101mal Dinge, nach denen niemand gefragt hat

  • 1. in meinem Badezimmer sind immer mindestens zwei Zahnbürsten in Benutzung
  • 2. die elektrische nicht eingeschlossen
  • 3. ich mag das immergleiche Zahnbürstengefühl nicht, daher mein Hang zum Wechseln
  • 4. ich habe keine Furcht vom Zahnarzt
  • 5. wohl aber gesunden Respekt
  • 6. und so ein Gefühl, wie wenn die Polizei neben einem fährt, so ein Hab-ich-was-angestellt-Gefühl
  • 7. das ich keine Angst vorm Zahnarzt habe, verberge ich gut
  • 8. insbesondere vor meinem Zahnarzt
  • 9. dieses Jahr war ich schon zwei Mal beim Zahnarzt
  • 10. beide Male war alles gut – tataaaaa-Gefühl
  • 11. bis ich halb fünf war, war ich schwarz-weiß
  • 12. Kinderfotos können das beweisen
  • 13. auf circa neunzig Prozent meiner Kinderfotos bin ich nackig
  • 14. das liegt daran, dass ich große Strecken meiner Aufwachszeit am FKK-Strand verbracht habe
  • 15. auf allen anderen Fotos ist Feiertag und ich esse
  • 16. ich liebe Feiertag
  • 17. sogar Ostern, dessen Sinn mir nie nahe sein wird
  • 18. zu Ostern und zum Nikolaus gibt es innerfamiliär Strümpfe und Schlüpfer
  • 19. Opa findet das Wort Schlüpfer nicht besonders charmant
  • 20. insbesondere dann nicht, wenn ich es „Schlüppaaaaah“ ausspreche
  • 21. gegen Strümpfe ist nichts einzuwenden
  • 22. auch wenn ich Nylonstrümpfen – wenn sie nicht bis zur Mitte des Oberschenkels reichen – nichts abgewinnen kann
  • 23. bunte Strümpfe hingegen sind toll
  • 24. auch an Fußballerwaden
  • 25. denn die habe ich in dem Ausmaß, dass ein jeder Mittelfeldspieler neidisch wäre
  • 26. es gab sie von Mutti
  • 27. obwohl die ihre eigenen behalten hat
  • 28. ich schätze, dass ist genetisch
  • 29. das etwas genetisch ist, ist meine Standartausrede
  • 30. insbesondere wenn es um Garstigkeit geht
  • 31. sollte Garstigkeit mal olympisch werden, werde ich Spitzensportler
  • 32. meine aktuelle Lieblingscharmingbeleidigung lautet: „Ach, du bist also auch so ein Lebenslegastheniker.
  • 33. Schön nicht?
  • 34. Und so subtil!
  • 35. mein Internetlexikakonsum hat sich durch mein Bloggen stark erhöht
  • 36. auch bei gewissen Schreibweisen bin ich darauf angewiesen
  • 37. beispielsweise kann ich Portemonnaie auf so viele verschiedene Arten falsch schreiben, dass mir Word und seine Rechtschreibprüfung wahrscheinlich auslachen und vielleicht auch deshalb kein richtiges Ergebnis ausspucken
  • 38. ich rede wie ich schreibe
  • 39. zumindest fast
  • 40. auf jeden Fall aber viel
  • 41. ich kann nicht besonders gut zuhören
  • 42. und die meisten meiner Ratschläge beginnen mich „Also, als ich ein ähnliches Problem hatte…
  • 43. nicht immer ist das ähnliche Problem wirklich ähnlich, was mir aber zu spät auffällt
  • 44. wie auch immer eine fürchterliche Angewohnheit
  • 45. ich arbeite dran
  • 46. zumindest wenn ich dran denke
  • 47. ich habe die Erfahrung gemacht: Denken hilft nicht immer
  • 48. ich mag die Haut auf Schokoladenpudding
  • 49. die auf Milch aber nicht
  • 50. von richtiggehendem Ekel kann man aber auch da nicht sprechen
  • 51. mir wird nachgesagt, dass ich nicht gerne küsse
  • 52. aber ich küsse gerne
  • 53. sehr gerne
  • 54. aber es muss passen
  • 55. und das macht es schwierig
  • 56. das und siebenhundertfünfundzwanzig andere Sachen
  • 57. ich kenne jemanden, der küsst wie ein Helikopter
  • 58. nach zwei Gin habe ich ihm das auch mal mitgeteilt
  • 59. zur Verdeutlichung machte ich folgendes Geräusch: Lödellödellödel!
  • 60. ich hätte gerne einen anständigen Unterschriftenkringel
  • 61. habe ich aber nicht
  • 62. stattdessen (und das ist auch nicht übel) habe ich eine gerade kugelige Schrift, die sehr klein ist und massenhaft Informationen auf Miniklebezettel bekommt, und eine Sonntagsschreibschrift für besondere Anlässe
  • 63. jede Grundschullehrerin wäre neidisch (schon die zweite neidvolle Berufsgruppe, das häuft sich)
