schwedisch-deutsche Beziehung: Zugucken, lernen und beruhigt sein

Die Nachfolgerin der Patenkindmutter ist ein Segen, nicht immer beruflich, aber privat bringt sie Licht ins Dunkel.

 

Beziehungen kenne ich nur mit Anfangsglitter, eigene und die zum Zuschauen. Die Senioren mal ausgenommen, aber das Maximum an Streit, dass ich zwischen den beiden erlebt habe, ist Uneinigkeit. Vielleicht gepaart mit einer leichten Verstimmung, ansonsten aber alles friedlich. Nicht dass Streiten zwischenmenschliche Beziehungen hauptsächlich ausmachen sollte. Trotzdem nützlich zu wissen, wie das geht.

 

Mich macht Streit wahnsinnig. Verlustängste bündeln sich zu einem hysterischem Nacktmullmonster, das in Gozillagröße durch die Kleinstadt meines Gefühlslebens stampft und mir versichert: Es ist vorbei und es wird immer vorbei sein, du wirst vor Vermissen verenden und allein sein. Als wenn das nicht schlimm wäre, kommt während ich durchs Tal des Selbstmitleids warte, die Stimme der innerlichen Weisheit dazu, die sachdienlich einfügt, dass Schmerz vergeht, Zeit alle Wunden heilt, ich meinen Hang zur persönlichen Überdramatisierung überdenken sollte und kein Mensch unersetzlich ist.

 

„Außer dieser…“, brüllt Gozilla und ich merke wie ich mich selbst als lächerlich empfinde. Ja, ich bin ein theatralisches Miststück.

 

Die neue Kollegin ist Schwedin, Mitte vierzig und hat ein bezauberndes Jungszwillingspaar – beide, logischerweise beide 5. Außerdem hat die Schwedin Peter, Peter den Schwedinnenmann.

Sie führen eine Ehe, in der sie beschlossen hat seinen Nachnamen nicht anzunehmen, nicht aus emanzipativen Gründen, sondern aus ästhetischen, sagt sie und ruft seinen Nachnamen in einer Weise, die von ästhetisch wertvoll wirklich weit entfernt ist. Und sie führen eine Ehe, die den Untertitel tragen könnte: Es ist kompliziert, aber es ist Liebe.

 

Beruhigend schön.

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