der geheime Bücherfreund

 Bei mir im Haus wohnt jemand, ein geheimer Bücherfreund. Ein Bücherfreund, über den ich nicht viel sagen kann, außer dass er keine Sammelleidenschaft für Bücher hat. Alle paar Wochen findet sich auf der untersten Treppe unseres Wohnhauses ein kleiner Bücherstapel ein, der zur freien Verfügung steht und schon das ein oder andere Überraschungslesehighlight zu Tage brachte.

Besondere Freude hatte ich zu meinem Erstaunen mit „Die Rückkehr der Orks“, was ohne Bücherfreund sicher nicht Einzug in meine Bücherriege gefunden hätte. Wider Erwarten überzeugte „Die Rückkehr der Orks“ durch herzlichen Schreibstil, charmante Komik und nicht ganz so wider Erwarten mit immenser Blutrünstigkeit. Aber das nur anbei.

Die Bücherfreundbücher sind für mich Reisebücher, die nicht dafür bestimmt sind in meinem Bücherschrank vor sich hin zu stehen, und so nehme ich sie mit in die S- oder U-Bahn setze sie aus und hoffe, dass sich eine weitere Leseratte an ihnen erfreuen kann.

Gestern war der Bücherstapel ein Zeitschriftenstapel und brachte zwei Wohnzeitschriften, zwei Rezeptzeitschriften und zwei Dekorationsweihnachtszeitschriften. Wunderschöne Weihnachtsideen und das in allen sechs Zeitschriften, daher hab ich gleich mit zwei Traditionen gebrochen: Erstens immer nur ein bis zwei Bücher mitnehmen und zweitens alle Bücher wieder auszusetzen…

Nun nehme ich mir vor den Bücherfreund zu finden und ihm mal eine kleine Aufmerksamkeit an die Türklinke zu hängen, bisher hat ihn aber noch keiner enttarnt!

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11 Kommentare - “der geheime Bücherfreund”

  1. schangrila Says:

    Das ist eine sehr nette Geste von deinem Nachbarn. Aber auch dein Gedanke, ihm mal etwas an die Türklinke zu hängen.
    Mein Freund wohnt in Berlin, auch in einem recht großen Haus, mit vielen Nachbarn.
    Gelegentlich stehen im Hausflur schon mal ein paar guterhaltene Gegenstände und es liegen dort, wie bei dir, auch oft Bücher aus.
    Das Fatale daran, als er eines Tages in den Keller wollte, legte mein Freund seine teuere Fahrradleuchte dort ab, um sie nicht mit runter zu schleppen, als er hoch kam war sie schon weg…. ;-)


    • Das ist dann der umgekehrte nicht ganz so schöne Fall und kuchen hat er sicher auch keinen dafür bekommen, oder?

      Eins ist ein kleiner Trost, der Finder hat sich sicher unheimlich gefreut. Denn ne schöne, neue Fahrradleuchte hat ja schon mal was…

  2. Ruthie Says:

    Das ist ja mal nett. Bei mir hilft das nix, wenn ich meine gelesenen Sachen auf die Treppe lege: Hier wohnt sonst keiner außer uns. Und meine Männer lassen die schön liegen ;)


    • Im Notfall und bei akutem Bücherüberschuss hilft es sie an der Bushaltestelle auszusetzen, am besten vorher als Reisebuch beschriften mit Erklärung und dann bist du sie wahrscheinlich sehr schnell los, auch ohne männliche Hilfe.

    • schangrila Says:

      Am Prenzlauer Berg in Berlin, gibt es einen Bücherbaum, dort kann man gelesene Exemplare ablegen und sich auch mit neuer Lektüre eindecken. Ich finde diese Idee sehr schön. :-)


    • Das finde ich auch!

  3. zimtapfel Says:

    Leg doch an die Stelle, an der die Bücher immer liegen, ein kleines Geschenk mit der Beschriftung „Für den Bücherfreund“. Das müsste doch ankommen.
    Gibt es denn irgendwelche Regelmäßigkeiten, wann die Bücher so ausgesetzt werden?
    Das mit an Bushaltestellen oder Parkbänken aussetzen habe ich auch schonmal jemandem vorgeschlagen, ich finde sowas ja grandios, auch wenn ich selbst da vermutlich nichts mitnehmen würde, ich bin mit gefundenen Sachen irgendwie etwas schnäkig.


    • Hallo Zimtäpfelin…

      Ist „schnäckig“ so was wir krüsch?

      Bisher gibt es keine regelmäßigen Abstände und daher ist es schwierig den Bücherfreund ausfindig zu machen. Wir haben auch leider ein offenes Treppenhaus (Laubengang usw.) was bedeutet, dass jeder es mitnehmen könnte.

      Aber mein Ehrgeiz ist geweckt! Ich kriege das schon noch raus…

    • zimtapfel Says:

      Stimmt, krüsch sagt man wohl hier im Norden dazu. :-)

  4. quadratmeter Says:

    Das ist spannend. Bei uns in der Straße liegen manchmal Dinge zum Mitnehmen auf einer Fensterbank, häufig auch Bücher. Ich bin gespannt, ob du ihn ausfindig machen wirst.


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