damals im Internat… – Teil 1

Ein neuer „Teil 1“, wobei noch abzusehen ist, ob dies eine regelmäßige Serie wird, wenn ja wird es eine über lustige Internatsgeschichten für alle, die den ganz normalen Wahnsinn des Erwachsenwerdens in komprimierter Form nacherleben wollen… Viel Spaß damit!

Es ist Montag, der Tag nach einem Präsenzwochenende, wobei zu sagen ist, dass im Internat in Präsenz- und Heimfahrwochenenden unterschieden wird, wobei man bei Präsenzwochenenden durch Präsenz glänzt, also anwesend ist und an Heimfahrwochenenden nach Hause fährt… Es ist also Montag und das auch noch ziemlich früh, Frühstückszeit sozusagen, wobei zu sagen ist, dass Mahlzeiten im Internat wie folgt ablaufen, die Schülerschaft findet sich ein, jeweils familienangehörig am Heimfamilientisch, der Heimleiter (also Internatsschulleiter) klingelt mit dem Glöckchen, Ruhe kehrt ein, er wünscht guten Appetit, es wird gegessen, anschließend wird wieder geklingelt, das Geschirr wird in die Anrichte gebracht, es wird erneut geklingelt, wieder kehrt Ruhe ein, der Heimleiter, wobei zu sagen ist, dass unser Heimleiter einen gar zauberhaften portugiesischen Akzent hatte, was seiner Herkunft zuzuschreiben ist, fragt, ob irgendwelche Ansagen zu machen sind, wobei zu sagen ist, dass es sich bei einer Ansage um eine Ankündigung, Informationsweitergabe oder Frage von wahlweise Lehrer oder Schüler handeln kann, und schließt das Essen mit den Worten „Ich wünsche Ihnen einen schönen Vormittag/Nachmittag/Abend (wahlweise einzusetzen)…“ ab.

Es ist also Montag beim Frühstück nach dem Präsenzwochenende und auf die Frage nach den Ansagen meldet sich PPK, der Schülervertreter und Klassensprecher unserer Jahrgangsstufe ist, ein recht schlanker, nicht besonders hoch gewachsener Junge, dessen Frisur der von Ernie gleicht, und informiert: „Also… Ich habe am Wochenende Wäsche gewaschen(, wobei zu sagen ist, dass wir eine Gemeinschaftswaschmaschine hatten)…“, ein leis-amüsiertes Aha geht durch die Frühstücksgesellschaft „…alle meine Boxershorts…“, Kichern „…und…na ja, auf jeden Fall sind die nun weg! Falls also jemand meine Boxershorts mitgenommen hat, möge er sie entweder bei mir vors Zimmer stellen, meinem Familienvater geben oder so…“.

In den folgenden Schulstunden wurde PPK natürlich mehrmals die Hilfe des Unterwäschesharings angeboten allerdings nur von String-tragenden Mädels und auch der Hohn brachte in der Boxershortsfrage keine Antwort.

Das Mittagessen verging ereignislos, bis der portugiesische Schulleiter, wohl bemerkt ein 2m-Riese unter den Normalwüchsigen mit breitem Kreuz und leichtem Wohlstandsbauch, eine Frage einwarf: „PPK, ist deine Wäsche wieder aufgetaucht?“. Ein grummliges Nein und ein bisschen Gelächter, bevor der portugiesische Schulleiter weiter sprach: „Weißt du PPK, iche abe an die Wochenende auch Wäsche gewaschen, und festgestellt, dass iche wohl aus Versehen deine Boxershorts mitegenomme abe, aber iste nichte so schlimm, kannst du nach die Mittagessen bei mir in die Wohnung abolen. Iste auch frisch gebügelt.“

Nachtrag: „Wobei zu sagen ist…“ dient heute als allumfassendes Stilmittel zur Einbindung von Internatsinterna, die zum Verständnis der Geschichte von Nöten sind….

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8 Kommentare - “damals im Internat… – Teil 1”

  1. Himmelhoch Says:

    Hallo, Lies von Lott,
    eine Frage nur – sind meine Kommentare zu längst vergangenen Posts (z. B. Weihnachten oder zu der Trennungsgeschichte) aufgetaucht oder sind sie im Datennirvana abgetaucht? Ich kenne mich mit den Gepflogenheiten von wordpress nicht so aus, da ich zu den Blogspotern gehöre.

    Erst einmal schönen Abend noch und liebe Grüße von
    (Frau) Himmelhoch


  2. Hallo „Frau“ Himmelhoch,

    alle Ihre Kommentare haben mich erreicht und bin ich ganz erfreut, dass sich jemand die Mühe macht und all die alten Beiträge liest und auch noch kommentiert… Auf meinem Leseweg zurück durch die Beiträge hab ich neben Ihrem noch einige weitere schöne Kommentare gefunden und die meisten auch kommentiert.

    Wie sind Sie denn eigentlich auf meine Seite aufmerksam geworden? Da wäre ich doch mal sehr neugierig.

    Einen lieben Gruß, Lies von Lott.

  3. Himmelhoch Says:

    Hallo, ja wie die Wege im Netz eben so sind, wenn viele an der Seite eine Liste der von ihnen gelesenen Blogs aufführen. Angefangen hat es bei meiner Tochter, dort lesen ständig 5 Frauen und eine un-ständig, die war aber die lustigste. Dann habe ich dort gelesen, viel gelacht und Lies von Lott entdeckt – und die hatte Kummer, und den konnte ich verstehen … na, so ist das eben.
    Ich schau immer mal vorbei, wie es im Internat so weiter geht.
    Mit Gruß vom Himmel


  4. Ich glaube die Internatsreihe wird etwas unsteter als meine „Broken-Heart-Reihe“, aber ich freue mich sehr wenn du zum Lesen vorbeischaust…

  5. chinomso Says:

    Wie kann man denn Boxershorts vor die Tür stellen?
    Wenn die von alleine stehen können, dann müssen die doch erstmal in die Wäsche. Oder?

    Lustig, welche Themen in dem Rahmen aufgenommen wurden. Ich bin auch gespannt auf mehr.

  6. podruga Says:

    internatsgeschichten sind suuuper! ich hatte selbst das vergnügen zwischen 17 und 19. bin gespannt auf weitere delikate enthüllunsgeschichten.


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