Traummänner reiten Dinosaurier

Nochmal über die Liebe…

Verlieben ist schwer. Jetzt! Früher war ich so schnell hin und weg, dass jeder Kuss Überwindung kostete nicht meine Klamotten auszuziehen. Alles war wie angeleckt in ein Brausepulverfass springen und sooo aufregend.

Heute, heute ist verlieben schwer. Ich höre was sie sagen, die Männer und ich bin verschreckt, nein nicht verschreckt, desillusioniert. – Zum Beispiel: Ein Zwölftel Bauernhof in der Nähe von Berlin besitzen zum gemeinsamen kommunenartigen Zusammenleben der späteren Restlebenszeit 65 Plus, tolle Vorstellung mit 12 Gleichgesinnten friedlich den Lebensarbeit bestreiten… Aber ich bin zu sehr Bestimmer, ein Zwölftel Bauernhof nur wenn kommunenartiges Zusammenleben gleich Sekte ist und ich gleich Sektenführer bin, sicher meine menschliche Schwäche, aber die Vorstellung sich mit zwölf anderen Parteien über Umbauten, Bepflanzung und die Eventualität von Fensterbildern zu unterhalten, macht mich schon in Abwesenheit dieser Option wahnsinnig, da bin ich realistisch.

Ist das meine Art von Leben oder eine Art von Leben, in dem ich mich befinden möchte?

Und dann noch das Fallenlassen, schon in der Schule, wo man sich wie betrunken von Vertrauen rücklings in die Arme eines sarkastischen Klassenkameraden fallen lies um den Klassenverband zu stärken, kniff ich. Wer weiß was sarkastische Klassenkameraden mit sich fallen lassenden Klassenkameradinnen machen. Sie vielleicht einfach fallen lassen?

Und heute Vertrauensübung an mich selbst, sich fallen lassen, in eine kitschige Liebesgeschichte und einfach mal das Denken lassen und sich freuen, begehrt zu sein und den Anfangstaumel von etwas genießen, aufhören sich zu fragen , ob die Abwesenheit von Brausepulvergefühl immer während ist oder ein Indiz, dass der Mann nicht der richtige ist oder ich verkopft bin und das Gefühl mich mit Abwesenheit straft – vorübergehend.

Wenn die Brausepulverabwesenheit immer während ist, woher weiß man dann dass es richtig ist, wie fühlt sich Liebe oder Verliebtsein dann an?

Ich möchte jemanden, den ich nicht erwarten kann. Ich möchte gerne einen kleinen Herzsprung haben, wenn ich Nachrichten von ihm auf meinem Telefon sehe und grinsen und das Bedürfnis haben zu antworten – zeitnah. Ich möchte angesprochen werden (nicht zwingend von Fremden) ob ich vielleicht verguckt bin, weil ich strahle. Ich möchte jemanden küssen wollen und mich bei Ausführung besagten Kusses nicht wundern, warum seine Zunge meine Zahnreihe abtastet, nicht zwingend weil er es nicht macht – obwohl das auch wirklich gut wäre – sondern weil, ich es über den Kuss hinaus vergesse, über abgetastete Zahnreihen und Speichelfluss nachzudenken.

Ich höre, dass ich „picky“ bin und picky ist ein schönes englisches Wort, dass für wählerisch steht. Und ja vielleicht bin ich picky, aber nicht weil ich tausend Kriterien habe, die alle erfüllt werden müssen, sondern weil ich Sehnsucht habe nach dem Kribbeln und so verwundert, dass es ausbleibt.

Ich möchte beim Wiedersehen, dieses leichte Lampenfieber verspüren und schüchtern „Hi“ sagen, weil man solchen Begrüßungsschwachsinn eben sagt, wenn man Lampenfieber hat.

Johannes sagt, dass der richtige kommen und es wieder Brausepulver geben wird und unterschwellig schwingt mit, dass diese Angst in ewiger Brausepulverlosigkeit leben zu müssen eventuell übertrieben ist. Ich frage, ob er auf einem Pferd kommt (der Richtige). Johannes lacht. „Elefant wäre für mich auch okay…“ (Ich mag nämlich Elefanten) „Warum nicht gleich auf einem Dinosaurier?“, fragt Johannes und fügt zur Verdeutlichung an „Hallo, ich bin dein Traummann und das ist mein T-Rex.“

Abschließend möchte ich dazu sagen, dass ich schwer hoffe, dass mein Traummann nicht auf einem Dinosaurier kommt, denn wenn mein Traummann und Dinosaurier oder ein Dinosaurier eine symbiotische Beziehung hatten und ein Teil – dieser symbiotischen Beziehung – ausgestorben ist möchte ich nicht wissen, was mit dem anderen Teil ist. Des Weiteren würde ich einen Pflanzenfresser vorziehen (also nicht zwingend als Traummann sondern als Dinosaurier).

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5 Kommentare - “Traummänner reiten Dinosaurier”


  1. Vielleicht ist die Kategorie der Traummänner wirklich ausgestorben oder ausgewandert in ein Land, wo die Männer schon per so als Traummann akzeptiert werden und nicht erst so vieles leisten müssen???


  2. Sie fassen das so schön in Worte. Die Zwischentöne.

    ich kann das für mich gar nicht ausdrücken.

  3. chinomso Says:

    Picky zu sein, ist doch in jeder Lebenslage wünschenswert. Das Gegenteil ist für mich anspruchslos. Und das wünsche ich niemandem. Jeder sollte gewisse Ansprüche haben. Auch an die Liebe.

    ABER ich halte es für sehr unrealistisch zu hoffen, dass das Brausepulvergefühl dauerhaft anhält. Klar, jede(r) kann den Anspruch haben, das erleben zu wollen. Aber bitte nicht wundern und dann frustriert sein, wenn es nicht klappt.

    Das Vorhandensein von echter Liebe macht die permanente Anwesenheit vom Brausepulver überflüssig. Es ist auch schön ohne Dauerkribbeln. Für mich und meinen Mann jedenfalls. Da sind wir beide vielleicht ein wenig Dinosaurier.


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