fremde Freunde

Irgendwie hab ich den Hochschulkurs in Sachen „Abschließen“ versäumt und drum bin ich darin nicht besonders gut… Mich dünkt ich werde in Sachen Abschließen weder Oscar noch Blumentopf gewinnen und des Weiteren, dass sich das wohl auch niemals wirklich ändern wird.

In der Selbstanalyse habe ich präzise herausgefunden, dass das wohl an meinem Starrsinn liegt. Wenn ich erstmal das Gute, Kreative, Lustige, Erstaunliche, Bewundernswerte in einem Menschen entdeckt haben, entwickel ich mich zu einem kleinen Gollum nach Toliens „Herr der Ringe“. Mein Schatz, mein Schatz, das bezieht sich dann nicht auf Liebe, das ist schlichter Starrsinn etwas gefunden zu haben, was der Eigentümer meist noch nicht entdeckt hat oder auch niemals entdecken wird (weil es manchmal eben nur der eigene Glaube, an den Schatz in jedem Menschen ist, den man da fand).

Jedenfalls sind die Schatzbesitzer, oft weniger Schätzchen als sie es sein könnten.

 

Irgendwann – das dauert zwar – aber irgendwann, guck ich dann durch mein Schatz-Schätzchen-Regal alias des Telefonbuchs meines alten Nokiatelefons und merke, dass es Zeit ist abzuschließen. Dann nehm ich mir ein paar Minuten um mich zu verabschieden und eine wohl durchdachte Entscheidung zu treffen. Manchmal bleibt dieser Jamand im Telefonbuch und verliert nur an Bedeutung, manchmal verschwindet dieser Jemand aber auch gänzlich aus dem Telefonbuch.

 

Und manchmal – ganz unverhofft – werden aus den Weggeschickten plötzlich doch Schätzchen, die da sind, ob man sie braucht oder nicht; die anrufen; mailen; sich entschuldigen; einen zum Lachen bringen; sich helfen lassen (und nicht beim Umzug, denn bei Umzügen kann selbst der ärgste Freund kurzfristig zum besten Freund/begehrtesten Umzugshelfer werden); zuhören und das tun, was Freunde tun.

Dann speicher ich in mein Telefonbuch schmunzelnd eine neue-alte Nummer und bin erstaunt wer so übrig bleibt, von früher von gestern und frage mich, wer von heute morgen noch da sein wird und mir ein Schmunzeln beim Durchblättern meines Telefonbuchs beschehrt…

 

Ach ja, willkommen zurück Indianerkind und schön, dass du wieder da bist und nun etwas siehst, was ich schon viel länger sah! (Ich streck dir dabei klassischerweise die Zunge raus, denn ich weiß, dass das überheblich klingt.)

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2 Kommentare - “fremde Freunde”

  1. bea Says:

    Willkommen zurück Kind :-)

    Schön, dass du wieder im real life bist und die Gewichtungen wieder in eine andere Richtung schiebst!!

    Auf zu neuen Ufern!!!

    liebe Grüße bea……

    und wenn du dich dann mal wieder umschaust wirst du lächeln!!!


  2. Hihi und hallo Bea, ich glaube, du hast mich falsch verstanden, ich bin nicht das Indianerkind, sondern ein Freund von mir, aber trotz allem ja zu den Gewichtungen in eine andere Richtung.

    Liebe Grüße, die Leselieselotte.


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