das Wochenenddilemma

 Wochenenden sind wie für Pärchen gemacht, insbesondere Sonntage. An Sonntagen läuft nämlich vorzugsweise bis viertel nach Acht nichts im Fernsehen, als liierter Pärchenteilnehmer kann man dann ausschlafen (weil man am Vorabend schick essen, dann im Kino und später aufm Zwutsch war) und Dinge tun, die man als Pärchen im Bett so tun kann… Beispielsweise gemeinsam eine Zeitung lesen. Gemeinsames Zeitunglesen hat Vorteile, denn Zeitungen sind schon auf Grund der übertriebenen Seitenbreite nicht zum Alleinlesen gedacht. Man kann auch brunchen gehen und anschließend spazieren oder zum Brunchen spazieren und zurück, bei Regen kann man auch ein Kino aufsuchen oder schlicht im Bett bleiben und weiter Zeitung lesen, notfalls kann man ein Gesellschaftsspiel machen, Gesellschaftsspiele sind nämlich in Gesellschaft besonders gut machbar.

Als Entliierte muss man sich in Sachen Wochenende bestenfalls vorher wappnen, es sei denn man hat einen wohl portionierten Freundeskreis, eine Vorliebe für das Alleinsein ond kann sich ganz wunderbar selbst beschäftigen. Ich vorliebe nicht das Alleinsein und das Selbstbeschäftigen klappt auch nur bedingt gut, selten so gut, dass es ganze 48Stunden funktioniert.

Wichtig ist also die Planung eines Wochenendes, damit man nicht, dass Gefühl hat, dass die Decke mit jeder Wochenendstunde näher an die Haarwurzeln rückt. Da ist der Hacken, nicht weil ich nicht planen kann, ich kann ganz wunderbar planen, manchmal sogar soviel dass es den Status der Verplantheit erreicht…

Egal, vor jedem Plan steht erstmal der Freitag; Freitag und dreihundertfünfundsechzig Anrufer mit vollkommen irrwitzigen Begehren und grotesken Anliegen. Ich weiß nicht was das ist aber freitags sind die Anrufgründe immer noch eine Spur besonderer und die Umsetzung durch uns immer etwas schwieriger, lächelnd nehmen uns allem an. Lächeljob halt, so viel lächeln an Freitagen, dass man abends denkt ein Wochenende auf dem Sofa, ruhig und besinnlich (klingt gruselig nach Weihnachten) wäre jetzt genau richtig.

Ruhige, besinnliche Wochenenden sind für mich immer genau richtig bis Samstagmittag, bis ich feststellte, dass der Rest der Menschheit sich in grenzenlosen Aktionismus übt und ich Lebenszeit verkommen lasse. Ich kann die Uhr ticken hören, während das internetale Netzwerk mir mitteilt, dass sich der Rest der Menschheit in grenzenlosem Aktionismus übt. Grenzenloser Aktionismus allerorts, aber der Bekanntenkreis in Hamburg ist klein, arbeitet auch am Wochenende oder ist akut liiert.

Das ist der Nachtteil mit Freunden allerorts, gut zum Reisen, schlecht zum wochenendlichen Nichtalleinsein.

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7 Kommentare - “das Wochenenddilemma”

  1. michaela Says:

    Und wenn man ein Pärchen ist, fragt man sich manchmal, wie man die vermeintlich bessere Hälfte auch mal loswird ;-)

    Irgendwas is ja immer…

  2. podruga Says:

    trauen sie sich, allein wegzugehen? ich hab`s einmal getan – und meinen freund kennengelernt.

    es ist ein irrtum, zu glauben, dass man was verpasst. ich kann mich noch gut an die hummeln erinnern, die mich auch plagten. dann habe ich halt irgendetwas mit irgendwelchen leuten unternommen, und es oft bereut.
    (ich würde sehr gern ein wochenende mit ihnen tauschen :-) )

  3. paulaqu Says:

    Wäre auch bereit, mal ein Wochenende zu tauschen….wochenends ist es hier 24h immer so voll…mir wärs mal nach was gepflegt alleinsein, alleine die Zeitung im Bett lesen…und mal mit niemandem sprechen zu müssen!
    Aber ich kann Sie auch irgendwie verstehen…so ein bißchen Erinnerung an die Zeit „damals“ ist noch da…und wenn Sie übers Wochenende verreisen, füttern Sie da auch vorher den Fisch?

  4. Frau Momo Says:

    Ich fall da dann sozusagen total aus…. ich arbeite am Wochenende und bin akut liirt und gedenke es auch zu bleiben. Was aber mich und auch uns nicht hindert, sollten wir nicht arbeiten müssen uns auch mit nicht liirten Freunden zu treffen und in begrenzten Aktionismus zu verfallen. Wenn man über 40 ist, dann senkt sich das Bedürfnis nach grenzenlosem Aktionismus doch rapide :-)


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