Zeitunglesen, eine Herausforderung an sich

Es gibt ja diese Dinge, die einem nicht so gegeben sind.

Und ich musste heute feststellen, dass mir das Zeitunglesen einfach nicht hold ist. Wenn ich eine Zeitung, also eine richtig echt große Angeberzeitung – nicht kompakte Studenten-Version – lese, brauche ich Platz. So viel Platz, dass ein S-Bahn-Sitzplatz nicht ausreicht. Zeitungslestechnisch habe ich ein ähnliches Platzvolumen wie die Wildecker Herzbuben beim aktiven Bauchtanz.

Und ich seh dabei aus… Wahrscheinlich so als hätte ich noch nie Blattwerk in der Hand gehalten, nicht so als könne ich nicht lesen, denn lesen kann ich, was auch jeder an meinem Links-rechts-Schweifblick erkennen kann, wenn ich die Seite erst einmal habe. Die Seite haben ist meine Herausforderung, ich bin umblätterunfähig.

Vielleicht gibt’s da ne Selbsthilfegruppe für!?

Wenn ich versuche umzublättern zerfällt die Zeitung in ihre Urbestandteile und ich suche verzweifelt unter den herausgefallenen Seiten die, die ich lesen wollte. Wenn ich das vermeiden will, lege ich die Zeitung auf den gegenüberliegenden Doppelsitz und blättere vorsichtig weiter, schlecht wenn da ne Rentnerin sitzt. Anschließend – also nach dem Umblättern – knicke ich die Zeitung auf angenehme Handhabungsgröße, meist ein Viertel der Gesamtgröße zusammen und vertiefe mich in den Artikel.

Leider lese ich schnell, so das bald wieder umblättern/umfalten/falzen und Rentnerinnen in ihrem natürlichen Sitzfeld belästigen folgt. Zum Glück habe ich momentan erst gegen sieben Feierabend und die Bahn ist recht leer, sonst hätte ich schon ne Anzeige wegen tätlichen Angriffs an der Backe (zu schwungvoll aufgeklappt).

Also Zeitungslesen Zeitungsumblättern liegt mir nicht, aber man kann ja auch nicht alles können, oder?

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21 Kommentare - “Zeitunglesen, eine Herausforderung an sich”

  1. Himmelhoch Says:

    Sag ich doch, Frau LiesvonLott, seit 100 Jahren: „Berliner Zeitung lesen (in Hamburg vielleicht eher ungünstig vom Titel her), handliches Format, gemäßigtintellektueller Inhalt – alle gegenübersitzenden Rentnerinnen bleiben freundlich beim Umblättern. (Warum sollten gerade die sich mehr belästigt fühlen als ein Halbstarker? Der haut dir gleich die Zeitung aus der Hand, wenn du seinen Kompetenzbereich auch nur streifst.)


    • Frau Himmelhoch, bei den Rentnerinnen ist das schlechte Gewissen nur größer… Der Kompetenzbereich Jugendlicher ist ja auch oft abhängig vom Gegenüber, da versuche ich dann autoritäres Auftreten.

      Ansonsten wäre die Berliner Zeitung auch nicht schlecht, wie weit ist sie denn inhaltlich von der großen „Bildenden“ entfernt… Denn sie kommt nur in Frage, wenn die Entfernung groß genug ist.

    • Himmelhoch Says:

      Beim Anfassen der „B.I.L.D“ und ähnlicher Zeitungen würde ich Krätze, Ausschlag und Pseuriasis auf einmal bekommen, aber meine Hände sind glatt wie ein Kinderpopo. Vielleicht ist sie manchmal noch etwas DDR-lastig, aber es ist erträglich oder fällt einer gelernten DDR-Bürgerin nicht so doll auf. Ich habe sie vor und nach der Wende abonniert, aber danach ist sie um Meilen besser geworden.

  2. Ruthie Says:

    Das ist sogar an einem handelsüblichen Esszimmertisch fast unmöglich. Da muss ich mich auf den Stuhl knien, wenn die Zeitung flach auf dem Tisch liegen bleiben soll und ich den oberen Teil lesen will :(

  3. Frau Eiskalt Says:

    Deswegen lese ich die Tageszeitung ausschließlich da wo ich Platz habe *lacht* …am liebsten auf dem Fußboden daheim :))

  4. Lilie Says:

    Warum haben Tageszeitungen eigentlich dieses unhandliche Format? Das frage ich mich immer wieder. Hab‘ schon mal versucht, einen Kurs zu belegen, leider aber noch keinen passenden gefunden …


  5. deshalb lese ich auch nur Bücher in der Bahn ;-)

  6. Herr Teddy Says:

    Genau, wie wäre es statt Tageszeitung mit einer Illustrierten oder einem Lustigen Taschenbuch?
    Hat sogar mehr Inhalt…


  7. Ich kämpf auch immer mit solchen Zeitungen. Die MoPo wäre wohl eine Lösung, aber mir gefällt inhaltlich das Abendblatt doch sehr gut.

  8. Fabella Says:

    LOL, ja so fühle ich mich jeden Morgen .. gott sei Dank am Arbeitsplatz, wo ich einen Tisch mein eigen nenne. Trotzdem, noch schlimmer sind manche Werbeeinladen, die fast noch doppelt so groß sind – man glaubt es kaum, doch so ist es. Und wenn mich meine Neugier dann doch zu sehr plagt und ich selbige befriedigen möchte, muß ich erst ettliches zur Seite räumen um überhaupt blättern zu können. Ich frage mich dabei nicht selten ernsthaft, ob die meinen bei der Größe verkaufen sich die Preise besser *kopfschüttel*

  9. Katja Says:

    Die haben aber auch ein doofes Format!
    Zeitung lese ich freiwillig auch nur da, wo ich genug Platz habe, sonst passiert mir das Gleiche wie Dir…ich bin sicher, dass geht gar nicht anders, jawohl! ;-)

    Liebe Grüße von Katja

  10. chinomso Says:

    (d.p.a) In den späten Abendstunden wurde eine Rentnerin in Hamburg als vermisst gemeldet. Sie wurde zuletzt zwischen den Seiten einer großen Tageszeitung sitzend in der S-Bahn gesehen. Es steht zu befürchten, dass sie mit der zusammengefalteten Zeitung schließlich in einen Papiercontainer gesteckt wurde. Die Hamburger Müllabfuhr wurde informiert und wird in der Nacht alle Papiercontainer absuchen.


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