der verlorene Kampf um die Liebe – Teil 34

Freitag und es läuft wie Brötchenschmieren mit lauwarmer Butter.

Ein bisschen Nervosität guckt ab und zu um die Ecke, ich bereite das Tagesgeschehen für Montag vor und das Tagesgeschehen von Freitag nach, ich sortiere einen Schrank, sortieren liegt mir, die Nervosität sitzt auf dem Empfangstresen, schlenkert mit den Beinen und guckt mir beim Sortieren zu, ich ignoriere sie und sortiere noch eine Schublade.

Mein Telefon klingelt, es ist kurz vor, kurz vor Feierabend, er ist gleich da, die Nervosität zieht mich am Ohr.

Gleich ist zehn Minuten später. Zehn Minuten später und Feierabend, „Süße“ nennt er mich, ich weiß nicht, was ich von Süße halten soll, Mädchen wäre mir lieber, aber Mädchen im Sinne von mein Mädchen ist lang her und so bleibt Süße, nicht immer aber gelegentlich. Ich glaub, es ist ihm nicht bewusst. Ich sage nichts.

Wir landen im Portugiesenviertel, es riecht nach Urlaub und Fisch auf Tellern mit Rosmarinkartoffeln. Ich gucke fremden Menschen auf die Teller, weil ich so besser entscheiden kann, was ich möchte und was nicht, am liebsten möchte ich ein Restaurant weiter, weil es dort Sachen aus Tontöpfen gibt und Sachen auf Tontöpfen finde ich sehr verlockend. Weil er mich kennt oder meine Vorliebe für Tontöpfe fragt er mich, ob wir nicht ein Restaurant weiter gehen und so landen bei einem Portgiesen mit mäßig überzeugender Inneneinrichtung und Tontöpfen auf der Speisekarte.

Beinahe nehme ich nichts aus dem Tontopf, sondern Rindfleisch zwecks meiner Vorliebe für Rindfleisch und entscheide mich dann doch für Scampies und Tentakel mit Tomatentunke im Tontopf. Es schmeckt wie Urlaub, sein Fischteller auch.

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5 Kommentare - “der verlorene Kampf um die Liebe – Teil 34”

  1. blaueSuppe Says:

    Oh.
    Oder besser „hach“?

  2. frau musgrave Says:

    also ich finde „suesse“ genannt zu werden ganz wunderbar!


    • „Süße“ ist schön, aber ich finde wunderbar, wenn man Spitznamen kriegt, die nicht jeder hat, bei „Süße“, „Schnecke“, „Hasi-Mausi“ hab ich immer das Gefühl die siebte „Hasi-Mausi-Schneckchen-Süße“ zu sein.

    • frau musgrave Says:

      Kann ich verstehen, aber der eigene persoenliche kommt irgendwann dann sicher auch noch. Ich fand / finde speziell suesse immer so klasse weil ich mir dann, wie soll ich sagen, so zierlich und beschuetzenswert vorkomme, was ich sonst wirklich garnicht bin.


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