zu den Menschen, die sagen „man müsste mal…“. Und nachdem ich viel zu oft „man müsste mal Obdachlosen helfen“ gesagt habe, ist diese Zeit nun um.

Der nette Hinz-und-Kunzt-Verkäufer verkauft mir nun einmal im Monat eine Zeitung, die kostet nur 1,90, das ist nicht viel – finde ich und weil das eben so wenig ist, habe ich beschlossen 5 zu geben. 3,10 sind immerhin ein gut belegtes Brötchen beim Bäcker, also eine Mahlzeit.

Ja, ich weiß, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Aber ich verstecke mich nicht mehr hinter dem Willen, alles richtig zu machen, blende – vielleicht kauft er damit nur Schnaps – wenn ich einem helfe, ist das ungerecht den anderen gegenüber – verhalte ich mich menschlich und ethisch korrekt – reichen einmal im Monat fünf Euro – aus und genieße das Gefühl ein kleines bisschen, die Welt zu retten.

Januarwetter

Januar 12, 2014

Januarwetter

Das ist das Hamburger Januarwetter…
Guter Grund raus zu gehen, der Blick vom Sofa aus war aber auch prima und so habe ich einfach einen unglaublich faulen Tag genossen.