Herr C. und die Mädels beim Weihnachtsessen

Normalerweise – und ich bin da traditionell veranlagt – habe ich kurz vorm Jahreswechsel, vor Weihnachten oder eben gerade so im neuen Jahr mein Mädelsweihnachtsessen… Mädelsweihnachtsessen schließt Männerlosigkeit mit ein. In diesem Jahr aber wurde Herr C., einer meiner Kollegen und illustrer Zeitgeselle, dazugeladen zwecks der Amüsanz, die wir an der Arbeit teilen, und seiner Frischentliiertheit, die Ablenkung erfordert.

Herr C. wurde vorgewarnt, denn bei einem Mädelsweihnachtsessen geht es themenmäßig heiß her, er war sich der Gefahr bewusst und erschien trotz allem pünktlichst gegen fünf zum Glühweinumtrunk, der vorneweg gereicht wurde und hell war, mit Orangenschuss. Alles hielt sich an den Gläsern fest und nicht viel mehr als einem halben Glas ging es schon um hitzigere Themen, Gekicher und das Raclettegerät wurde angeheizt. Herr C. schlug sich tapfer, wenn auch manches Thema mit einem verlegenen Blick gen Decke kommentiert wurde und man ihm ansah, dass er das eine oder andere Mal zu schlucken (ich bin mir sicher es lag am Käse) hatte, dann aber doch recht schwungvoll ins Gespräch mit einfiel.

Als das Pfännchengeklapper langsam verhallte, die nimmer versiegenden Käsequellen meines Balkons (Balkon zwecks Kühlschranküberfüllung) wenigstens um ein Drittel geschrumpft und die Tannenbaumkerzen fast runter gebrannt waren, gab es roten schwedischen Glögg-Glühwein zum Abwasch. Abwasch gab es auch dank Yvönnsche und ihrer Aversion gegen ungeputzte Küchen und dem Unwillen mich mit dem Chaos allein zu lassen. Alles weggetuppert, verschlossen, weggepackt, ausgeschüttet, vakuumiert und umverpackt, Zeit für eine Likörverkostung. In meinen Teelichtgläsern – denn für zweimaliges Likörtrinken im Jahr werden keine Gläser angeschafft – wurden mehr oder minder große Portionen von leuchtend gelben Eier- und zartbraunem Spekulatiuslikör verteilt und zur Verkostung freigegeben… Ich hatte das Kicherlevel nach dem zweiten Eierlikör schon erreicht, was der Stimmung keinen Abbruch tat, ebenso wenig wie das Karamellkeksparfait und dem weihnachtlichen Obstsalat, was es zum Nachtisch gab.

Gegen halb elf waren wir – wie Herr C. es ausdrückte – sitt und satt, was so gedacht war, da Yvönnsche einen Nachtzug zu erwischen hatte und die Runde in ihrer Homogenität nicht entzweit werden sollte.

Es war ein schöner Abend, kommt bald wieder! Es bleibt zu sagen: Es ist noch Käse da!

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12 Kommentare - “Herr C. und die Mädels beim Weihnachtsessen”

  1. zimtapfel Says:

    Es ist noch Käse da? Prima. Wann soll ich vorbeikommen? :D


  2. Jederzeit! Käseesser, Kartoffelvernichter, Entenliebhaber und Maisliebhaber sind jederzeit willkommen.

  3. blaueSuppe Says:

    Ich melde mich auch: für Käse, ein bißchen Ente und den Spekulatiuslikör!


  4. Oh, beim Spekulatiuslikör musst du dich beeilen, der ist fast leer geworden… Ebenso wie der Eierlikör und Glühwein ist auch keiner mehr da.

  5. Bellila Says:

    Jetzt hab ich Hunger.
    … und Durst :D .


  6. So wies aussieht sollte ich noch ein Racletteeseen für WordPressler machen… Oder ein bisschen Eierlikör „versteigern“.

  7. chinomso Says:

    Mjammi, das klingt gut. Aber nein, ich muss kürzer treten. So kann es nicht weiter gehen mit mir. :-)


  8. So, die Ente wäre auch alle… Und der Käse ist zur Hälfte eingefroren und zur anderen Hälte wird er wohl in den nächsten freien Tagen zur Vernichtung freigegeben.


  9. Oh schade, wie gesagt, die Ente hätte ich auch genommen und gegen ein WordPress-Raclette hätte ich auch nichts. hach, ich hätte das nicht hungrig lesen sollen …


  10. Und hast du was zu essen auftreiben können?

    Bei mir gab es gestern Vollkornnudeln (waren noch da) mit Tomaten-Haselnusspesto (wurde zusammengerührt), Quark und natürlich Raclettekäse, den ich schon fast nicht mehr sehen kann und der einfach nicht weniger wird…
    Katroffeln und Brot sind nun aus und eigentlich eh nur noch Beilagen da. So z.B. selbsteingelegte Paprika nach Oma-Art, Kräuter- und Knobibutter, Ananasringe, Mais, Quark, Schinken und hab ich eigentlich schon erwähnt, dass immer noch Raclettekäse da ist?


    • Also es gab Spagehtti mit Butter und PArmesan für mich und für den Gatten gabs Spaghetti mit der nich alle werden wollenden Zitronensauce und Möhren.
      Aber der Zitronensauce habe ich jetzt den Gar aus gemacht. Ich konnte die echt nicht mehr sehen. Nächstes Mal wird nur ein halber Liter gekocht.


  11. […] Mädelsweihnachtsessen mit Herrn C. hatte ich den perfekten Blick auf den perfekten Stamm, da ich vor Kopf saß und der Stamm auf der […]


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