Gespräche mit S-Bahn-Fremden

Das augenblickliche Leben so anstrengend schön, dass ich mit jedem Wimpernschlag befürchte es könnte enden, dass das wohngemeinschaftliche Inselleben aufhört und nichts bleibt außer galaktischer Verpuffung und Vermissen.

Es ist eine skurrile Welt, in der ich aktuell lebe. So skurril, dass ich fast lieber wildfremden Menschen in der S-Bahn davon erzählen mag, als Menschen, die mir nahe stehen. S-Bahn-Menschen haben den Vorteil, dass sie nicht wissen, wer ich bin und ob das was ich tue vernünftig ist, klug, logisch oder all das eben nicht. Es entstehen keine Sorgenfalten zwischen den Augenbrauen, während sie sagen, dass sie sich freuen und so lange es sich gut anfühlt, auch alles gut ist. S-Bahn-Menschen lächeln einfach, meistens weil sie mich irre finden. Denke ich zumindest, denn ich rede nicht mit wildfremden Menschen in der S-Bahn.

Würde ich mit wildfremden Menschen in der S-Bahn sprechen, würde ich Ihnen von Erdbeeren erzählen und Tulpen, von „I know it’s tuna, but is this chicken?“, Stolzaugen, von frischem Thai-Curry, von Wegbeschreibungen und telefonischen Rettungsangeboten, von meinem Leihwagen, von zauberhaften Kurzmittelungen und morgendlichen Anrufen, von der Faszination des Gossenfernsehens, frischen Brötchen und Rückenkraulen.

Und ich würde ihnen erzählen, dass ich nicht verliebt bin, nur gerne hier.

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6 Kommentare - “Gespräche mit S-Bahn-Fremden”


  1. Ich würde Ihnen gern in der S-Bahn begegnen.

  2. Friesin Says:

    Ich seh das schon kommen…der ganze 3er Zug der U1 wird morgen überfüllt sein…natürlich nur der letzte Teil ;)

    Heiejeieiei

    Carpe diem!
    Also bleib dabei ;) (hihi mal was anderes außer- wenn es dich glücklich macht gell)

    Küßchen


    • Jiepieeeh, eine lottige Transitveranstaltung, vielleicht macht noch wer Schnittchen… Das wird ein Spaß.

      Was würdest du denn auf dein Schnittchen wollen?


  3. Menno, S-Bahn. U-Bahn kann ich noch nicht gildet nicht.


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