der Feenfestaktionismus – Teil 7

Eine Rückblende und in Teil 7 alles über wunderbare Häuser, zähe Übergaben, Umräumaktion samt Stuhlgeschleppe, hemmungsloses Poppen und Soljankaschüsselchenvolumina, was C-Moll und E-Dur im Konsum verloren haben, sowie Yvönnsches Käsefanatismus.

Überraschend ist etwas Zeit im Zeitplan aufgetaucht, nicht genug um Apfelkuchen zu backen – was auch noch aufm Zettel steht – aber doch genug um eine kleine Runde zu poppen, so verlagern Yvönnsche und ich uns in die Küche um vorm geöffneten Küchenfenster hemmungslos rumzupoppen, obwohl Nachbarn vorbei kommen erregt das kaum Aufsehen, denn wir sind angezogen, was beim Popcornpoppen auch keine Herausforderung ist.

Nur zwei Stunden später treffen wir am Haus aller Häuser, Ort aller Orte, den Mann, der uns so unglaublich viel erzählen und das auch tut, wo wir doch so in Zeitnot sind. Wartend steht der volle Moritz vor der Tür in einer Einfahrt, die nur zum Be- und Entladen befahrbar ist, immer wieder schaue ich gierig auf die rechte Hand des Mannes, aber es dauert doch 45Minuten und viel Wissen über Stühle, Lichtquellen, Fenster, Klaviere (nein, eigentlich nur eins), Heizungen, Küchenbenutzung und Co, bis der Schlüssel zum persönlichen Wochenendglück von seiner Hand in meine Hand gleitet.

Womit wir auch wieder bei den Stühlen wären, denn circa hundert Stühle stehen quer im Raum, der unser Saal werden soll und somit vor allem auch im Weg. Yvönnsche die Ringelstrumpfelfe, die ihr sonstiges Leben im Kreisflug durch Münchner Baustellen verbringt, packt kräftig an und nimmt immer gleich drei der Stühle, die wir zu Fünfertürmen stapeln.

Dann die Feststellung, dass ein kleines Auto haben oder geliehen zur Verfügung gestellt bekommen, eine tolle Sache ist, weil es schnell ausladbar und schnell einladbar ist, aber es auch einen Hacken hat, denn Platzvolumina kleiner Autos sind beschränkt und so fahren wir erneut einmal zur Mutter und einmal zum Konsum, ersteres wegen der Deko, an die ich ja unbedingt denken wollte, und zweiteres wegen der Getränke, an die ich unbedingt denken musste, weil getränkefreie Partys einfach keine Partys sind.

Yvönnsche sortiert mit gewohnter Akribie Getränke in Kühlschränke, während ich Lebensmittel verstaue, die Deko wird zwischengelagert. Es wird später und später, langsam kommt der Hunger, denn irgendwie reichen zwei Weinbergpfirsiche und zwei Handvoll Popcorn nicht als Tagesenergie…

Also wieder zum Konsum und wieder ein anderer und während das monotone Kassenpiepen uns dem KO-Zustand noch näher bringt, entdecke ich auf dem Namenschild der jungen attraktiven Kassenwärterin ein C. Dur, wobei das C. wahrscheinlich für Christine steht und ich mir die Frage, ob an der Kasse gegenüber E. Moll arbeitet nicht verkneifen kann. Gleichsam möchte ich mir auf die Zunge beißen, denn diese ewig witzigen Kundenfragen, die einen durch den Serviceberuf begleiten, zerren manchmal an den Nerven wie Kleinkinder an den Haaren und eventuell was dieser recht ungeistreiche Wortwitz (aber geistreich ist nach dem Tag eh alle) genau so ein Nervenzerrer, aber sie grinst und das nicht so als hätte sie die Frage schon mehr als zehn Mal gehört und die auch nicht alle heute. Wir verschwinden mit unseren Einkäufen, Tiefkühlware voll Käse.

Zuhause heizen wir den Ofen ein und lassen den Käse auf Fertiggerichten schmelzen, während wir für den kommenden Tag schnibbeln, irgendwann ist aller Käse verschmolzen und goldgelb mit Knusperrändern. Wir essen und Yvönnsche beschließt in der Küche zu schlafen, was vielleicht daran liegt, dass der ehemalige Freund das Wohnzimmer nimmt, vielleicht aber auch an der Tatsache, dass im Kühlschrank noch Käse ist.

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