Fantastismus

Verfasst Februar 10, 2014 von Lies von Lott
Kategorien: das tägliche Leben und ich

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http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13939962/Generation-Maybe-hat-sich-im-Entweder-oder-verrannt.html

Lies das, weil ich das lese und mich ein bisschen erwischt fühle und ein bisschen dankbar, weil ich nicht alleine bin mit der Türproblematik.

Ich nenne es Türproblematik. So viele Möglichkeiten, nichts hindert mich, tausend Türen, hinter jeder ein fantastischer Lebensentwurf, der meiner werden könnte. Und doch ist jede Tür der Verschluss aller (gut, dramatische Ausschmückung und Übertreibung)  anderen und die Befürchtung, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Somit das Leben in einer Entscheidungslosigkeit, das Gefühl alles wäre möglich, dieses Innehalten vorm Sprung vom Dreimeterbrett, die bei dauerhaftem Nichtsprung in einer nervösen Anspannung endet, in der nichts passiert außer, dass die Zeit vergeht.

Und die Zeit vergeht.

So einfach ist das und da sind wir wieder beim Wachbleiben bis die lila Wolken kommen, Feste feiern wie Konfetti fällt, Dopamin verschwenden…

Hier läuft gerade von Jan und Udo (Delay und Lindenberg) „Im Arsch“. Textzeile: „Auch Seifenblasen hinterlassen Trümmer…“ Nur theoretisch unlogisch, denn was ist schmerzhafter als einer zerplatze Utopie, ein zerplatzter Lebensentwurf, das ist ja wie der Tod eines Seelenteils (ja zwanghafter Drang zu Übertreibung ist vorhanden).

Früher (und früher ist kein früher im Sinne von vor zehn Jahren, früher ist noch nichtmals ein Jahr her), früher wollte ich alles auf einmal. Ich wollte der perfekte Mensch sein. Perfektion nach eigener Definition in fast absolutistischem Wahn und gleichzeitig so zum Scheitern verurteilt, dass vor Seelenteiltod manchmal fast der Atem fehlte. Und all dieses Perfektionstreben machte es nicht besser, sondern nur mich schlechter.

Ich war projektbeladen und willig: Diätwillig, sportwillig, designwillig, blogwillig, beziehungswillig, weggehwillig, kulturwillig, putzwillig, arbeitswillig, fortbildungswillig und unentschlossen, unzufrieden, prioritätenlos. Gescheitert an den eigenen Ansprüchen.

Und nun, nachdem früher vorbei ist…

I am may be not perfect but some parts of me are pretty awesome (Ich bin vielleicht nicht perfekt, aber einiges an mir ist ziemlich fantastisch)

Was ist eigentlich mit der Türproblematik, mit der Frau auf dem Dreimeterbrett? Sie springt!

Sollte nach diesem wunderbarsten aller Schlusssätze wirklich noch etwas stehen? Wahrscheinlich nicht… Und doch will ich noch sagen, dass ich jetzt Prioritäten setze und besser noch, dass es meine eigenen sind; ich habe erkannt, dass ein Abend vorm Fernseher kein Grund für ein schlechtes Gewissen ist und zwei auch nicht; dass übertriebene Projektbeladenheit nicht zufrieden macht, Entscheidungen treffen schon; man sich Glück schon selbst erlauben muss; dass ich meinen eigenen Fantastismus mag und Perfektion kein Lebensentwurf ist.

Und nun Schluss (für heute).

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noch mehr Fotos, diesmal als Gutschein

Verfasst Februar 2, 2014 von Lies von Lott
Kategorien: das tägliche Leben und ich, Geschenke, Kreativling, Post: Karten, Briefe und Co

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Ich „musste“ einen Gutschein basteln.

Meine Kollegin hatte Mittwoch Geburtstag, 28. Da sie uns bald verlässt (- um zurück gen Heimat (Berlin) zu gehen) haben wir ihr Gutscheine für einen „letzten Tag“ in Hamburg geschenkt, symbolisch natürlich.

Ich hab den Gutschein für die Fotobox am Schanzenflohmarkt gebastelt, Nummer zwei bis drei auf unserer Tages-to-do-Liste. Natürlich soll alles – bis zum Tag der Tage – noch ein bisschen geheimnisvoll bleiben, daher… Na ja, seht selbst.

Polaroid-Karte

PS: Das Foto ist/war zum Rausziehen.

„fuck“-Fotos

Verfasst Januar 27, 2014 von Lies von Lott
Kategorien: das tägliche Leben und ich

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Wenn ich Johannes Fucke hieße und Fotograf wäre, hätte ich eine Internetseite, die Fuckphoto.irgendwas hieße. Nun bin ich kein Fotograf und heiße nicht Johannes Fucke. Johannes‘ Internetseite findet man unter: http://www.johannesfucke.com/

Die frisch geschossenen Fotos von mir gibt’s hier zu sehen.

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Definitiv keine fuck Fotos, würde ich sagen.

Hamburger Knisterkälte

Verfasst Januar 26, 2014 von Lies von Lott
Kategorien: das tägliche Leben und ich, Hamburg, meine Perle

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Bis zur Tür des Roschs ist uns warm, warmgetanzt – drei Stunden schön abgehottet. Vor der Tür steht Eddi in etwas, was wohl als Türsteher-Exkimoalternativanzug zu deuten ist, und vor der Tür ist Winter.