  • 64. Lehrerin wäre Option 2 in Sachen Berufswahl gewesen, aber nicht für Grundschüler
  • 65. vielleicht auch die bessere
  • 66. ich mag den Satz „Was kostet die Welt an verregneten Sonntagen?“, konnte ihn aber noch nirgens sinnvoll verwenden, in schöner Sonntagsschreibschrift sieht er besonders schön aus
  • 67. ich bin nicht sonderlich fotogen
  • 68. und ich finde diese Menschen, die auf Fotos immer genau wissen wie sie zu gucken haben um strahlend glücklich und berauschend schön auszusehen schon ein bisschen beneidenswert
  • 69. besonders unfotogen bin ich, wenn ich weiß, dass ich fotografiert werde
  • 70. es gibt genau einen Menschen, der es geschafft hat, mich wissentlich zu fotografieren und dabei Fotos zu schaffen, auf denen ich aussehe so wie ich gerne aussähe (kann irgendwer folgen?)
  • 71. Wiederholung wäre toll
  • 72. ebenfalls toll wäre, wenn Belletristik etwas mit Blumen zu tun haben würde
  • 73. dann könnte man in einem schönen Garten wandelnd sagen: „Was schöne Belletristik.
  • 74. einige Menschen denken, ich konsumiere regelmäßig Drogen
  • 75. Freunde sagen, ich sei naturell verstrahlt
  • 76. ich weiß nicht warum
  • 77. wohl aber das ersteres falsch ist
  • 78. noch nicht mal ein bisschen
  • 79. ich bin mir sicher Oma jubelt gerade (anbei: „Hallo Oma, falls du hier gerade liest und liebe Grüße nach Kleinpferdchendorf.“)
  • 80. Mit meiner Oma verbinde ich den Geruch von Kamill-Handcreme und den Geruch von Knöpfen, die lange in Dosen gelagert wurden
  • 81. juhuuu Knöpfe (ich mag Knöpfe)
  • 82. erstaunlich, aber wahr: Pinguine sind nicht meine Lieblingstiere
  • 83. gerne mag ich Igel
  • 84. und Elefanten
  • 85. ich nenne sie Ilifanten und weiß, dass das kindisch ist
  • 86. irgendwo las ich mal, dass man drei Tiere aufschreiben soll, ich schrieb: „1.Elefant, 2.Igel, 3.Panther.“
  • 87. in der Erklärung stand: 1. so sind sie, 2. so sind sie in zwischenmenschlichen Beziehungen, 3. so wären sie gerne…
  • 88. darauf hin änderte ich die Reihenfolge
  • 89. ich denke immer, ich sei leicht zu beschenken
  • 90. viele andere denken das nicht und so werde ich regelmäßig gefragt, was ich mir denn wünsche
  • 91. darauf antworte ich: „Einen Ilifanten!
  • 92. zum Glück werde ich ignoriert, denn die Vorstellung, dass sich in meiner Wohnung Plüsch-, Keramik- und andere Elefanten stapeln würden, erregt in mir Grauen
  • 93. leider werde ich ignoriert, denn einst bekam ich einen Lederelefanten und so sehr ich mir doch noch mehr Elefanten wünsche wird doch keine Herde draus
  • 94. ansonsten unterliege ich kaum den Herdenzwang
  • 95. wenn hunderte Menschen beispielsweise eine rote Ampel passieren, bleibe ich stehen
  • 96. das hat nicht zwingend was mit vorbildlichem Verkehrsteilnehmerdasein zu tun, sondern mehr damit, dass ich nicht einer von vielen sein mag
  • 97. am liebsten sind mir Ampelmännchen mit Hut, denn auch Alltagsgegenstände haben einen Anspruch niedlich zu sein
  • 98. ich wäre gerne zum Zerspringen glücklich verliebt
  • 99. aber ich bin skeptisch
  • 100. ob mir zum Zerspringen glücklich überhaupt liegt (!?)
  • 101. und zu guter Letzt frage ich mich noch was der Leser, insbesondere der mich nicht kennende Leser denkt, was ich sehe wenn ich in den Spiegel schau
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4 Kommentare - “101mal Dinge, nach denen niemand gefragt hat”

  1. Astrid Says:

    Yaaay……! :)

  2. chinomso Says:

    „Naturell verstrahlt“ das ist das, was ich mir mitnehme. Die Beschreibung trifft auch auf mich manchmal zu. Wenn ich es rauslasse. Meistens verstecke ich das. Aber ich wünsche mir mehr Mut.

    Ich mag deine Plauderbeiträge, wo die Gedanken offensichtlich einfach so übereinander purzeln.
    Und die anderen Beiträge mag ich auch fast alle.

  3. Ruthie Says:

    Sehr, sehr interessant klingt das alles! Und lustig :D


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