der verlorene Kampf um die Liebe – Teil 7

Das Telefon schweigt noch immer und ich fühle mich von diesem Schweigen verlacht. Nur um mich nicht (wenn auch nur vor mir selbst) der Lächerlichkeit auszusetzten und das Klischee einer spätpupertierenden Mitzwanzigerin im Liebesrausch zu erfüllen rücke ich nicht das Sofa vor um zu gucken ob der Stecker fest genug in der Telefonbuchse steckt, schaue nicht nach der Stromversorgung oder den Sicherungen, auch bringe ich – trotz des Wissens um dessen schlechte Akkuleistung – das Telefon nicht zu Saturn zurück in dem Glauben, dass es kaputt. Das Telefon schweigt einfach, weil niemand anruft.

 

In der Zeit, in der die zweite Zahnbüste meiner Wohnung zum Reinigen von Fliesen benutzt wurde und somit zum Reinigungpersonal gehörte, galt folgende Regel:

„Er ruft nicht an!“

 

Sicher ist dies mehr ein Satz als eine Regel, aber kurzum die beste Regel fürs Verliebtsein. Denn im Allgemeinen ist es so, dass er weder sein Handy, unsere Nummer, das Gedächtnis, das Bewusstsein, mehrere Gliedmaßen, sein Adressbuch, noch sein Leben verloren hat, sondern einfach kein Interesse an uns hat. Er ruft nicht an, denn er lechzt nicht nach unserer Stimme; will sich nicht unbedingt mit uns verabreden; mal  hören wie unser Tag so war; hat nicht das Bedürfnis etwas Lapidares zu fragen oder gucken ob wir zu Hause sind. „Er ruft nicht an…“

„Er ruft nicht an…“, ist also der Grund ein Häkchen hinter die Sache zu machen.

Bis vor zwei Monaten dachte ich immer, um jemanden kämpfen, sei eine vollkommen sinnfreie Sache. Denn als der Verlassene wurde man im Falle einer guten Beziehung von jemandem verlassen, der wohl überlegt hat, ob dieses Verlassen denn nötig sei und ob die Zuneigung zum Verlassenen wirklich unausreichend ist. Da der Verlassennde also beschlossen hat, dass die Zuneigung nicht mehr ausreicht und ein Verlassen unausweichlich ist, folgt die Schlussforderung, dass kämpfen sinnfrei ist.

 

Was aber nun wenn man der Verlassende und – trotz der Ansprüche an sich selbst – weder weit-, noch umsichtig ist? Sollte man dann nicht kämpfen?

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13 Kommentare - “der verlorene Kampf um die Liebe – Teil 7”

  1. Zoey Says:

    Ich denke(zumindest lehrt mich das meine Erfahrung), dass Kämpfen Sinn macht. Wobei das Wort „Kampf“ nicht gleichzusetzen ist mit Stalking oder Klammern.
    Ich habe vor längerer Zeit meinen jetzigen Ehemann verlassen, um gleichzeitig wiederum um ihn zu kämpfen, mit aller Kraft und hohem Einsatz. Es hat sich gelohnt, wir wissen nun, wie sehr wir einander brauchen und haben unsere Liebe gewissermaßen neu entdeckt.
    Aber jede Liebe ist nunmal anders. Ein Patentrezept wird man kaum finden. Versuch es einfach. Ich drücke Dir fest die Daumen!
    Herzliche Grüße,

    Zoey

  2. liesvonlott Says:

    Hallo Zoey,

    schön, dass du mich liest. Du bist meine erste mir-unbekannte Leserin und dann machst du auch noch Mut und Komplimente.

    Danke dafür und schade, dass du kein Patentrezept hast. Vielleicht sollte es mehr Patentrezepte geben… Aber so muss ich wohl noch etwas suchen für mein Rezept.

    In Sachen Stalking und Klammern… Ich hoffe und denke, dass ich diesen Tatbestand nicht erfülle. Ich bemühe mich den Zwang jeden Tag dreimal anzurufen mit bloggen zu umgehen und das funktioniert recht gut. Scheint eine Art Therapieblog zu sein.

