Schrebergarten mittig rechts

Da von der Party besagte Elfenfest-Wunderfeenparty immer noch Rostbratwürstchen in meinem Tiefkühler hausieren habe ich mich zum Grillen eingeladen. Bei der Arbeitskollegin Frau Otto Normahlverbraucher (und ja, das „h“ ist gewollt). Der Exfreund ist mit anbei was der ganzen Sache einen surrealistischen Touch gibt. Vier Erwachsene im gemischten Doppel hat immer was von Pärchenabend mit Gesellschaftsspielen (schon wieder Gesellschaftsspiele), dass wir uns im idyllischen Schrebergarten treffen macht die Sache nicht besser.

Obwohl idyllisch eher meine Vorstellung als die Realität war, denn der Schrebergarten frisch bezogen gleicht einer wilden Steppe, weil jede der vorher existierende Pflanze dem Großplan zur Gesamtgartengestaltung weichen musste.

Spießerlaubenpieper und nach dem dritten Bier und dem Anmachen der Feuerstelle wird große Politik gemacht, zweieinhalb Bier später sind wir schon drei Schritte von mittig rechts entfernt, argumentieren und Faktenrunterbeten bringt da nichts, Stammtischgeschwätz bei Waldmeisterlikör.

Ich bin gefangen in meiner eigenen Sprachlosigkeit.

Während ich noch erörtere wie kurz ich davor bin den Tisch zu verlassen – seltsame Vertrautheit. Der Exfreund sieht mich an, ein Witz noch, sagt er und ich rolle mit den Augen:

Hitler und sein Adjutant im Auto. Der Wagen holpert. „Was war das?“ „Ein Huhn Herr Hitler, der Bauer wird uns töten…“ „Ich bin der Führer, ich regle das.“ Er geht los. 30 Minuten später er kommt zurück gerannt, ein blaues Auge, mehrere Schrammen. „Fahr Adjutant, fahr.“ Der Adjutant fährt, wenige Stunden später, holpert das Auto wieder. „Was war das?“ „Ein Schwein, Herr Hitler.“ „Diesmal gehst du!“ Der Adjutant geht zum Bauernhof, nichts passiert, es wird spät und später… Nach drei Stunden kommt er zurück, total betrunken und gut gelaunt. „Was ist passiert?“ „Ach ich bin rein und sagte: Heil Hitler das Schwein ist tot.“

Ich lache.

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9 Kommentare - “Schrebergarten mittig rechts”


  1. Ich sollte dazu vielleicht noch etwas sagen: Es war Schrebergartengeschwätz weit weg von rechtsradikal, aber doch weiter gen rechts als mir (wahrscheinlich mittig links) lieb war.

    Ich kann halt nicht so mit Sausebrandparolen.

  2. Erdbeere Says:

    Schrebergärtenkultur ist mit das unmöglichste, was ich mir vorstellen kann. Mal von den hetzerischen Stammtisch Parolen abgesehen, diese komplexe Spießerregelwerrk, ist doch zum davon Rennen. Reinste Horrorshow!

    Erdbeere mit lieben, wenn auch erstaunten-Grüßen


    • Meine Großeltern hatten jahrelang einen Schrebergarten… Unmöglich finde ich dass daher eher nicht, auch wenn es für mich nichts wäre.

      Abstrakt war für mich mit der wirklich netten Arbeitskollegin da zu sitzen
      und nicht ganz zu wissen, wie man damit umgehen soll. Und ansonsten war auch bei mir das Erstaunen groß.

  3. Frau Momo Says:

    Ich könnte das auch nicht. Es muß nicht rechtsradikal werden, um unerträglich zu sein.

  4. Herr Teddy Says:

    Komischerweise hatte ich am letzten Wochenende eine ähnliche Situation, in der ein Mitglied meiner Familie (angeheirat, aber immerhin) offen über Ausländer her zog. Nachdem ich anfangs noch versuchte dagegen zu argumentieren, bin ich doch gegangen, sonst hätte es noch böse geendet. Regelrecht geschockt hat mich, so etwas in meiner Familie zu hören und auch noch von jemandem, der ja angeblich sooo christlich ist. Einfach nur widerlich, aber in letzter Zeit hört man solcherlei öfters. Wird es wieder salonfähig? Sind wir schon wieder so weit?


    • Auch ich war schon in „Aufbruchstimmung“, aber der Witz hat den Themenumschwung gebracht.

      Schwierig finde ich, dass sich keiner über die Gründe der Migrantenproblematik (denn es ist ja im eigentlichen keine Ausländerproblematik) Gedanken macht. Von anständigen Lösungsansätzen mal ganz zu schweigen.

      Und im Sausebrand bleibt dann gerne nachgeleiertes Sarazzingerede übrig… Gruselig, was zwei bis vier Flaschen Bier aus einem Menschen locken.

  5. Lola Says:

    Ich glaube, durch diese Sarazzin-Debatte kocht das eh gerade alles noch einmal hoch. Ich habe schon nette Schrebergartengemeinschaften gesehen. Aber auch da musste ich feststellen, dass die Leute dort oft kaum über ihren Tellerrand schauen. Dann lieber nachplappern, was die große „Volks“zeitung ihnen in den Mund legt.

    Politik und Fußball sind Themen, die ich gerne umschiffe. Schade, dass das nicht immer so klappt.


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