Irgendwas : 1 und German ja-Aberness

Die Friesin ist kopflastig, da nehmen wir uns nichts. Ein Wunder, dass unsere Nackenmuskulatur all diese schweren Gedanken trägt und unser Kopf nicht alle paar Stunden zwecks Überlastung nach vorn in Buchstabensuppe, auf eine Tastatur oder sonst irgendwas Alphabetlastiges fällt.

Aber die Nackenmuskulatur hält, ebenso wie die Zweifel der Friesin.

In diesem Sommer mimt sie den Hochzeitshopper, zusammen mit ihrem Freund, der dann immer glasige Augen kriegt, was der Friesin den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Da werden auch Drohungen ausgesprochen: „Wehe, du fragst mich…“

Der Friesinnenfreund erträgt es – wie immer – mit entspannter Gelassenheit und massig Liebe, denn er weiß, dass sie ihn auch liebt, nur etwas länger braucht. Alle wissen das, auch die Friesin – zumindest meistens.

Alles ist gut? Oder?“, frage ich und erhalte ein überlegtes „Ja, aber…“

Sie schmunzelt, über sich selbst. German ja-Aberness fällt ihr wieder ein und ein Freund, der das mal sagte: Typische German ja-Aberness. ‚Ja’ für hundert Prozent und ‚aber’, weil Rückschritte Platz für, ja für was eigentlich lassen. Vielleicht Platz um über Perfektion nachzudenken. Perfektion ist wohl das Unerstrebenswerteste, was man erstreben kann und es doch tut. Der Friesinnenfreund ist herrlich unperfekt, als hätte man in der „der-perfekte-Mann-für-die-Friesin-Backmischung“ etwas Salz weggelassen, aber die Friesin mag Salz.

Irgendwas : 1. (Biosoftware sucht)

Aber Salz ist nicht gut für die Friesin, irgendwie weiß sie das. Tief in sich drin weiß sie, dass der Geschmack von Salz dieses spannende Kribbeln auf der Zunge macht, aber dann unersättlichen Durst und Übermineralisierung folgt und all das ist auf lange Zeit nicht gut. Der unperfekte Friesinnenmann ist also perfekt für die Friesin, aber manchmal – und das ist wohl menschlich – erhoffen wir uns von unserem gegenüber Dinge, die nicht gut für uns sind, weil wir sie aufregend finden oder spannend oder irgendetwas anderes, was auch überbewertet ist.

Die Friesin ist glücklich. Glücklich mit Panik vor Endgültigkeit. Aber selbst Hochzeiten sind nicht endgültig. Diese Erkenntnis hilft. Auf dem Heimweg sprechen wir über Kleider, Kuchen, Hochzeitslocations und dass wir zum Jungesellinnenabschied lieber einen Tag ins Hammam gehen als uns in pinken Shirts über den Kiez schicken zu lassen…

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