der monkische Einrichtungswahn

Meine Wohnung – eine Gedankenbaustelle.

Irgendwas ist ja immer und auch wenn das Schlafzimmer ein akutes Leistenproblem hat (dazu vielleicht ein ander Mal mehr), kreisen meine Gedanken ums Wohnzimmer und die optimalste Stellvariante.

Das Wohnzimmerhauptproblem sind die Bücher, denn ich mag Bücher, am liebsten Bücherbände in Bücherwänden, die farblich perfekt zu meinen auserwählten Dekofarben gehören und alle die gleiche Höhe, vor allem aber Tiefe haben. Ich besitze nur leider keine Bücherbände für Bücherbände, sondern nur Bücher.

Sie sind alle in Höhe und Tiefe unterschiedlich und farblich, ach ja farblich. Schlicht, es passt mir nicht, weil sie für meinen monkischen Charakter quasi uneinsortierbar sind…

Sicherlich könnte ich eine kleine Bücherverbrennung auf meinem Balkon erwägen, aber Bücher verbrennt man nicht insbesondere nicht meine Modedesign-Goldschatzbücher.

Neben einer Bücherproblemlösung hätte ich auch gern ein Schubladensideboard, da ich nur offene Regale habe, aber ein geschlossenes Unordnungsversteckdingili auch ganz adrett fände. Das schönste aller schönen Schubladenschränkchen ist leider im Bereich des Unerschwinglichen, daher lande ich beim Schweden, bei einem Sideboard mit dem ich schon seit längerem liebäugle.  

Das Sideboard löst jedoch nicht das Bücherproblem, stellt aber ein weiteres neues. Das Sideboard ist elfenbeinfarben und meine halbhohen Billyregale (es sind fünf an der Zahl) auch, trotzdem möchte ich nicht, dass das Sideboard umgeben von Billyregalen steht, sondern allein wirken kann. Theoretisch kein Problem, praktisch allerdings schon, denn vor einem der Billyregale steht mein Esstisch, der ragt in den Raum. Auf diesem „Esstisch-Billyregal“ und seinem Nachbarn befindet sich der tolle Holzstamm von Opa. Wenn ich jetzt die Regale wegstelle, fehlt mir die Stellfläche für den Stamm und auf den Stamm verzichten, kommt nicht in Frage.

Schön, wenn man keine anderen Probleme hat, nicht?

Die Lösung des Problems wäre eine Art Kasten in der Höhe, Breite, Tiefe des Billyregals, mit ausziehbarem Seitenteil für die Bücher… Bestenfalls in moosgrün!

Das Problem bei der Lösung des Problems: Wer soll den denn nun wieder bauen? Und wenn wer den bauen könnte, könnte der dann nicht auch einfach das tolle Schubladenregal bauen, welches für mich so unerschwinglich ist? Fragen über Fragen.

Thema Fragen: Ob mein monkisches Dasein irgendwann ein Ende findet?

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13 Kommentare - “der monkische Einrichtungswahn”


  1. Nein, wenn du etwas monkisches in dir hast wird es vermutlich auch immer da bleiben, man kann es nur manchmal etwas unterdrücken.

  2. zimtapfel Says:

    Das Problem mit den ganzen unterschiedlichen Büchern könntest du lösen, indem du diese hinter so einer Bücherrüchenattrappe versteckst. :-)


    • Ich habe auch schon überlegt sie alle einzuschlagen, dann hätten sie wenigstens alle die gleiche Farbe. Ui, bin ich irre… (Zum Erkennen beschrift ich sie in schnörkeliger Grundschullehrerinnenschrift.)

  3. Herr Teddy Says:

    Ein Freund von mir – ein leidenschaftlicher Leser – hat es sich sehr einfach gemacht. Er stapelt die Bücher! So ist jetzt mittlerweile eine Ecke des Wohnzimmers komplett mit unterschiedlich hohen Büchertürmen zugestellt. Hat auch was! Nur keine Ordnung fürchte ich…


    • Ich glaube, dass könnte ich mit mir nicht vereinbaren, obwohl es auch schicke Hochkantbücherstapelregale gibt und die finde ich auch schön, aber für die habe ich keinen Platz und die würden auch mein Farbproblem nicht lösen…

      Es bleibt komplex.

  4. Chinomso Says:

    Ich lach mich schon wieder kringelig. Das ist so amüsant wie banal. (nicht bös gemeint) Aber drollig beschrieben. Eine perfekte Office-Pausen-Unterhaltung.


    • Ich schrieb ja extra: Schön, wenn man keine anderen Probleme hat… Ich hatte nach diesem Eintrag auch kurz das Gefühl, dass ich der oberflächlichste Mensch der Welt bin, aber das habe ich wieder in den Griff gekriegt.


    • Ach, halb so wild. Ich glaube, dass es ganz normal ist, das einem seine probleme ben als wichtig und groß erscheinen und oft ist das ja auch so.
      Also keine Bange, Du darfst so sein.
      Ohweia, das hört sich jetzt aber auch an …
      Nicht falsch verstehen bitte.


    • Keine Sorge, alles richtig verstanden…
      Wenn ich auch weiß, dass das kein echtes-wirkliches-sorgengreifendes Problem ist, aber auch Nichtigkeiten teile ich eben gern!


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