Dahingesagtes…

Mein Kollege, der mit dem das Arbeiten immer so unglaublich spaßig ist, sagte neulich recht zusammenhangslos, dass es nichts Dahingesagtes gibt, alles enthielte ein Stückchen Wahrheit.

Ich habe darüber nachgedacht…

Mein tägliches Leben ist genauso mit Lügen gepflastert wie das jedes Anderen – aus Unwissenheit, Feigheit, als Ausflucht, in Hilflosigkeit oder wider besseren Wissens. Aber wenn es um Liebe geht, um Emotionales, Zwischenmenschliches, um Dahingesagtes nicht Hervorgelocktes kann ich mich an Übertriebenes erinnern, an Untertriebenes, an Weggelassenes, aber nicht an Gelogenes.

Ist es so, dass es (dies bezüglich) nichts Dahingesagtes gibt, dass manche Dinge einfach zu wichtig sind, als dass man sich darüber in Alltagslügen verliert?

Ist es so, dass die Worte, die Gesprächsfloskeln, die in meinem Kopf nachhallen, die in dem gedanklichen Kopfkettenkarusell sitzen, immer wieder an meinem geistigen Auge vorbeifliegen und sich immer wieder aufdrängen, das Stückchen Wahrheit enthalten, das eine Berechtigung fürs Nachdenken wäre… Oder sind es dahingesagte Worte ohne Bedeutung, im Augenblick des Aussprechens schon dem Vergessen gewidmet!

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4 Kommentare - “Dahingesagtes…”

  1. pampashase Says:

    Hmmm…ich würde deinem Kollegen so nicht zustimmen. Mich würde sehr interessieren, wie er zu dieser Erkenntnis gekommen ist, bzw. wie er das genau meint.

    Ich denke es gibt reichlich Dahingesagtes…ohne einen Futzel Wahrheitsgehalt.

    Da fallen mir sofort diese ganzen Floskeln ein. Die Verkäuferin die „einen schönen Tag“ wünscht, wobei man an der Mimik sieht, dass sie mein Tag nicht im geringsten interessiert.

    Oder die Frage, die ich sehr häufig höre…“Und, wie geht´s?“ Worauf ich mittlerweile nur noch antworte „Danke, und selbst?“

    Oder auf die Frage „Wie findest du das?“ die automatische Antwort „Schön!“ …nur sehr vertraute oder sehr ehrliche Menschen sagen bei einer solchen Frage ihre ehrliche Meinung.

    Ich glaube ein Großteil der Kommunikation besteht aus Höfflichkeitsfloskeln oder „weißen Lügen“ (die Lügen, damit man sein Gegenüber nicht verletzt)


    • Schließen wir angelernte Höfflichkeitsfloskeln, die uns durch den Alltag retten, mal aus und „Ich-dich-auch-Sätze“ sowieso.

      Keine weißen Lügen (anbei wundervolles Wort). Nur Emotionales, freiwillig Gesagtes ohne Vorfrage… So was wie: „Du fehlst mir schon irgendwie!“

      Dahingesagt und bedeutungslos?
      Stimmungswiederspiegelung?
      Innere Wahrheit?
      Ein Grund zum Gedankenmachen?

  2. pampashase Says:

    Okay…

    Damit könnte dein Kollege dann recht haben :-)

    Ich bin grad am überlegen, wie es da mit der Erwartungshaltung aussieht.

    Ich bemerke unbewußt an meinem Gegenüber, dass der Mensch „etwas“ hören möchte und versuche unbewußt, vermeintlich freiwillig diese Erwartung zu erfüllen…so läuft es ja recht häufig ab.

    Da gibt es dann für mich zwei Beweggründe, etweder der Mensch versucht die Erwartungen zu erfüllen, einfach weil er mich mag (da stimmt vielleicht die Aussage nicht, aber die „Wahrheit“ in der Aussage ist immer, dass dieser Mensch mich mag) oder aber er ist der Typ Mensch der schon in der Kindheit so konditioniert wurde Erwartungshaltungen zu erfüllen. Da würde dann für mich wieder der Wahrheitsgehalt gar nicht zutreffen.

    Und dann fallen mir dazu noch die Wahrheiten ein, die zwar in diesem Moment, dieser Situation stimmen, aber eben nur gerade jetzt. Zum Beispiel die Kinder, die beim morgentlichen Abschied der Eltern ganz verzweifelt anfangen zu weinen…sind die Eltern weg, amüsieren sie sich den ganzen Tag über prächtig. Die Tränen waren nicht gelogen, aber wie ist der Wahrheitsgehalt einzuordnen.

    „Du fehlst mir schon irgendwie!“ …aber anscheinend nicht genug :-(


    • Du hast meine Überlegungen im Kern getroffen… Andauernde Wahrheit, situative Wahrheit oder gar keine Wahrheit? Ein Grund sich Gedanken zu machen oder ein Grund es zu lassen?

      Das Crux mit der Kommunikation ist doch, dass jedes bedeutungsvolle Wort oder jeder bedeutungsvolle Satz bei jedem eine subjektive Bedeutung hat. So kann „du fehlst mir schon irgendwie“ von „ich mag nicht ohne dich“ über „ich musste gerade an dich denken“ bis hin zur Höflichkeit alles bedeuten.

      Zu „du fehlst mir schon irgendwie! …aber scheinbar nicht genug“ ist zu sagen, dass es leider nichts mit meinem verlorenen Liebeskampf zu tun hat, sonst säße ich schon im Auto.


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