Nach viel Tumult ist die Stille stiller, selbst wenn das Radio an ist. Atemlos geht es zu auf ein 2012.
Vielleicht weil Abschiede nicht so meins sind oder weil zum Jahresende das, was so wünschenswert aussah, nun doch nihilistisches Verpuffung ist. Nichts weltbewegendes nicht ungeübtes, also doch nur Jahresendblues.
Alles gut.
Je öfter man das sagt, je weniger existent hört es sich an. Schweigen und nach oben gucken. Jahresrückblick, in den Terminplaner schauen, Fazit ziehen, Bilanz, fröhlich sein, hoffnungsvoll. Pläne haben. Lustig, was ein Tag – eine Nacht ändert.
Zum Himmel schauen, schwarz genießen, auf den 1. warten oder den 2., wenn die Nächte wieder schlicht schwarz ohne Explosionen sind und das Gefühl von der imaginären Aufgabenliste – 365 Tage, siebenhundert Aufgaben, auf der Suche nach der großen Erfüllung – getrieben zu sein, verfliegt oder im Alltag verloren geht. Das die herrschende Abschiedsstimmung, die uns alle übertrieben glücklich, gleichgültig, traurig, hektisch, was auch immer macht, nachlässt und wir wieder schlicht gewöhnlich sind. Ohne Jahresendfazit und Jahresbeginnvorsatz.
2012 wie 2011 nichts besser, nichts schlechter weil 2011 genug war. Ich bin unfrei davon und taumle von Euphorie in Jahresenddepression mit der Geschwindigkeit eines Taktangebers, voll von Plänen, Erwartungen, Hoffnungen – an mich, an 2012.
Zum Himmel schauen, schwarz erwarten.