mein Wochenendtrip und Eisprinzessin Daisy…

Mein glorreiches Jahreshoroskop hatte mir ja einen Wochenendkurztrip voraus gesagt, aber dies wohl exklusive Wettervorhersage.

Spätestens seit den Nachrichten am Dienstag, in denen die charmante Wetterdienstlerin Schneeverwehungen, ewiges Eis und Stürme alias Daisy verkündete, war klar: Das kleine Mutti-Leih-Soljankaschüsselchen-Auto und ich fahren nicht nach Mittelhessen, sondern zumindest einer von uns bleibt in Hamburg während der andere (in dem Fall ich) nach einer Alternativreiselösung sucht.

Ich erwäge kurz dem Luxusleben zu frönen und in einen Schnellzug zu springen, was in der Regel zwei Stunden und 35 bis 58 Minuten dauern würde. Verwerfe diese Überlegung nachdem ich kurz im Internetportal der deutschen Bahn geschaut und die Unbezahlbarkeit dieses Unterfangens festgestellt habe.

Als Alternativlösung „2“ nehme ich die Mitfahrgelegenheit und telefoniere mit Wu Lang einem Asiaten, der am Samstag mit dem zweitfrühsten Zug gen Mittelhessen fährt und jemanden sucht, der sich mit ihm das Wochenendticket teilt. Mache ich doch glatt und sehe mittelmäßig entspannt den sieben Stunden Fahrt entgegen, die diese Reise (one way) mit sich bringt.

Zeitsprung:

Es ist Samstag und dafür dass es Samstag ist, ist es viel zu früh. Es ist nämlich 7:45 Uhr als ich am Bahnhof eintrudle, frisch gebügelt und gestriegelt, adrett und doch lässig zu recht gemacht. Ich stehe auf Bahnsteig 12 a/b, frage mich  mal wieder was das a/b wohl soll und warte auf einen kleinen asiatisch aussehenden Studenten, der nicht erscheint. Zeitalter der Handys, ich nehme meins und rufe an…

Es stellt sich heraus, dass er seine S-Bahn verpasst hat und nun beschlossen hat einen Zug später zu nehmen, ich könne ja warten. Ich koche und wenn ich warte, koche ich garantiert was Asiatisches und zwar einen kleinen asiatisch aussehenden Studenten.

Ich glaube eigentlich nicht an Schicksal und Bestimmung, aber manchmal haben Dinge eben ihren Grund und so beschließe ich mir ein immens großes Gebäckstück zu kaufen, sowie eine Käsebretzel und diese zu Hause in meinem warmen Bett zu verspeisen und das Wochenende still in meiner Wohnung auszuharren.

Die Bretzel, das Gebäckstück, die Decke und ich lümmeln auf dem Sofa im Blick das Fenster mit Schneegriesel und unweit davor den Fernseher mit weitaus mehr Schneegriesel, die Wetterdienstlerin rät das Haus nicht zu verlassen, nicht zu reisen, nicht mit der Bahn zu fahren, nicht mit dem Auto und zu Hamsterkäufen – die Welt steht still dank Daisy.

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10 Kommentare - “mein Wochenendtrip und Eisprinzessin Daisy…”

  1. bea Says:

    Na, war es schön mit deiner Decke und dem Gebäck und deiner Couch und deiner Heizung und deinem Fernseher??? Melde mich aus dem Urlaub zurück und lese, lese von der Leselotte und ihren Alltagsgedanken-träumen-wünschen-geschichten :)

    Ich hoffe, dir geht es gut und du denkst nicht so oft an „das“ Krokodil :)


    • Hallo Bea,

      wir vier (Decke, Gebäckstück, Couch und ich) hatten ein besinnliches Wochenende, an dem ich es vermieden habe das Haus zu verlassen und als Abwechslung zu meinem Sofadasein nur ab und zu an der Nähmaschine gesessen habe.

      Wie war dein Urlaub?

      Liebe Grüße, Lies von Lott.

  2. chinomso Says:

    Ach schade, aber widerum auch gut so. So sind dir sicher ewige Reisezeiten erspart geblieben und kalte Füße auch. Ich hätte ja gerne gewusst, was du so erlebt hast am WE auf deiner Reise. Aber so ist das eben. Man bekommt nicht immer, was man gerne hätte.

  3. zimtapfel Says:

    Dann danken wir mal Herrn Wu Lang und seiner Verpenntheit, denn bei diesem Wetter soll die Bahn heutzutage auch nicht allzu zuverlässig sein. Und so ein kaltes, verschneites Wochenende in einem ausgekühlten, liegengebliebenen Zug auf freier Strecke ist auch nicht so schön, denke ich.
    :-)


    • Das habe ich mir nach Sichtung der Nachricht auch gedacht und wünsche mir weiterhin, dass die mit der Entwicklung eines Beamgeräts schon weiter wären…

  4. blaueSuppe Says:

    Herrlich! Hätt ich genauso gemacht!

  5. frau kuni Says:

    argh.. ich glaube ich hätte mich nicht beherrschen können. Ich hätte auf ihn gewartet, um dann Sushi aus ihm zu machen und ihn allein fahren zu lassen. GRRRRRR

    aber wahrscheinlich wars zuhause im Bett viel gemütlicher :)


    • Ich kann mir nicht helfen, aber jetzt sehe ich eine sehr große Sushirolle, aus der ein Stück schwarzer Haarschopf ragt, auf einem dieser blaugemusterten Standartzugsessel sitzen mit Handgepäck… Zu schön, danke dafür Frau Kuni!


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