die Pilzkollekte

Wenn sonntags um 7:40Uhr der Wecker klingelt kann das nur bedeuten, dass man es nach vielen Bitten und Pilzgebiete via Internet suchen geschafft hat, die Mutter von dem großartigen Plan des Pilzesammelns zu überzeugen.

Da ist auch nicht ganz so schlimm, dass man nach einer Kieznacht nur eine dreistündige Minimütze voll Schlaf erhalten hat.

Pünktlich um neun stehe ich vom herrlichsten  Sonnenschein umhüllt in Wellingsbüttel und los geht die Fahrt zum Tangstedter Forst. Die Gegend wird ländlicher bis wir irgendwann zwischen Hamburg und Henstedt-Ulzburg (was schon zu Schleswig-Holstein gehört und doch unter Hamburgern noch als Speckgürtel der Großstadt anerkannt ist) einbiegen, in eine Straße mit vereinzelten Häuschen zwischen Unmengen Wald.

Die Soljankaschüssel von Auto wird abgestellt und wir mit Messerchen, Wasser, Handy und Stoffbeutel bewaffnet machen uns auf den Weg ins unbekannte Waldgebiet. Querfeldein schlagen wir uns durchs Fichtendickicht, immer auf der Suche nach Schwämmchenpilzen, weil man in Sachen Schwämmchenpilz nicht gar so viel falsch machen kann. Zwischen Nadeln und viel Blattwerk entdecken wir das ein oder andere dunkelbraune Hütchen, der Beutel füllt sich nur langsam.

Immer tiefer verschwinden wir im Wäldchen Umschau haltend nach Baumstammenden, an denen sich Licht und Nässe die Waage halten. Perfekter Pilznährboden sozusagen und circa sieben Ameisenhaufen nach unserem Orientierungsameisenhaufen (denn in unbekannten Wäldern ist ein Orientierungspunkt ja nicht das Schlechteste) finden wir eine Ecke, wo vor uns in den letzten Tagen keiner war. Hier trifft sich die Marone neben dem Steinpilz  zusammen mit einer Butterpilzfamilie.

Der Beutel ist voll genug für zwei bis drei Hauptspeisen. Wir treten den Heimweg an. Was sich schwerer als vermutet gestaltet, denn Ameisenhaufen sind als Orientierung nur dann hilfreich, wenn es nicht mehr als einen bis zwei gibt und man sich von diesem im Pilzwahn nicht zu weit entfernt. Wir sind massig entfernt von unserem Orientierungsameisenhaufen, finden aber auf Querwegen und Trampelpfaden hilfreiche Passanten, die sich im Lotsen üben. Üben, denn es scheint als würden die Menge der Ameisenhaufen gleich der Menge an optionalen Parkmöglichkeiten ums Waldgelände sein…

Aber wir hadern nicht, Brombeeren wachsen am Wegesrand und Rundwege (Findung dank Passantenlotsung) haben die Eigenschaft rund zu sein und so runden wir bis wir Moritz wieder gefunden haben, dann heißt es die Beute nach Hause zu bringen.

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One Comment - “die Pilzkollekte”

  1. Yvönnsche Says:

    Guten Morgen Frau von Lott,

    …“In einem dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig…In einem dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig…In einem dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig…In einem dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig…In einem dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig…In einem dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig“… so geht das jetzt schon einige Zeit in meinem Kopf. Was ein einzelnes Wort doch auslösen kann…

    Lieben Gruß,
    Yvönnsche


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