    Wie lange hast du denn gekämpft? Und wie lange bist du denn verheiratet? Ich freue mich, dass du deine Liebe gefunden hast und ihr nun wisst, was ihr an einander habt… Das wusste ich nicht und darum jetzt der ganze Schlamassel.

    Liebe Grüße, Lies von Lott.

  3. Zoey Says:

    Liebe Lies von Lott,
    bei uns war es so, dass mein Francis irgendwann meinte, eine andere Fru toller finden zu müssen, als mich. Passiert ist im Grunde nicht viel, aber als ich es herausfnd, brach erstmal eine Welt zusammen und ich habe ihn verlassen. Gleichzeitig wurde mir aber bewusst, dass das nicht ohne Grund geschehen war und ich einen gehörigen Teil dazu beigetragen hatte. Also hab ich um ihn gekämpft. Ich schätze, so ca. einen Monat lang. Heute sagt er immer, ich hätte gar nichts tun müssen, weil er ohne mich dann doch nicht hätte leben können. Männer halt… :-)

    Verheiratet sind wir seit fast 3 Monaten und wir genießen es sehr. Wir haben wirklich schon so viele Hürden hinter uns gelassen, dass uns eine Ehe jetzt auch nicht mehr viel anhaben kann. Was nicht heißt, dass es bei uns immer harmonisch zugeht – im Gegenteil.

    Wie lange warst Du denn mit ihm zusammen? Ich finde übrigens, wenn Du ihn ein bis zweimal die Woche anrufst, dass das völlig ok ist. Du klammerst nicht, sondern sorgst nur dafür, dass er Dich nicht vergisst. Vielleicht solltest Du Dir überlegen, was er immer so an Dir geliebt, wofür er Dich bewundert hat etc. Diese Vorteile gilt es jetzt in den Vordergrund zu stellen, damit er weiß, was er an Dir hat. Eine einfache, aber hocheffektive Methode.

    Verstehe sowieso nicht, wie man ohne eine Frau, die so wunderbar schreibt, leben kann. ;-)

    Das mit dem Blog ist übrigens wirklich eine Art Therapie. Es hilft sehr, alles aufzuschreiben und ein Feedback von anderen Menschen zu bekommen. Man wird irgendwie stärker dadurch, die Erfahrung habe ich damals gemacht.

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es mit Euch weitergeht!

    Herzliche Grüße,

    Zoey

    • Zoey Says:

      Eine andere Fru – jaja, sowas kommt dabei heraus, wenn man nur noch Umzugskartons im Kopf hat :-) Bitte verzeih mir meine ganzen Rechtschreibfehler…

  4. liesvonlott Says:

    Guten Abend Zoey…

    „Verstehe sowieso nicht, wie man ohne eine Frau, die so wunderbar schreibt, leben kann…“, vielleicht geb ich dir einfach mal seine Telefonnummer und du sagst ihm das?

    Wir waren nur acht Monate zusammen…
    Das ist jetzt fast drei Monate her. Und leider brauchte ich fast die Hälfte dieser drei Monate um zu erkennen, dass dieses Unglücksgefühl, das nun da ist, mit ihm nicht da war und dass diese Trennung wahrscheinlich die dümmste Idee seit langem war.

    Lass mich dich etwas fragen, eine andere Leserin (die ich aber ein bisschen kenne) schrieb, dass ein runter gefallenes Glas immer einen Sprung hat. Und so würde ich natürlich gerne wissen, wie eurer Glas den Fall überstanden hat?

    Liebe Grüße und schlaf recht gut, Elisa.

  5. Zoey Says:

    Es ist 02.03 Uhr und ich schlafe – wie Du siehst – immernoch nicht :-)
    Also: die Sache mit dem Glas…nunja, ganz unrecht hat die Dame damit nicht. Wenn in einer Beziehung mal etwas gründlich schief läuft, so hinterlässt das Narben. Die bleiben in den meisten Fällen für immer erhalten. Man verzeiht dem Partner oder umgekehrt, aber vergessen wird man es nie. Es verblasst nur im Laufe der Zeit. Und man muss lernen, die Angst davor, dass es noch einmal passieren könnte, gemeinsam zu überwinden.

