nach Hause kommen

Nicht ganz, aber doch immer wieder ein bisschen.

Es gibt zweierlei Internatskinder: Kinder, die dort wohnen, und Kinder, die dort leben. Ich war ein Lebeinternatskind, Internat war immer spannend, immer aufregend, immer chaotisch, immer gleich, immer neu. Ich war hier zu Hause. Zu Hause ist da, wo man im Dunkeln die Tassen findet.

Ich fand im Dunkeln die Tassen, Gästebettwäsche, -handtücher und so ist es jedes Mal, wenn ich die Haarnadelkurve im ersten Gang des Moritzautos den Berg nach oben schleiche und das Waldgrün um mich aufbricht ein altbekanntes Bild: Rechts neumodische Turnhalle dahinter ein Minispielplatz für Lehrerkinder, links zwei kleine Fachwerkgebäude alias B-Heim alias Behilfsheim zwecks eines Dachstuhlbrands 1966 erbaut, geradeaus eine kleine Brücke und am Ende eine Steinmauer mit Holztüren so groß, dass ein Kleinlaster gerade noch durch passt. Ein bisschen nervös aufgeregtes, frisch-alt-verliebtes Kribbeln sammelt sich etwas hinter meinem Bauchnabel.

Brausepulverbauchkribbeln und ein bisschen nach Hause kommen, irgendwie.

Advertisements
Explore posts in the same categories: das tägliche Leben und ich, Internatsgeschichten

Schlagwörter: , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

4 Kommentare - “nach Hause kommen”


  1. Brausepulverbauchkribbeln wird für mich das Wort des Jahres!

  2. Erdbeere Says:

    Ach, ins Internat wollte ich auch immer als Kind…

    Erdbeere mit Hanni-und-Nanni-Syndroms-Gruß


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: