der Gut-Genug-Mann vorm Orchestergraben
„Meine Schwester sagte immer, ich liebe im Synphoniesystem…“, sagt die Friesin. „So lange ein Mann weit genug weg ist, so lange kein Rankommen möglich ist, ein Orchestergraben dazwischen ist, liebe ich zum Wahnsinnigwerden und zurück.“
Jetzt ist die Friesin ist glücklich mit dem Gut-Genug-Mann, ihr Gut-Genug-Mann ist weder ihr Typ noch hat er tausend Dinge, die sich die Friesin gewünscht hat, aber er ist beharrlich, fordernd, liebevoll, treu, verlässlich – er ist alles was die Friesin braucht. Als sie zusammen zogen sagte sie, sie wisse nicht, ob sie mit ihm leben könne. Sie war sich fast sicher, dass sie ihn nach zwei Monaten wieder rausschmeiße. Er antwortete: „Das ist egal, ich bin dir nur bös, wenn du es nicht probierst.“ Sie probierte es und zwei Monate sind um. Sie renovieren.
Enttäuschung hat mit Erwartung zu tun.
Lustig: Auf dem Weg hierher (zurück in Hamburg Sushiessen bei Mr. Cheng) habe ich in einer Zeitschrift gelesen, dass der Gut-Genug-Mann uns glücklich macht nicht der Prinz mit dem Pferd. Ich mag eh keine Pferde, ich mag Elefanten.
Und ich so?
Ich habe gelernt, wenn du nicht willst, dass sich jemand auf eine bestimmte Weise entscheidet, dann solltest beim Vordiewahlstellen Optionen stellen, mit deren zur Auswahl du leben magst. Ich habe gelernt, dass Selbstliebe hilft, aber keiner sie verschenken kann. Ich habe gelernt, dass es hilft seine Erwartungen zu kennen um seine Enttäuschung zu verstehen. Und ich habe gelernt, dass zuviel Drama das Leben nicht ertragbarer und auch nur begrenzt aufregender macht.
…
Und nun komm ich erstmal runter.
Alles ist gut. Die Decke ist vielleicht näher als sie sein sollte, Fragezeichen meine besten Freunde mit immergleichen Fragen, die Welt dreht sich manchmal einfach zu schnell, die Selbstliebe und ich – ein ewiges Dilemma, aber ich komm jetzt runter. Ich werde wieder lässiger, werde wieder Ich oder das Ich, das ich sein mag. Ich freue mich.
Ich mit Sternchen vielleicht.
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Oktober 1, 2010 um 11:36 vormittags
Ja, ja, am Ende nimmt man doch den Knappen, der hinter dem Prinzen mit seinem Pferd her trottet. Und hat damit die bessere Wahl getroffen.
Oktober 1, 2010 um 11:40 vormittags
Oder man schnappt sich das Pferd und reitet allein!
Oktober 1, 2010 um 11:59 vormittags
Kommt aufs Pferd an, oder? :-D
Oktober 1, 2010 um 11:00 nachmittags
Hmmm, mein Standardspruch dazu heißt: “Hüte dich vor deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen!” ;-)
Ich glaub, so ein bodenständiger Gut-Genug-Mann kann wenigstens nicht von dem Podest runterfallen, auf den wir den Prinzen gehoben hätten.
Aber jetzt genug der philosophischen Gedanken – gute Nacht und danke für deinen Besuch bei mir!
Herzliche Grüße
Quizzy, die sich gerade die letzte Halloren-Kugel in den Mund steckt … ;-)
Oktober 2, 2010 um 8:50 vormittags
Mhhhh lecker, dann mal guten Appetit!
Oktober 11, 2010 um 11:52 vormittags
wie Recht du hast! der Gut-Genug-Mann ist der, den wir brauchen. ich > schließe < mich dir an. :)
Oktober 21, 2010 um 7:07 nachmittags
Das ist sehr, sehr schön!!!!!
Oktober 21, 2010 um 7:09 nachmittags
Name korrigiert …
Juni 20, 2011 um 9:58 nachmittags
[...] kann und es doch tut. Der Friesinnenfreund ist herrlich unperfekt, als hätte man in der „der-perfekte-Mann-für-die-Friesin-Backmischung“ etwas Salz weggelassen, aber die Friesin mag [...]
Juli 24, 2011 um 9:06 vormittags
Hey Lies von Lott!
Gleich ein ganzer Orchestergraben dazwischen? Hmmm…wahrscheinlich bleibt die Märchenfee oder der Märchenprinz tatsächlich nur auf der Entfernung eine Märchenfee oder ein Märchenprinz. Egal, ob Prinz/Fee oder Knappe/Magd – wichtig ist, was man draus macht!
Weiterhin ein schöner verregneter Sonntag, der sich ideal zum Lesen eignet…
Liebe Grüße
Heinz
Juli 25, 2011 um 11:05 vormittags
Das ist wohl so…Orchstergräben helfen ungemein beim Anhimmeln, obwohl ich eher selten Anhimmel, ob jetzt mit oder ohne Graben.
Dann mal eine schöne verregnete Woche!