Vorsicht: Irre Rennfahrerin auf dem Ohlsdorfer Friedhof gesichtet

Ja, es liegt Schnee, viel Schnee, für Hamburger Verhältnisse sind wir sozusagen fast eingeschneit.

Das Soljankaschüsslchenauto steht bei Mutti vor der Tür und sammelt die Schneemassen auf sich, auf Grund guter S-Bahn-Anbindung und auch berüchtigten Sommer-wie-Winter-alias-Schnee-und-Matsch-Reifen befindet es sich quasi im Winterschlaf.

Bis gestern.

Gestern beschloss meine Ma, dass in Anbetracht meines nahenden Vielleicht-Urlaubs und dem damit verbundenen Autobenutzungswillen das Auto und ich ein paar schneeige Testfahrten machen sollten.

Nach 30 Minuten war das Auto entschneit, frei gekratzt, fahrtüchtig und von seinem Iglu-Häuschen befreit.

Der beste Freund meiner Ma, denn ich denke sie wollte sich im emotionalen Stress um den eventuellen Autoverlust nicht zumuten, übernahm meinen Schneefahrkurs. Vorsichtig und sehr behutsam für ich uns zum  Ohlsdorfer Friedhof, der überraschender Weise geräumt, aber doch mit einer Schnee- und Eisschicht ausgestattet war und frei von Streusalz, außerdem nahezu menschenleer.

Nach ein paar friedlichen Eingewöhnungsrunden auf dem immerhin zweitgrößten Friedhof weltweit, läutete der beste Freund der Mutter mit den Worten „So, jetzt wollen wir mal ein bisschen Spaß haben“ das etwas andere Fahrtrainung ein, unterwies mich in der Kunst der Handbremsendrehung, sowie im einwandfreien Ausbrechen.

Keine Sorge, die Straßen sind weit einsehbar und so wurde Schwung geholt, beim Einlenken schwungvoll die Handbremse gezogen, weiter am Lenkrad gekurbelt, bis der Wagen einen u-turn (für Oma, eine 180Grad-Drehung) absolviert hat, dann entgegengelenkt und vorsichtig wieder Gas gegeben, was nach dem circa 80sten Versuch auch ein langsames Vorwärtskommen mit sich führte und massig Stolz.

Meine Rennfahrergene zur Perfektion ausgereift und dann auf rechtwinklige oder Nadelöhrkurven zu, einlenken, energisches Handbremse ziehen und pah Richtungswechsel.

Erstaunlich war das Benehmen der Passanten… Fuhr ich an einem Passant oder einer Passantengruppe vorbei, gesittet und normal um auf der nahenden Freifläche meinen u-turn zu üben um dann wieder löblich vorbildlich an den Passanten zurück zu fahren, nahmen diese zu meinem Leihauto bei meiner Rückfahrt einen viel größeren Sicherheitsabstand. Das soll mal einer verstehen!

Das Fahrtraining und meine Eiseingewöhnung endeten kurz vor sechs, da Punkt sechs die Tore des Friedhofs schließen und ich sonst hätte die ganze Nacht übern müssen, obwohl… Na ja, vielleicht nächstes Mal!

Advertisements
Explore posts in the same categories: das tägliche Leben und ich, Zitat "Der Pate": la familia

Schlagwörter: , , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

11 Kommentare - “Vorsicht: Irre Rennfahrerin auf dem Ohlsdorfer Friedhof gesichtet”


  1. Hübsche Geschichte! Klingt spaßig. Lass das nächstes mal jemanden aufnehmen oder verteile vorher Einladungen. Vielleicht könnt jemand noch Glühwein verkaufen. Dann wäre das die perfekte Konkurrenz zum Alstereisvergnügen … :)


    • Oh ja, Einladungen sind eine gute Idee und dann hab ich einen grölenden Fangroup da, der Laolawellen macht, wenn ich vorbei fahre. Ich sehe das schon vor meinem inneren Auge… Banner wären auf toll!

      Ich könnte es auch auf die Alster verlegen, das Auto ist so klein, das wiegt nichts… Da schaff ich sicher nen Brumkreiseleffekt!


  2. Ach, das hätte ich letztens in Berlin auch mal üben sollen, aber da hatte ich keine Lust. Denn so was ist echt wichtig. Zu wissen, was das Auto wann wie und warum macht und wie man dem entgegenwirken, ohne panisch zu werden.

  3. zimtapfel Says:

    Waaah, diese Handbremsendrehung macht mein Liebster derzeit auch immer wieder voller Freude… und ich erschrecke mich jedesmal wieder. Dann grinst er mich unschuldigst an. Wenn halt schonmal so viel Schnee auf den Straßen liegt…


    • Zimtäpfelin, wenn du mit mir fahren würdest, würde ich mich natürlich ganz arg zusammen reißen und keine ausufernden Handbremsendrehungen machen… Sondern ganz gediegen und vorsichtig durchs Hamburger Innland fahren.

      Ich will ja keine Todessehnsucht oder Nahtoderlebnisse provozieren, somit bleibt mein rasanter Fahrstil wohl im Handgepäck, wenn ich mich auf normalen Routen befinde…

  4. zimtapfel Says:

    Übrigens, ich weiß nicht, ob das so sein soll oder ob das nur bei mir so ist, aber: Du hattest immer so ein hübsches Headerbild mit Pinguinen und so und seit einiger Zeit sehe ich da immer nur eine weiße Fläche. :-(


  5. Geht mir auch so. Ist kein plötzlicher Anfall von Pinguinblindheit. :)


    • Ich dachte die Pinguinblindheit wäre mein alleiniges Problem, da es aber so viele betroffen hat und man Tröpfchenansteckung ausschließen kann, werde ich mich wohl mal um die Pinguine kümmern. In den nächsten Tagen!

  6. chinomso Says:

    Oh, das ist weise. Das sollte frau mal gemacht haben. Ich habe es nicht und drum gestern Nachmittag bisschen blöd geschaut, als ich auf ner Kreuzung in meinem Viertel plötzlich quer zur Fahrtrichtung stand. Mit dem Auto selbstredend. Aber ich war allein und fands noch lustig. Hätte echt schief gehen können.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: