der verlorene Kampf um die Liebe – Teil 2

She hangs her head and cries on my shirt.
She must be hurt very badly.
Tell me what’s making you sadly?
„…

…immer noch Cat Stevens, das Lied mit meinem Vornamen (na ja zumindest fast) und ich… – und das Selbstmitleid.

 

Her eyes like windows, tricklin‘ rain
Upon her pain getting deeper.
Though my love wants to relieve her.

„Lisa Lisa, sad Lisa Lisa.“

(Sad E)Lisa greift zum Telefon…

Und eine Stunde später sitze ich mit meiner besten Freundin in der Stadt irgendwo zwischen Arbeit (noch zwei Stunden) und Hauptbahnhof bei „Mutterland“, einem netten Bio-Delikatessengeschäft und klammer mich an mein leeres Glas, in dem sich fettarmer Bio-Kakao mit fetthaltiger Bio-Sahne und einem Schuss Bio-Karamell befanden.

Sie schnieft (Schnupfen) und ich schniefe (Liebeskummer).

Ich starre hinaus, viele Autos, eine Baustelle, unmengen Fahrradfahrer, das Wetter ist zu gut für meine Laune, die Sonne scheint, Kürbisse werden hinein getragen, die Deko wird umgebaut, neben uns setzt sich eine glückliche Jungfamilie samt Fünfjähriger, die zu meinem Erstaunen Kartoffelrösti mit Lachs ist – Biolachs versteht sich.

Ich will weder Biolachs noch Biokuchen noch sonst irgendwas und das obwohl hier alles traumhaft ist, niedlich in kitschigem Papier verpackt, besonders, auf Blümchengeschirr serviert, lecker und der Kellner sich bemüht mein apartes Aus-dem-Fenster-starren-mit-verklärtem-Blick zu ignorieren, ich will nichts – zumindest nichts was ein Kellner mir bringen könnte.

 

„Was machen wir denn jetzt“, Mirjams Stimme.

„Wir…“, denkt mein Kopf und ich muss lächeln.

„Ich weiß nicht was wir machen. Ich weiß noch nicht mal was ich jetzt mache.“, und ich lächele, auch wenn ich es nicht müsste, denn sie würde auch so verstehen, dass mich dieses seltsam-lustige „Wir“ betreffend meiner Liebe amüsant finde.

„Vielleicht solltest du weiterkämpfen…“, sagt sie und ich merke, dass sie angestrengt darüber nachdenkt ob und wie „wir“ meine Liebe retten.

 

Bekanntlich erfordern absurde Situationen absurde Pläne.

 

Unser absurder Plan basiert auf der Tatsache, dass er ein großer Mittelalterfreund ist und ich Modedesignerin. Naheliegend also, dass ich nun mehr mittelalterliche Kleidung designen und nähen sollte. So dass ich im Frühjahr mit meinen Sammelsurium an bodenlangen Tunikaleinenkleidern mit Strickborten in einem kleinen hölzernen Stand auf einem südhessischem-nordbayrischem Mittelaltermarkt zu stehen und ihm die Gelegenheit zu geben sich neu in mich zu verlieben.

 

„Und nebenbei wirst du reich…“, Mirjams Stimme, während mein trotzig-liebender Kopf sich kurz überlegt, ob das wirklich eine Option sein könnte.

Wir lachen.

Und auf dem Weg nach draußen lasse ich mir von dem Kellner, der dankbar darüber scheint, dass ich mich nicht laut heulend auf dem Fußboden gewälzt habe, ein Probierlöffelchen mit Rosmarin-Karamell – natürlich Bio – andrehen und koste.

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One Comment - “der verlorene Kampf um die Liebe – Teil 2”

  1. bea Says:

    liebeskummer scheint dir vom schreibstil her zu bekommen………… schreib weiter :-)

    mütterliche gefühle – passt ja auch vom alter her *fg*

    die_frenking


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