Münchener Miniwohnungen und reisen mit dem Mönch

Nachtrag: Frau von Lott und das wunderhafte München

Nach der Party stelle ich fest, dass obwohl nüchtern und klar zwischen den Gehirnwindungen habe ich keine Lust mich mit dem öffentlichen Nahverkehrssystem Münchens auseinander zu setzen, also lasse ich es und übernachte beim Indianerkind.

Als ich die Wohnung betrete muss ich mich stark zusammen reißen um nicht loszulachen, denn diese „Wohnung“ ist beispielhaft für Leben mit Minilohn in Münchens Zentrum und wieder bewahrheitet sich, München sieht an vielen Orten aus wie Miniosten…

Und Wohnungsminiosten sieht so aus: 12 bis 16Quadratmeter im Halbkeller, Halbkeller bedeutet nicht Erdgeschoss sondern ein halbes darunter, durchs Fenster immer Schuhparade und eventuelles Unterröckegucken (für den Junggesellen an sich nicht das schlechteste). Das Highlight der Wohnung ist das Bad, das ist nämlich auf dem Flur und man teilt es sich mit anderen, mit den anderen, die ebenfalls im Halbkeller auf 12 bis 16Quadratmetern wohnen. Internatsfeeling und ich dachte im realen Leben gibt’s so was nur in Ostberlin und da auch nur noch selten… Klischee juchhee!

Morgens mache ich mich auf den Weg und versuche mich im Reisen im öffentlichen Münchener Nahverkehr, ich ziehe ein Ticket – recht wahllos, denn ich habe keine Ahnung wie viel ich lösen muss. Mittelkurzstrecke oder so….

Ich gehe auf den Bahnsteig es gibt keine Uhr, der Anzeiger zeigt Richtung Bahnhof, aha denke ich Bahnhof, Umsteigemöglichkeit, Bahnhof ist schon mal keine zu schlechte Idee, was der Streckenplan bestätigt… Bahnhöfe uhrzeitlos, ich dachte auch das gäbe es nicht. Uhrzeitloses Warten fühlt sich seltsam an, seltsam unbeteiligt.  Eine unbekannte Zeit später: Die Bahn fährt ein, ob es eine U- oder eine S-Bahn ist oder ob man das in München Tram nennt, weiß ich nicht. Die Bahn fährt ein, sie ist blau und alt bzw. nett artikuliert antik, am letzten Wagen ist ein kleines Möchsabbild, sieht aus wie eine gebügelte Comicfigur aus den Sechszigern.

Ich steige in den Wagen mit dem Möchsbild, er trägt eine kleine schwarze Kutte und eine Haube, oder keine Haube und Glatze, meine Erinnerung ist lückenhaft, das Interieur ist wie der Mönche ebenfalls aus den Sechzigern, Holzvertäfelung, schick und ein  ganz bisschen lustig.

Ich steige aus und folge meinem Herdeninstinkt: Menschenmassen, ich folge euch… Ich bin schon gespannt, wohin meine Leihherde mich führt und ob ich es schaffe dank Herdensystem zur Folgetram zu kommen. Ich schaffe es… Und endlich wieder Zeitanzeiger, Hauptbahnhof und meine Bahn kommt in zwölf Minuten.

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6 Kommentare - “Münchener Miniwohnungen und reisen mit dem Mönch”

  1. Erdbeere Says:

    Schön zu lesen, wie alle Deine Artikel!

    Lieben Donnerstagabendgruß
    Erdbeere

  2. Lilie Says:

    Sehr schön geschrieben.
    Lieben Gruß zum Wochenende
    Iris

  3. chinomso Says:

    Und sie muss ja dann doch den Weg zu einer festen Behausung gefunden haben. Sonst hätte sie diesen Beitrag nicht schreiben können.

    Das beruhigt mich irgendwie.
    Also nicht: Lies von Lott lost in Munich.


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