Es liegt kein Schnee, der Himmel ist sternenklar (vermute ich, denn durch die Kiezbeleuchtung ist das eher eine Ahnung als eine Gewissheit), den Hamburger Winter macht der Hamburger Winterwind aus. Und der Hamburger Winterwind ist ein Biest. Ich hake Timo unter oder er mich, wir lachen über das Gedicht mit den drei dicken Winter-Spatzen und weil jeder der mittlere sein will, Wetter ist eine Sache, die man nicht ändern kann, unsere Zähne werden kalt. Wir wechseln zu Schmunzeln (der Zähne wegen). Es sind nur 300m Fußweg bis zur Bahn. Durch meine Thermoleggings kriege ich Eisbeine, Gegenwind, ich wünsche mir eine Sturmhaube, aber es herrscht ja Vermummungsverbot, da sind die auf St. Pauli besonders streng.

In der U-Bahn treffen wir zwei Zugezogene, sprechen über Moin, „da nicht für“, den Hamburger Winter und machen Werbung für diese wundervolle Stadt mit dem grausamen Winterwind.

Lübecker Straße muss Timo raus, die Zugezogenen Hamburger Straße; längst habe ich beschlossen ein Taxi für den Restweg von der Bahn nach Hause zu nehmen. Aber es ist keins da. Sch*** aufs Vermummungsgesetzt, ich stell den Kragen hoch und wickle meinen Schal möglichst luftdicht um Hals und Gesicht. 20 Minuten Fußweg. Ich summe. Wetter ist eine Sache, die man nicht ändern kann.

Bei der Treppenhausbewältigung fühlen sich meine Oberschenkel wie Glas an. Knisterkälte. Geschafft! Vier Uhr, ich dusche die Kälte weg. Ich dusche so lange, bis ich aussehe wie eine Rosine, die letzte Tagesüberwindung: Die Dusche zu verlassen. Irgendwie klappt das auch, einen Handtuchturban tragend klettere ich in meine Kissenberge und werde Sonntag Mittag von strahlender Wintersonne geweckt – toller Tag.

verspätete Freitagsmusik und Dopamin verschwenden

Verfasst Januar 25, 2014 von Lies von Lott
Kategorien: das tägliche Leben und ich

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Julia Engelmann (das ist die vom vorletzten Blogeintrag) scheint die Stimme unserer Generation zu sein. Viel gebloggt, geliked, geteil, gefacebooked… Ich bin– wie scheinbar der Rest meiner Generation – nun erfüllt von der Idee Dopamin zu verschwenden, die Zeit zu nutzen, viel zu erleben, viel zu sehen und um mit 80 eine Ansammlung von Erlebtem sein zu können.

Ist es nicht toll, in einer Welt zu leben, in der alles möglich ist. Ich weiß vor das „alles möglich“ gehört ein fast, aber das ruiniert den Satz.

Zu „turning butter into dimands“, turne ich putzend durch die Wohnung und freue mich, überlege, dass Butter sehr oft besser als Diamanten ist (auf Brot zum Beispiel) und denke darüber nach welche Geschichten ich in 50 Jahren gerne erzählen möchte und welche davon ich schon erlebt habe.

So jetzt muss ich los, Dopamin verschwenden…

die Parkgarage des Mundsburgcenters…

Verfasst Januar 23, 2014 von Lies von Lott
Kategorien: das tägliche Leben und ich

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…ist ein Fotografenliebling.

War schon ein Liebling von Brodi und ist ein Liebling von Johannes. Johannes ist mir zugelaufen. Im Besitz einer tollen, nicht zurückgebbaren Kinokarte, die eigentlich für Timo war, der wegen seines Fußes aber nicht konnte (was eine andere lange Geschichte ist), rief ich Johannes an, von dem Mirjam sagte, wir würden uns wunderbar verstehen und fragte, ob er mit mir ins Kino gehen würde.

Verwirrung? Ja, bei ihm auch. Er hatte keine Zeit für Kino, aber Zeit für Fotos letztes Wochenende. Das Hamburger Wetter besticht durch Sonne und Kälte, ich habe einen kleinen Flashback. Ich weiß, wohin wir fahren. Die Garage lässt mir den Atem stocken. Gedächtnisatemlosigkeit.

Ich ziehe einen Vergleich, aber nur leise…

Klick, klick, die Kamera ist nah, Johannes super und ergebnisorientiert. Was auch immer das heißen mag, aber das Wort fühlt sich wahr an. Haare bändigen, Wind kommt auf – klick, klick. Es ist lustig, ich fühle mich nicht so übertoll und lässig wie damals, aber ich fühle mich gut, etwas eingeschüchtert (vor der Kamera halt), aber gut…

Ich schlucke meinen Kloß runter, Vergangenheit ist vergangen. Heute ist jetzt (okay in dem Fall ist jetzt Samstag und auch Vergangenheit, aber frische Vergangenheit). Auf den Fotos sehe ich nett und seriös aus, ein bisschen netter und seriöser als ich bin, aber genau solche Fotos brauche ich. Jetzt ist super.

Lebensvorhaben

Verfasst Januar 17, 2014 von Lies von Lott
Kategorien: das tägliche Leben und ich

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Jemand unter diesen facebook-Freunden, die man nie spricht, nie sieht, denen man nie schreibt und die doch unlöschbar sind, weil sie eben personifizierte Erinnerung sind oder optionale Zukunft oder eventuell nützlich – obwohl eventuelle Nützlichkeit im Freundeskreis ja irgendwie schäbig ist, aber manche Menschen, die man einem nicht viel bedeuten oder noch weniger, haben einen tollen Geschmack, posten großartige Dinge, sind Gesellschaftslebenanfütterer – jemand dieser „facebook-Freunde“ postete just:

Und passt es nicht wir wunderbar zum Jahresbeginn und zu dem gestrigen Weltrettenvortrag?

Es erinnert mich an: „Das sind jene Zeiten, von denen wir später behaupten werden, dass früher alles besser war.“ – Wie steht es um eure Jahresvorhaben, wo ist euer Mut, wo hört er auf, was hindert euch?