    Man muss auch lernen, wieder aufeinander zuzugehen und dem Partner zu signalisieren, dass man ihm verziehen hat. Aber wenn wirklich Liebe im Spiel ist, klappt das in den meisten Fällen ganz gut.

    Ich weiß ja nicht, aus welchem Grund Ihr Euch getrennt habt, aber Du hast in verlassen, richtig? Wenn es Dir nicht zu persönlich ist, erzähl doch einfach mal ein wenig mehr, wie es passiert ist etc.

    Hilft übrigens auch beim Überwinden solcher Sachen. Wenn man es aufschreibt, geht es einem danach meist besser :-)

    Wünsche Dir ein wunderbares Wochenende.

    Liebe Grüße,

    Zoey

  6. liesvonlott Says:

    Guten Abend „unbekannte“ Leserin alias Zoey :)…

    Ich denke, ich werde in den nächsten Tagen über die Trennung bloggen, an einem Tag, an dem mein Gemüt eh nicht so sonnig ist und ich die Schulgedanken eh schon habe… Heute sind sie nicht so intensiv, daher mag ich heute nicht drüber nachdenken.

    Nun muss ich vorm ins Bettgehen nochmal kurz neugierig sein und fragen, wie du denn eigentlich über meinen Blog gestolpert bist?

    Liebe Grüße, Lies von Lott.

  7. Zoey Says:

    Hallo Elisa :-)

    Ich bin ganz zufällig über Deinen Blog gestolpert, via Tag-Surfer von WordPress. Der sucht mir ja automatisch die Blogs raus, die Theman behandeln, welche sich auch in meinen „Werken“ wiederfinden.

    Bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es hier weitergeht.

    Wünsche Dir eine gute Nacht!

    P.S. Victoria ist übrigens mein Name jenseits der Bloggerwelt :-)

  8. liesvonlott Says:

    Hallo Victoria…

    Schick mir doch mal den Link zu deinem Blog, finde ihn irgendwie nicht (bin noch nicht ganz so confirm mit der Bloggerwelt oder blind).

    Ich wünsch dir einen schönen Tag.
    Liebe Grüße, Elisa.

  9. Zoey Says:

    Du findest meinen Blog unter http://www.zoeyswelt.wordpress.com

    Ist allerdings momentan noch nicht sonderlich aufregend, habe erst ein paar Einträge.

    Liebe Grüße,

    Vici

  10. Himmelhoch Says:

    Hallo, Lies von Lott (übrigens ein Spitzenname),
    ich möchte gern die zweite dir / ihnen unbekannte Leserin sein, aber bei Hamburg musste ich einfach anspringen. Näher: Die größte Liebe meines Lebens war Hamburger und er hat mich auch verlassen, endgültig, er ist nämlich mit ca. 50 Jahren gestorben. – Es gibt eine Faustregel über die Länge des Kummers nach einer Trennung gleich welcher Art. Die Zeit des Zusammenseins normalerweise und dann je nach Veranlagung noch einmal 1/3 bis 1/4 dazu. Ich habe mich leider nicht daran gehalten, bei mir hat es länger als drei Jahre gedauert.

    So schwer es fällt, aber wenn kein Rückruf von ihm kommt, würde ich die anruffreie Frequenz vergrößern, also nicht jede Woche anrufen. Mich hat übrigens das Buch „Glück kommt selten allein“ von Dr. Eckart von Hirschhausen aus mehreren Tiefs rausgeholt – zumindest immer kurzzeitig. Und da gibt es einen Witz, den ich hier passend finde: „Treffen sich zwei Säue am Trog. Fragt die eine: Was gibt es heute zum Mittag? Sagt die andere: Ach – schon wieder Perlen.“
    Und so ist es vielleicht mit deinen Telefonaten – und das wäre doch wirklich zu schade.
    Bis bald mal wieder mit Gruß von Martha


  11. Vielen Dank Martha, jetzt musste ich doch sehr schmunzeln!


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